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Zell

Dem Schnee-Chaos folgt ein richtig flottes Rennen in Zell

Holger Teusch

Eine halbe Stunde vor dem Start stand der 14. Zeller Raiffeisenbank-Adventslauf noch auf der Kippe. Peter Schmidt, Ehrenvorsitzender des mitausrichtenden Rudervereins Zell, Zells Stadtbürgermeister Hans Schwarz, Bernd Müller von der Läufergruppe des TSV Bullay-Alf und weitere Mitglieder des Organisationsteams standen zusammen und diskutierten, ob gelaufen werden kann. Als die Strecke durch das historische Zentrum der Schwarze-Katz-Stadt am frühen Sonntagvormittag abgesteckt wurde, Absperrgitter gestellt und Flatterbänder gespannt wurden, sah es noch nicht dramatisch aus.

Foto: Holger Teusch

Doch gegen Mittag kam der große Schnee und innerhalb kürzester Zeit waren selbst die kleinen Gassen weiß. Doch mit Besen bewaffnet und vor allem die Zeller Stadtarbeiter mit ihrem Gerät leisteten ganze Arbeit, räumten Schnee und Schneematsch von der Laufbahn. Mit einer halben Stunde Aufschub erkaufte sich das Organisationsteam etwas Zeit.

Genau die richtige Entscheidung: Zeit, um noch mehr zu kehren und vor allem hörte der Schneefall auf. Er sehe keinen Grund, bei diesem Streckenzustand den Lauf abzusagen, sagte der Laufwart des Leichtathletik-Verbands, Wolfram Braun.

Mit einer halben Stunde Verspätung gingen um 14.30 Uhr die Staffeln auf die etwa viermal ein Kilometer lange Strecke – und sorgten trotz der schwierigen Verhältnisse für spannende Rennen. Julia Bauers Bäckerburschen vom nordrhein-westfälischen Club SV Sonsbeck setzten sich in 11:01 Minuten mit sieben Sekunden Vorsprung gegen den PST Trier durch.

Noch spannender wurde das Rennen um den Wanderpokal von Landrat und Schirmherrn Manfred Schnur. Die Pokalverteidiger der Feuerwehr Blankenrath/Strimmig und das Zeller Team Kleine Glocke schenkten sich nichts. Mehrmals wechselte die Führung, aber am Ende holten in 12:17 Minuten mit fünf Sekunden Vorsprung die Lokalmatadoren den „Pott“ zurück an die Mosel.

So erstaunlich die Staffelläufer über das nasse, mit Eiswasser durchsetze Pflaster rannten, ein junger, aus Afrika stammender Mann setzte im sogenannten Raserlauf die Krone auf. Der aus Eritrea stammende und seit einigen Jahren in der Eifel lebende Samuel Fitwi blieb über fünf Kilometer in 14:55 Minuten unter der begehrten Viertelstundenmarke. Durchschnittsgeschwindigkeit: 20 km/h. Der 21-Jährige lag schon nach der 500 Meter langen Einführungsrunde unter anderem mit Yannick Pütz in Front. Der Greimersburger verpasste als bester Cochem Zeller als Sechstplatzierter in 16:05 Minuten am Ende eine Top-Fünf-Platzierung äußerst knapp.

Fitwi siegte mit einer Dreiviertelminute Vorsprung vor Marco Müller vom LC Euskirchen (15:41) und seinem Vereinskameraden Yannik Duppich von der LG Vulkaneifel (15:46). Dem 27-Jährigen hätte gut auch gerne Zweiter werden können. Doch statt hinter Führungsfahrradfahrer Hermann „Heizer“ Richard zu laufen, bog Duppich nach gut 100 Metern falsch ab. Nachdem er seinen Fehler bemerkt hatte, gab der schnellste 10.000-Meter-Läufer des Leichtathletik-Verbands Rheinland nicht auf, sondern startete eine couragierte Aufholjagd, die nur fünf Sekunden hinter dem Zweitplatzierten endete.

Nora Schmitz, die zum zweiten Mal nach 2015 siegte, wäre fast gar nicht nach Zell gekommen. „Wir sind zweieinhalb Stunden gefahren, eine Stunde länger, als sonst“, erzählte die 25-Jährige aus Hellenthal in der Nordeifel. Die beschwerliche Anreise lohnte sich: In 18:04 Minuten siegte sie vor ihrer Vereinskameraden Lotta Schlund vom PST Trier (18:23). „Es ließ sich erstaunlich gut laufen. Der Räumdienst hat ganze Arbeit geleistet“, lobte die Rheinland-Crosslauf-Meisterin. Das aufspritzende Schmelzwasser an den Waden merke man im Wettkampfmodus kaum. Ebenfalls noch unter 19 Minuten blieb in 18:46 Minuten bei ihrem dritten Adventslaufstart Sonja Vernikov von Alemannia Aachen. Die aus Cochem stammende Vera Martens, die jetzt für den TV Waldstraße Wiesbaden startet, gewann in 21:17 Minuten die Altersklasse der über 45-Jährigen (W45).

In den Jugendklassen gab auf der 1050 Meter langen Strecke der Zwölf- bis Fünfzehnjährigen einen Doppelsieg für die Kreis Cochem-Zell: Luca Savioli setzte sich in 3:27 Minuten gegen Tom Bäcker vom Mittelmoseltriathlon-Team durch. Bei den Mädchen gab es durch Sarah Gräf (3:47) und Hanna Görgen (3:49) einen TVC-Doppelsieg.

Dass nur in den ersten beiden Jahren weniger Teilnehmer zum Zeller Raiffeisenbank-Adventslauf kamen, konnten die Organisatoren nach der Aufregung bis kurz vor dem Rennen verkraften. „Petrus hat doch noch ein Einsehen gehabt“, freute sich Peter Schmidt. Man habe immerhin bisher immer Glück mit dem Wetter gehabt. 349 Läufer im Ziel sei immer noch ein erstaunliches Ergebnis angesichts des Wetterchaos beim 14. Zeller Adventslauf.

Von unserem Mitarbeiter Holger Teusch

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Nora Schmitz (linkes Foto, Nummer 5) war die Schnellste durch die vom Schnee befreiten Straßen in Zell, die Eifelerin gewann nach 2015 erneut beim Adventslauf. Bester Cochem-Zeller bei den Männern war der Greimersburger Yannick Pütz (rechtes Foto), der als Sechster ins Ziel kam. Schnellster Mann war Samuel Fitwi, der die fünf Kilometer in 14:55 Minuten bewältigte.

Fotos: Teusch
Leichtathletik (JD)
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