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Bad Neuenahr

65. Senioren-DM in Bad Neuenahr: Steter Kampf und stolzer Blick

Marcus Pauly

In schöner Regelmäßigkeit wiederkehrende Ereignisse sorgen gern für einen Moment des Innehaltens und ein Gefühl der Verwunderung über die dahingaloppierende Zeit. Ist es denn schon wieder so weit? Kann es denn tatsächlich schon wieder ein Jahr her sein, dass der Koblenzer Lars Wellmann bei den Tennis Classics 2017 in Bad Neuenahr seinen zweiten Titel in der Königsklasse Männer 40 gewonnen hat?

Bereit für die 65. Auflage der deutschen Tennismeisterschaften der Senioren in Bad Neuenahr: Turnierdirektorin Annette Bartsch (rechts vom Netz), die 2. HTC-Vorsitzende Elke Meckes (links vom Netz), der HTC-Vorsitzende Karl-Horst Gödtel (links neben ihr) sowie Sponsoren, Förderer und Gönner. Foto: Vollrath
Bereit für die 65. Auflage der deutschen Tennismeisterschaften der Senioren in Bad Neuenahr: Turnierdirektorin Annette Bartsch (rechts vom Netz), die 2. HTC-Vorsitzende Elke Meckes (links vom Netz), der HTC-Vorsitzende Karl-Horst Gödtel (links neben ihr) sowie Sponsoren, Förderer und Gönner.
Foto: Vollrath

Ja, es kann, denn vom 24. Juli bis 5. August steht beim HTC Bad Neuenahr schon wieder die nächste Auflage dieser Deutschen Meisterschaft der Senioren auf dem Programm. Auch Turnierdirektorin Annette Bartsch wundert sich ein wenig: „Es fühlt sich für mich noch nicht ganz logisch an, dass es schon wieder so weit ist.“

Und zwar bereits zum 65. Mal – ein kleines, unrundes Jubiläum dieser DM, die seit jeher in Bad Neuenahr stattfindet. Ein Anreiz zur Rückschau allemal, auch wenn der HTC dieses Jubiläum nicht an die große Glocke hängen möchte, ohne es dabei freilich unter den Teppich kehren zu wollen. Schließlich feiert der HTC in zwei Jahren sein 100-jähriges Bestehen, 2022 folgt die Landesgartenschau in Bad Neuenahr und 2023 dann die 70. Auflage der Senioren-DM – da gibt es noch genug zu feiern.

„Aber man darf mit Stolz zurückschauen“, sagt Bartsch. Wobei sich ihr bei der Betrachtung der alten Bilder der Eindruck vermittelt, dass „die Motive sich doch irgendwie immer noch ähneln“.

Was sich auch nicht ändert, ist der stete Kampf um die Finanzierung dieses immens großen Turniers, an dem im ersten Jahr 54 Aktive und später in der Spitze 914 teilgenommen haben. Und wenn es in diesem Jahr nach zuletzt belebten und schwierigen Zeiten in Sachen Sponsoring zumindest nach außen alles ruhig verlaufen ist, macht der HTC-Vorsitzende Karl-Horst Gödtel deutlich, dass dieser Schein trügt: „Rückschläge gibt es immer.“ Weshalb in diesem Jahr gegenüber dem vergangenen sogar etwas weniger Geld zur Verfügung stehe. Verschmerzbar weniger, aber eben weniger.

Was diesmal weniger an Sponsoren liegt als vielmehr an den Zuschüssen der Verbände. Rund 170.000 Euro beträgt der Etat, der sich in etwa zu gleichen Teilen aus dem Startgeld, Sponsorengeldern und eben Verbandszuschüssen zusammensetzt.

Letztere flossen in diesem Jahr in geringerem Umfang. Auch eine Reaktion darauf, dass der Landesrechnungshofbericht speziell dem Landessportbund (LSB) Misswirtschaft und Verschwendung von Steuergeldern vorgeworfen hatte. Der Sportbund Rheinland (SBR) darf nicht mehr fördern, wenn sich der LSB schon engagiert, zudem gibt es keine Gelder mehr, wenn Preisgelder gezahlt werden.

„Das machen wir aber auch gar nicht“, betont Bartsch. „Es läuft auch noch eine Anfrage beim LSB, es stehen noch Verhandlungen aus“, beschwichtigt SBR-Präsidentin Monika Sauer. Dabei verbindet die Koblenzerin diese Mitteilung mit der ermunternden Aufforderung, sich mit einem Protestschreiben doch selbst an Minister Roger Lewentz zu wenden. Ein Ball, den Gödtel gleich wieder zurückspielt: „Es sind aber doch die Funktionäre, die Druck aufs Ministerium ausüben müssen.“

Zumindest darf der HTC auf die Solidarität von SBR-Präsidentin Sauer bauen. So sagt sie: „Sportförderrichtlinien sollen fördern, nicht verhindern.“ Schließlich fürchtet sie sonst über kurz oder lang, dass Rheinland-Pfalz kaum noch Vereine finden werde für die Ausrichtung große Sportveranstaltungen. Eine nicht unbegründete Sorge. „Es ist ein Dilemma, dass es zu viele Profiausrichter bei Seniorenturnieren gibt“, beklagt Bartsch. Da kann ihr Uli Adams nur beipflichten. Der ist Turnierdirektor beim ITF-Seniorenturnier des TC Bad Breisig vom 5. bis 12. August: „Einige dieser Ausrichter versprechen viel und halten nichts.“

Angesichts dieser schwierigen Gemengelage haben die benachbarten Vereine längst verstanden, dass gegenseitiger Konkurrenzneid da nicht weiterhilft. Und so haben der HTC und der TC Bad Breisig zusammen mit ETuF Essen eine Kooperation ausgerufen, um Synergien zu nutzen. Unter dem Namen „Tennis Triple Germany Seniors“ bieten sie eine kleine Turnierserie an, die in Essen (2. bis 8. Juli) bereits begonnen hat, in Bad Neuenahr weitergeht und in Bad Breisig endet. Wer bei allen drei Turnieren antritt, erhält zehn Prozent Rabatt aufs Startgeld.

Für die ausrichtenden Vereine bietet sich der Vorteil, dass sie ihren Sponsoren eine breitere Plattform bieten können, was sich auch schon positiv ausgezahlt hat. Inwieweit das Angebot von den Aktiven angenommen wird, muss sich noch zeigen.

Die Meldezahlen insgesamt für die Senioren-DM in Bad Neuenahr sind positiv. „Wir haben bislang sogar ein paar Meldungen mehr als im Vorjahr zu diesem Zeitpunkt. Damit werden wir wohl wieder auf rund 700 kommen“, berichtet Bartsch. Meldeschluss für die Altersklassen 40 bis 50 ist erst an diesem Sonntag. Dabei kommen auch alle Meister des Vorjahres – bis auf eine Ausnahme: Daniela Kalthoff, Siegerin in der Frauen-AK 40, macht eine Babypause. Kommen wird auch wieder Marlies Jennis – und das bereits zum 50. Mal, womit sie fast die gesamte DM-Geschichte in Bad Neuenahr miterlebt hat. Ob die Düsseldorferin auch spielen wird, muss sich noch erweisen. Der nunmehr 93-Jährigen sind die Gegnerinnen selbst in der ältesten AK mittlerweile zu jung: Ab 85 gibt es keine neue Altersklasse mehr.

Ausgeschrieben sind für die 13 Turniertage auf den 13 Plätzen auf der Anlage des HTC 20 Einzel-, 17 Doppel- und sieben gemischte Doppelkonkurrenzen. Zu den Umständen, die sich nicht ändern, gehören auch wieder die, dass rund 80 Ballkinder im Einsatz sind und ein umfangreiches Rahmenprogramm geboten wird.

Zu dem gehört auch wieder der White Day, der weiße Tag, am ersten Turniersonntag 29. Juli, an dem Besucher und Aktive gemäß alter Tradition in Weiß erscheinen. Da werden die Motive dann ganz bestimmt denen aus alten Tagen gleichen.

Von unserem Redakteur Marcus Pauly

„Man darf mit Stolz zurückschauen.“

Turnierdirektorin Annette Bartsch mit Blick auf den Umstand, dass die Senioren-DM bereits zum 65. Mal in Bad Neuenahr stattfindet.

„Es sind aber doch die Funktionäre, die Druck aufs Ministerium ausüben müssen.“

Der HTC-Vorsitzende Karl-Horst Gödtel auf den Vorschlag von SBR-Präsidentin Monika Sauer, wegen geringerer Verbandsunterstützung ein Protestschreiben an Minister Roger Lewenz zu richten.

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