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    Neuwied

    Aufschläge zermürben den VC Neuwied

    Dem Happy End am Samstagabend folgte das böse Erwachen am Sonntagnachmittag. Die Zweitliga-Volleyballerinnen des VC Neuwied ließen dem stimmungsvollen 3:1-Heimsieg gegen Bad Soden eine 0:3 (22:25, 20:25, 22:25)-Niederlage gegen die Mädchenbande des VC Olympia Dresden folgen.

    Lilly Werscheck (links) griff am Samstag gegen Bad Soden völlig losgelöst und erfolgreich an. Am Sonntag gegen Dresden, hier Lina-Marie Lieb (Nr. 3), konnte sie die Niederlage ihres Teams jedoch auch nicht verhindern. Hinter Werscheck sichert Maike Henning (Nr. 4) in dieser Situation ab.   Foto: Jörg Niebergall
    Lilly Werscheck (links) griff am Samstag gegen Bad Soden völlig losgelöst und erfolgreich an. Am Sonntag gegen Dresden, hier Lina-Marie Lieb (Nr. 3), konnte sie die Niederlage ihres Teams jedoch auch nicht verhindern. Hinter Werscheck sichert Maike Henning (Nr. 4) in dieser Situation ab.
    Foto: Jörg Niebergall

    Die 14- bis 17-jährigen Edeltalente aus dem sächsischen Bundesstützpunkt waren in allen Belangen überlegen, obwohl auch sie tags zuvor gespielt und in Stuttgart mit 0:3 verloren hatten. „Uns hat die geistige Frische gefehlt“, machte VCN-Trainer Bernd Werscheck klar, dass sein Team die Anstrengungen des Vortages offenbar schlechter verdaut hatte als der Gegner.

    Für eine seiner Schützlinge war dies ein besonderes Spiel. Die Vallendarerin Maike Hennig hatte zweieinhalb Jahre lang das Dresdener Volleyballinternat besucht und von einer Erstligakarriere geträumt. Ernüchtert kehrte die 18-Jährige im Frühjahr 2017 in ihre Heimat zurück: „Wir sind nicht gerade im Guten auseinandergegangen“, gab sie nach dem Spiel zu Protokoll, „vor dem Spiel hatte ich drei Wochen lang Albträume.“ Da muss im zwischenmenschlichen Bereich einiges schiefgelaufen sein, wenn Henning von „Stress und Psychoterror“ und von „menschenverachtendem Verhalten“ spricht. Trotz der psychischen Belastung nahm sie schließlich die Herausforderung an: „Ich wollte zeigen, dass ich innerlich gereift bin und dem Druck standhalten kann.“

    Zwar wirkte die Außenangreiferin bisweilen übermotiviert – „sie wollte es ganz besonders gut machen“, konstatierte ihr Trainer Werscheck –, brachte aber auch etliche Schmetterschläge punktgenau ins Ziel, und es war wohl nicht nur ein Friedensangebot, dass Dresdens Trainer Jens Neudeck seinen ehemaligen Schützling als „wertvollste Spielerin“ des VCN erkor. „Sie ist eine super Spielerin, ich hätte gern mit ihr weitergearbeitet“, sagte Neudeck, „aber wir haben auf dem gemeinsamen Weg Richtung erste Liga festgestellt, dass unser Weg nicht ihr Weg ist. Hier in Neuwied ist Maike super aufgehoben, ich wünsche ihr alles Gute.“

    Wen Werscheck zur besten Dresdner Akteurin wählte, war keine Frage. VCO-Kapitänin Camilla Weitzel, 17 Jahre jung und schon eine Führungsspielerin, zog den Neuwiederinnen vor allem mit ihren raffinierten Aufschlägen den Zahn. Im dritten Satz, als die Deichstadtvolleys nach zwei verlorenen Sätzen mit frischem Mut attackierten und sich nicht zuletzt dank einer sechs Punkte währenden Aufschlagserie von Antonija Legcevic eine 12:6-Führung erspielten, blieb die 1,95 Meter lange Dresdnerin, die schon eine heiße Kandidatin fürs Bundesligateam ist, anschließend neun Bälle lang am Aufschlag. Lilly Werscheck machte den nächsten Punkt für den VCN zum 13:16. Die Moral der Neuwiederinnen war geknickt, der Rest nur noch Formsache für Dresden.

    „Wir waren in allen Elementen um zehn Prozent schlechter als der Gegner“, nahm Bernd Werscheck kein Blatt vor den Mund. „Aber wir wissen, woran wir arbeiten müssen: an der Annahme und am Aufschlag. Damit kann man viele Punkte machen, aber uns ist das heute nicht gelungen.“

    Denn auch die eigenen Angaben hatten bei den Deichstadtvolleys diesmal kein Zweitliganiveau. Mehr als ein Dutzend Aufschläge landeten im Netz oder jenseits der Spielfeldbegrenzung und machten manchen Hoffnungsschimmer gleich wieder zunichte. „Das wäre nicht schlimm, wenn wir in etwa die gleiche Anzahl an Assen geschlagen hätten“, machte Coach Werscheck die Bilanz auf, „aber wir hatten bei weitem keine zehn Winner-Aufschläge.“

    Anders der Gegner, der zwar auch eine zweistellige Zahl an Aufschlägen verhaute, auf der anderen Seite aber, siehe Camilla Weitzel, aus der Spieleröffnung eine wirksame Angriffswaffe zu machen verstand. Die Intensität des Stützpunkttrainings macht sich bezahlt: Neudeck bittet seine Mädels zwei Mal am Tag zum Training, 14 bis 15 Stunden pro Woche, die Deichstadtvolleys kommen bei drei wöchentliche Einheiten nicht mal auf die Hälfte.

    Von unserem Redakteur Stefan Kieffer

    VC Neuwied - VC Olympia Dresden 0:3

    VC Neuwied: Jana Schäbitz, Henning, Overländer, Werscheck, Lea Schäbitz, Kamarah, Mahrokh, Legcevic, Voigt, Hellmann, Hoffmann.

    VC Olympia Dresden: Kettenbach, Nitsche, Strubbe, Scholz, Lieb, Weitzel, Stauß, Stemmler, Barthel, Quell, Richter.

    Schiedsrichter: Srdjan Arsic (Mühl-heim am Main) und Thomas Kirn (Eschweiler). – Zuschauer: 250.

    Spielfilm, 1. Satz: 2:0, 4:1, 5:2, 6:4, 8:6, 9:7, 10:10, 11:11, 13:12, 16:13, 17:15, 18:17, 20:18, 21:21, 21:23, 22:25. 2. Satz: 1:5, 3:6, 5:8, 6:9, 7:10, 10:12, 11:15, 14:16, 15:17, 17:23, 18:24, 20:25. 3. Satz: 3:1, 5:3, 11:5, 12:6, 14:16, 17:18, 18:19, 19:20, 20:22, 22:25.

    VC Neuwied - TG Bad Soden 3:1

    VC Neuwied: Henning, Overländer, Jana Schäbitz, Werscheck, Legcevic, Kamarah, Mahrokh, Lea Schäbitz, Hellmann, Voigt, Sabine Hoffmann.

    TG Bad Soden: Blazek, Schultz, Eva Hoffmann, Kunstmann, Hattemer, Schatz, Meusel, Stricker, Beutel, Graf, Bouwer, Dittmann, Jaß.

    Schiedsrichter: Anja Dahl (Wiesbaden) und Thomas Kriehn (Rödermark). – Zuschauer:280.

    Spielfilm, 1. Satz: 1:0, 1:3, 6:4, 7:6, 8:10, 9:11, 10:12, 11:15, 14:22, 18:23, 19:25. 2. Satz: 1:1, 3:2, 7:4, 14:5, 15:7, 16:8, 17:10, 20:14, 21:15, 22:16, 25:20. 3. Satz: 2:0, 4:1, 5:3, 6:4, 9:5, 11:6, 13:7, 15:8, 16:10, 18:12, 21:13, 22:14, 25:18. 4. Satz: 1:0, 1:4, 2:7, 3:8, 5:9, 6:11, 7:12, 8:13, 12:14, 14:15, 16:16, 17:20, 18:22, 19:23, 22:24, 25:25, 27:25.

    Lilly führt VCN zum Sieg gegen Soden

    Neuwied. Einen Moment lang blickte Bernd Werscheck, der Trainer der Neuwieder Deichstadtvolleys, berührt zur Seite, als er auf seine Tochter Lilly beim 3:1-Sieg seines Teams gegen die TG Bad Soden angesprochen wurde. „Klar bin ich stolz auf meine Tochter nach ihrer Leistung heute“, freute sich der VCN-Coach dann. Die 18-jährige Gymnasiastin führte ihre Mannschaft am Samstagabend vor knapp 300 Zuschauern in den kritischen Phasen im zweiten und im vierten Satz auf die Siegerstraße.

    Vater Bernd ist ein Trainer, der nicht im Verdacht steht, seine Tochter in der Mannschaft zu bevorteilen. Eher muss sich die extrovertierte, im Training und bei den Spielen manches Mal unkonzentriert und lässig, oft auch noch zu jugendlich verspielt und hier und da lustlos wirkende Universalspielerin ihre Einsatzzeiten bei ihrem Trainer-Vater härter erarbeiten als andere im Team.

    Schon seit 2015 spielt Lilly Werscheck nun für den VCN in der 2. Bundesliga, hatte unter ihrem vorherigen Trainer Milan Kocian nur selten Einsatzzeiten – was aufgrund ihrer noch sehr jungen Jahre wahrscheinlich nicht verwundert. „Ich mache nichts anders als vorher“, sagte Lilly Werscheck, nachdem sie verdientermaßen von Bad Sodens Trainer Stefan Bräuer zur Spielerin des Spiels (MVP – Most Valuable Player) gewählt worden war, nach der Partie. „Bei Milan war ich schneller wieder vom Feld, wenn ich Fehler gemacht habe“, sagt sie, ohne ihrem früheren Coach dafür große Vorwürfe machen zu wollen. Dennoch: Jetzt fühlt sie sich wesentlich wohler.

    „Die fehlende Konstanz ist bei uns auf jeden Fall erklärbar mit der Jugend und Unerfahrenheit unseres Teams“, resümierte Bräuer das Spiel. „Der erste und zweite Satz waren klar geprägt durch Aufschlag/Annahme. Danach haben wir im dritten Satz nachgelassen. Im vierten Satz hatten wir nicht die Cleverness, um unsere Chancen zu nutzen. Ein bisschen mehr Routine hatte in den entscheidenden Phasen Neuwied. Das war selbst bei einer noch so jungen Spielerin wie Lilly Werscheck zu sehen.“

    Christoph Hansen

    Volleyball (ABCK)
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