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    Bad Kreuznach

    Hallenschwur zeigt in Endphase Wirkung

    Die Spieler des Kreuznacher HC rennen aufs Spielfeld, jubeln lautstark, umarmen sich. Auf der anderen Seite trotten die Akteure des Dürkheimer HC apathisch vom Feld, gucken sich mit leerem Blick an. Ihr ansonsten so lautstarker Trainer Andreas Schanninger ist still geworden. Mit diesem 6:6 (2:4) in der Bad Kreuznacher IGS-Halle hatten die beiden Hockeyteams nicht gerechnet. Schließlich holte der KHC in den letzten Minuten mit einer beeindruckenden Teamleistung und dank seiner starken Fitness ein 3:6 auf. Der Punktgewinn fühlte sich vor allem deshalb so wertvoll an, weil er der erste in der Zweitliga-Saison ist und gegen den Traditionsklub unerwartet eingefahren wurde. "Das Remis fühlt sich sehr gut an, richtig klasse", sagte KHC-Trainer Christian Winkler.

    Ständiger Unruheherd: KHCler Florian Mussgay (rotes Trikot) beschäftigte mehrfach drei Dürkheimer Gegenspieler und markierte das 2:2.  Foto: Klaus Castor
    Ständiger Unruheherd: KHCler Florian Mussgay (rotes Trikot) beschäftigte mehrfach drei Dürkheimer Gegenspieler und markierte das 2:2.
    Foto: Klaus Castor

    Von unserem Redakteur Olaf Paare

    45 Minuten waren gespielt, als Jonathan Schmitt für die Gäste zum 6:3 ins leere Tor traf. Der KHC benötigte eine Ecke, um wieder ins Spiel zurückzufinden. Marcel Hippchen hämmerte sie in die Maschen. Acht Minuten blieben auf der Uhr stehen. Nur Sekunden später ereignete sich die vielleicht spielentscheidende Szene: Ein Bad Dürkheimer räumte den bärenstarken, weil flinken, ballsicheren und fintenreichen Moritz Jürgensen ab. Der Schiedsrichter zögerte nicht lange, schickte den Pfälzer mit einer Gelben Karte auf das Sünderbänkchen - fünf Minuten Überzahl für die Bad Kreuznacher. Winkler nahm eine Auszeit und erklärte dem Team seine Spielidee. "Christian hat klug gewechselt und taktisch viel richtig gemacht", lobte Torwart Benjamin Blaschke seinen Trainer. Und das, obwohl er selbst raus musste. Die Bad Kreuznacher agierten nun mit einem Feldspieler mehr. "Die 6:4-Überzahl haben wir gar nicht mal gut ausgespielt", analysierte Winkler. Doch es reichte zum 5:6 durch Christopher Zerfaß. Mit einem sensationellen Solo vernaschte Moritz Jürgensen die Dürkheimer Abwehr. Sein Abschluss landete am Pfosten. Zerfaß drückte die Kugel über die Linie.

    Auch wenn weitere Treffer ausblieben, die Gastgeber bewegten die DHC-Abwehr, machten sie mürbe. Das führte dazu, dass sich Christopher Matz 1:01 Minuten vor dem Ende einen Fehler leistete, als ihm die Kugel nach einer Aktion von Moritz Jürgensen ungefährdet an den Fuß sprang. Nun musste Zerfaß erneut ran. Die erste Ecke hatte er zum 3:4 knallhart versenkt, die zweite Hippchen aufgelegt. "Durch die Videos kennen die Gegner die Ecken in- und auswendig, deshalb musst du noch intensiver überlegen, welche Variante du wählst", berichtete Zerfaß. Und er machte alles richtig: Der Kapitän entschied sich für den Direktschuss und versenkte eiskalt zum 6:6. Die 100-prozentige Erfolgsquote nach Strafecken war zweifelsohne einer der Gründe für den Teilerfolg.

    Ein anderer stand im Kasten. Blaschke hielt die Gastgeber lange im Spiel. "Er hat dafür gesorgt, dass der Vorsprung der Dürkheimer nur so groß war, dass wir noch einmal zurückkommen konnten", lobte Winkler. Blaschke stand aber auch in der ersten Hälfte seinen Mann, als er ein Dutzend erstklassiger DHC-Chancen bereinigte. Bereits nach einer Minute waren die Gäste in Führung gegangen, nach drei Zeigerumdrehungen stand es bereits 0:2. Erinnerungen an das 1:14 zum Auftakt wurden wach. "Bei mir nicht. Das waren einfach Unachtsamkeiten von uns. Da war Chrissi Zerfaß noch nicht so überragend wie in den 57 folgenden Minuten. Ich wusste, dass wir das abstellen", sagte Winkler. Er sollte recht behalten. Nach elf Minuten war der Gleichstand hergestellt. Sehr auffällig agierte in Hälfte eins Florian Mussgay. Er war oft anspielbereit und brandgefährlich. Erstklassig, wie sich der Stürmer beim 2:2 mit der Kugel am Schläger um den Torwart drehte. Allerdings: Mussgay hatte noch weitere Treffer auf dem Schläger, vergab aber mehrfach aus aussichtsreicher Position - auch in der zweiten Hälfte, als die Gäste auf 6:3 davonzogen.

    Doch der KHC kam zurück - auch eine Sache des Willens und der Einstellung. "Wir haben uns vor dem Spiel darauf eingeschworen, dass das unsere Halle ist und unsere Zuschauer. Und dass es nur sehr schwer sein wird, aus dieser Halle etwas mitzunehmen. Das haben die Dürkheimer bei unserer Aufholjagd zu spüren bekommen, und das werden auch die anderen Gäste noch merken", erklärte Blaschke. "Wir haben uns von Spiel zu Spiel gesteigert. Deshalb ist dieser Punkt als Belohnung auch so wichtig für uns", sagte Frederik Jürgensen. "Wir sind jetzt an den Dürkheimern in der Tabelle dran. Das ist eine gute Basis für die nächsten Spiele", erklärte Jan Beringer. Und Winkler attestierte seinem Team: "Das Wochenende hat gezeigt, dass wir konkurrenzfähig sind in der Zweiten Liga, wenn wir konzentriert spielen. Das haben wir gegen Dürkheim erneut nicht über 60 Minuten geschafft, aber über lange Zeit und vor allem in der Schlussphase."

    Ein bisschen enttäuschend war übrigens der Rahmen: keine Choreografie, keine Schlachtengesänge, wenig Zuschauer. Das erste Heimspiel der neuen Runde war nicht zu vergleichen mit den stimmungsvollen Auftritten in der Vorsaison. Vielleicht hat ja auch den Interessierten der Glaube an diesen unerwarteten Ausgang gefehlt.

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