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Dillendorf

Am 85. Geburtstag: Egon Schwickert beendet eine beispiellose Karriere

Am heutigen Mittwoch feiert ein Mann seinen 85. Geburtstag, der den Tischtennissport wie kaum ein anderer in der Region Rhein-Hunsrück geprägt hat: der Dillendorfer Egon Schwickert, der in diesen Tagen seinen wohlverdienten Rücktritt erklärt hat. Einer der ersten Gratulanten am heutigen Tag wird der Regionsvorsitzende Jürgen Johann aus Boppard sein, der mit uns auf die Karriere des Ausnahmesportlers zurück blickt.

Ein Mann, eine Platte, ein Schläger, ein Ball: Der Dillendorfer Tischtennis-Ausnahmesportler Egon Schwickert wird heute 85 Jahre alt.  Foto: Anja Becker
Ein Mann, eine Platte, ein Schläger, ein Ball: Der Dillendorfer Tischtennis-Ausnahmesportler Egon Schwickert wird heute 85 Jahre alt.
Foto: Anja Becker

„Wenngleich meine Glückwünsche aufgrund des definitiven Rückzugs aus dem aktiven Tischtennissport von einer Menge Wehmut begleitet sind, so dürfte es sicher niemanden geben, der für Egons Entscheidung nicht vollstes Verständnis aufbringt“, sag Johann. Und das ist in der Tat so, denn wenn jemand nach einer Karriere gespickt von Erfolgen das mit 85 Jahren tut, gebührt ihm eine Menge Respekt. Mit Beginn des Nachkriegsjahres 1947 begann Schwickerts sportliche Laufbahn beim seinerzeit noch jungen SV Kirchberg. Mehr als 70 Jahre hielt er fortan seinem Heimatverein, der später als VfL und TuS Kirchberg firmierte, trotz vielfacher lukrativer Wechselangebote die Treue und galt schnell als Aushängeschild der zwischenzeitlich ältesten Rhein-Hunsrücker Spielgemeinschaft, der Mitte der 1970er Jahre gegründeten SG Kirchberg/Rhaunen.

Erster Einzeltitel in Saison 1950/51

Schnell war der Namen Egon Schwickert in den Siegerlisten des späteren Rhein-Hunsrück-Kreises zu finden und mit dem Gewinn des ersten Einzeltitels – Kreismeistertitel der Männer in der Saison 1950/51 – startete eine beispiellose Erfolgsserie. Insgesamt 86 Meistertitel auf Kreis- beziehunsgweise Regionsebene zieren Schwickerts Sammlung. Hinzu kommen mehr als 30 Titel auf der einstigen Bezirksebene und bei den elitären Seniorenmeisterschaften im Verband Rheinland beendete der Dillendorfer insgesamt 49 Mal mit stolzer Siegesbrust die Leistungsvergleiche als Verbandsmeister.

Auch bei den Südwestdeutschen Einzelmeisterschaften der Senioren, die seit dem Spieljahr 2010/11 als Qualifikationsturnier für die Deutschen Meisterschaften ausgespielt werden, war er erfolgreich und brachte insgesamt neun Titel mit in den Hunsrück, die ihm einen den bis heute bestehenden Bekanntheitsgrad in seiner Heimat und darüber hinaus bescherten. Ganz besonders Stolz, so Johann, habe Schwickert die Finalteilnahme und der hiermit verbundene zweite Platz bei den Deutschen Meisterschaften der Senioren 1985 in der Ü 50-Konkurrenz gemacht. Zwei weitere Einzel-Bronzemedaillen erkämpfte er sich 1986 und 1987. Der dritte Platz im Mixed der Deutschen Seniorenmeisterschaften (Altersklasse Ü 40) im Jahr 1983 – mit Mixed-Partnerin Christel Schönhofen von der SG Speicher-Orenhofen – rundet seine DM- Erfolgsbilanz ab. Als „bestes Turnier seines Sportlerlebens“ bezeichnete Schwickert die Südwestdeutschen-Seniorenmeisterschaften 2008 im pfälzischen Landau, bei denen er innerhalb dreier anstrengender und schweißtreibender Stunden nacheinander die damalige Nummer vier, dann Nummer zwei und zum krönenden Abschluss auch noch die Nummer eins der inoffiziellen deutschen Seniorenrangliste ausschaltete und ganz oben auf dem Podest stand. In der Bundesrangliste der Ü 80-Veteranen wurde er zeitweise als Nummer eins geführt.

Zurück zum Mannschaftswettbewerb: Seit 1948/49 spielte Schwickert in der ersten Männermannschaft, die nach wiederholten Meisterschaften und Aufstiegen ab dem Spieljahr 1953/54 für lange Zeit in der Verbandsliga sowie 1. und 2. Rheinlandliga agierte. 1966/67 gelang mit dem damals aufstrebenden Kirchberger Talent Klaus Schmittinger (späterer Nachwuchs-Bundestrainer) der Aufstieg in die 2. Liga Südwest. Nachdem ein nochmaliger Aufstieg nach zwei Vizemeisterschaften nur knapp scheiterte, verließ der deutsche Jugendmeister des Jahres 1967 Schmittinger (40-facher Nationalmannschafts-Spieler) 1969 den Verein in Richtung Frankfurt, um dort Bundesliga zu spielen. Als unvergessen gelten laut Johann im Hunsrück noch heute die überlieferten täglichen Trainingseinheiten zwischen Schwickert und Schmittinger. „Dem Vernehmen waren auch Weihnachten und Ostern kein Grund, das Training ausfallen zu lassen, Egons Traktor stand angeblich öfters am Trainingssaal, als dass er im Hunsrücker Flur im Einsatz war“, weiß Johann aus Gesprächen mit damaligen Weggefährten Schwickerts.

Sportnadel in Gold vom Verband und Training als Erfolgsrezept

Infolge des Schmittinger-Wechsels zog Kirchberg seine Mannschaft in die 1. Rheinlandliga zurück. Hier agierte Schwickert über viele Jahre als erfolgreicher Spitzenspieler, sodass es nicht verwundert, dass sein Name in den TTVR-Annalen in den Bestenlisten „auf ewig“ verankert ist. Bis 1992/93 spielte Egon Schwickert fortan in der 1. Verbandsliga, seit 1975/76 in der Spielgemeinschaft mit dem TuS Rhaunen. Danach folgten noch viele Jahre in der 2. Verbandsliga. 2008/2009 war dort der Abstieg nicht mehr abzuwenden. In den letzten Jahren war Schwickert trotz altersbedingten Verletzungen dennoch in der 1. und 2. Bezirksliga aktiv und konnte gegen wesentlich jüngere Gegner immer noch überraschende Siege einfahren.

Natürlich fand seine wohl einmalige Karriere ihre verdiente Würdigungen im Verein, in der Tischtennisregion und im Tischtennisverband. So ist Schwickert längst Ehrenmitglied im TuS Kirchberg und im Besitz der Sportnadel in Gold als eine der höchsten sportlichen Anerkennungen, die der Tischtennisverband zu vergeben hat. „Mir ist keine vergleichbar erfolgreiche sportliche Laufbahn bekannt“, sagt Johann beeindruckt.

Schwickert selbst führt gegenüber Johann in seiner ihm eigenen Bescheidenheit neben dem in die Wiege gelegten Talent, das er „Tischtennishändchen“ nennt, als Geheimnis seines Erfolgs eine gesunde Lebensweise und Training, Training und nochmals Training an. Sicher auch mit seiner Frau Ursula Schwickert, die bekanntlich auch viele Meriten auf sämtlichen Ebenen des Tischtennissports eingeheimst hat. „Ich wünsche Egon für die Zukunft im Namen vieler Tischtennisfreunde einfach nur eine Super-Zeit im Kreise seiner Lieben bei guter Gesundheit.“ Dem kann man sich nur anschließen.

Tischtennis (JD)
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