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Cochem

200 Kilometer in 24 Stunden für den guten Zweck

Rund 200 Kilometer in 24 Stunden für einen guten Zweck heißt es am Freitag und Samstag wieder beim Hospizlauf. Der längste und in gewisser Hinsicht vielleicht stimmungsvollste Lauf der Region führt die Mosel entlang vom Deutschen Eck in Koblenz (Start Freitag, 12 Uhr) bis zum Hospizhaus in Trier (Ankunft Sonntag, 12 Uhr). Die Schirmherrschaft hat Bundesjustizministerin Katarina Barley übernommen. Etwa ein Drittel der Strecke führt heute bis zum späten Abend durch den Kreis Cochem-Zell. Auch die größte Pause findet traditionell auf COC-Gebiet, in Zell, statt und wird seit dem zweiten Hospizlauf vom Bäckermeister Christian Bauer organisiert.

Laufen für den guten Zweck und bei toller Kulisse wie hier mit der Cochemer Reichsburg im Rücken: Das ist der Hospizlauf zwischen Koblenz und Trier, der wie immer lange durch den COC-Kreis führt. Foto:  Holger Teusch
Laufen für den guten Zweck und bei toller Kulisse wie hier mit der Cochemer Reichsburg im Rücken: Das ist der Hospizlauf zwischen Koblenz und Trier, der wie immer lange durch den COC-Kreis führt.
Foto: Holger Teusch

Wer angesichts der unmenschlichen Distanz beim Hospizlauf an ausgemergelte Extremsportler denkt, irrt gewaltig. Die Idee stammt vom Ultramarathonläufer Jörg Engel. Dieser lief 2004 erstmals (zudem an einem eisigen Februar-Wochenende) nonstop von Koblenz nach Trier. Der Intensivkrankenpfleger aus Morbach wollte damit auf das im Aufbau befindliche Trierer Hospizhaus aufmerksam machen und Spenden sammeln. Ein Jahr später rief Engel Mitläufer auf, ihn auf Teilabschnitten zu begleiten – allein schon der Ablenkung wegen. Als 2006 erstmals im Sommer gelaufen wurde, war das Eis im wahrsten Sinne gebrochen.

Seitdem laufen immer mehr Menschen mit. Im vergangenen Jahr mehr als 1000. Die Atmosphäre im Pulk gerade an lauen Sommerabenden auf den Streckenabschnitten im Kreis Cochem-Zell ist schon legendär. Sogar eine Gruppe aus Köln hat sich angesagt. Im Rahmen der Aktion Mondlauf will auch der Lauftreff des TV Cochem viele Läufer insbesondere auf die Etappe von Treis-Karden (Treffpunkt 16.58 Uhr hinter dem Baumarkt im Ortsteil Treis) nach Cochem. Diese führt wegen der Baustelle zwischen Klotten und Cochem erstmals über die Wiesen- und Waldwege am rechten Moselufer, bevor in Cochem (Ankunft 18.04 Uhr) wieder auf die Eifelseite gewechselt wird.

Nachdem Engel und nach ihm Gerhard Geisen aus Heddert im Hochwald jeweils zweimal die gesamte Distanz absolvierten, hat das seit einem Jahrzehnt niemand mehr geschafft. Was auch gar nicht nötig ist. Ob einen Kilometer oder gar die Marathondistanz, jeder kann sich dem Hospizlauf anschließen. An der Spitze sorgen erfahrene Läufer für ein gleichmäßiges Tempo von etwa sechseinhalb Minuten pro Kilometer (etwa 9 km/h). Das ist so entspannt, dass etliche Läufer in Gespräche schon die Zeit vergessen haben und irgendwann verwundert feststellten, dass sie weiter gelaufen waren, als sie es sich je zugetraut hatten.

Trotz des Erfolgs des Hospizlaufs, für die mit zunehmender Größe immer komplexere Organisation braucht das vereinsübergreifende und -unabhängige Team dauernd neue Mitstreiter. „Wir suchen Nachwuchs an Helfern. Am besten solche, die notfalls auch ein größeres Fahrzeug haben“, sagt Haas. Mittlerweile ist das Engagement von Anwohnern an der Strecke groß und teilweise schon legendär, wie das von „Streuselkuchen-Petra“, die seit Jahren samstags kurz nach Sonnenaufgang in Piesport mit Backwaren und heißem Kaffee wartet. Aber im Tross der Nichtläufer, die beispielsweise die 20 Wasserstationen aufbauen, Obst schneiden und für einen reibungslosen Lauf sorgen, könnten manche Positionen ruhig personell stärker besetzt sein. Soweit die Vorräte reichen, bietet das Organisationsteam die Hospizläufer an den Versorgungsstellen (mindestens alle zehn Kilometer) mit Getränken, Obst und sonstigen Stärkungen. Ein Anspruch darauf besteht aber ebenso wenig wie auf einen Rücktransport zum persönlichen Ausgangspunkt. Hier ist Eigeninitiative beziehungsweise -verantwortung gefragt. teu

Mehr Informationen unter www.hospizlauf.de

Hospizlauf-Stationen im Kreis Cochem-Zell

Die Stationen des Hospizlaufes im Kreis Cochem-Zell am Freitag im Überblick:

16 Uhr Moselkern (Ortsmitte)

16.58 Uhr Treis-Karden (Am Laach, hinter Baumarkt, 7,7 km)

18.04 Uhr Cochem (Busparkplatz, 9 km)

19.38 Uhr Parkplatz hinter Poltersdorf (12,8 km)

21.04 Uhr Bremm (11,7 km)

22.40 Uhr Zell, Café Bauer am Schwarze-Katz-Platz (12,8 km)

23.57 Uhr Reil (Brücke, 8,6 km)

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