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    Koblenz

    Vulkan-Ladies verlieren und müssen absteigen

    21.12 Uhr in der Arena Leipzig am Mittwochabend: Seit 13 Minuten steht der Abstieg der Vulkan-Ladies Koblenz/Weibern aus der Handball-Bundesliga fest, da quälen sich auch Annika Ingenpaß und Dóra Varga enttäuscht von der Ersatzbank aus in den Stand und in die Kabine.

    30 Minuten lang hielten die Vulkan-Ladies um Ivana Sazdovski, die über weite Phasen anstelle von Hildur Thorgeirsdóttir im rechten Rückraum spielte, in Leipzig gut mit. Danach brachen sie jedoch komplett ein und traten die Heimreise als Erstliga-Absteiger an.  Foto: René Weiss
    30 Minuten lang hielten die Vulkan-Ladies um Ivana Sazdovski, die über weite Phasen anstelle von Hildur Thorgeirsdóttir im rechten Rückraum spielte, in Leipzig gut mit. Danach brachen sie jedoch komplett ein und traten die Heimreise als Erstliga-Absteiger an.
    Foto: René Weiss

    Es ist ein Bild mit Symbolcharakter: Das Kreisläufertalent und die ungarische Linksaußen verlassen Hand in Hand fast als letzte Spielerinnen der Gäste den Innenraum der Halle in Richtung Katakomben. Als wollten Ingenpaß und Varga, zwei von wahrscheinlich nur vier Spielerinnen, die auch noch in der kommenden Saison dem Kader angehören, ausdrücken: "Wir gehen auch diesen schweren Weg zusammen" - den Weg, der nach drei Jahren in der höchsten deutschen Spielklasse nun definitiv in die 2. Liga führt.

    Die Vulkan-Ladies hatten gehofft, gegen den HC Leipzig irgendwie eine Überraschung zu schaffen und die Abstiegsplätze zu verlassen. Daraus wurde bei der 29:41 (17:18)-Niederlage genauso wenig wie aus einer letzten theoretischen Chance auf ein Happy End am letzten Spieltag zu Hause gegen den TuS Metzingen, weil die SVG Celle anders als die Mannschaft von Caslav Dincic in der Lage war, zwei eher unerwartete Punkte einzusacken. Mit 24:23 gewann der Aufsteiger gegen die HSG Blomberg-Lippe, was den Vulkan-Ladies den endgültigen Erstliga-Garaus bereitete.

    Dabei lebte der Glaube an zumindest einen Punktgewinn in Leipzig gut 30 Minuten lang. Die Vulkan-Ladies, zunächst mit Ivana Sazdovski für Hildur Thorgeirsdóttir und damit drei Rechtshänderinnen im Rückraum angetreten, zeigten bis zur Pause im Angriff eine ihrer besten Leistungen in dieser Saison. Sie ließen sich von drei Pfostentreffern in den ersten sechs Minuten nicht entmutigen, spielten zielstrebig, nutzten ihre Chancen recht konsequent und zeigten vor allem auch selten gesehene Abschlussstärke aus dem Rückraum. "Wir haben in der ersten Halbzeit auf beiden Seiten schönen Handball gesehen", fand auch Trainer Caslav Dincic.

    Noch zufriedener wäre der Serbe jedoch gewesen, wenn die Abwehr mehr Gegenwehr gezeigt hätte. Die befand sich in Leipzig nämlich zu keinem Zeitpunkt auf der Höhe des Geschehens und hatte gegen das Tempospiel des HCL immer das Nachsehen. Weil aber auch die Gastgeber vor der Pause nicht konsequent deckten, sahen 1361 Zuschauer eine von beiden Seiten mit offenem Visier geführte Partie, die lange nach Schema F verlief: Leipzig legte eine Zwei-Tore-Führung vor, Koblenz/Weibern reagierte mit dem Anschlusstreffer. Erst in der 25. Minute brachen beide Teams aus diesem Rhythmus aus, als Kelly Vollebregt zum 14:14 ausglich.

    Die Vulkan-Ladies zeigten, dass sie in guten Phasen mit gestandenen Bundesliga-Teams durchaus mithalten können. Phasenweise, aber nicht über die komplette Spielzeit, und so wendete sich die Partie nach einem ausgeglichenen ersten Abschnitt noch zu einem Debakel. Dieses nahm direkt nach Wiederbeginn seinen Lauf. Vom anfänglichen Mut, Entscheidungen zu treffen, war auf einmal nicht mehr viel übrig geblieben, die Verantwortung wurde wieder von hier nach dort weitergeschoben. Nahezu die einzige Spielerin, die in der zweiten Halbzeit eine Ausnahme bildete, war Zorica Despodovska, die aus dem linken Rückraum sechs von zwölf Gästetoren nach dem Seitenwechsel erzielte. "Wir haben den Start in die zweite Halbzeit verpennt", brachte es Caslav Dincic auf den Punkt. Sein Team hatte die gute Vorleistung in kürzester Zeit verspielt - 26:19 hieß es nach 40 Minuten für Leipzig.

    Fortan ergab sich die Mannschaft ihrem Schicksal. Sie wusste, dass sie gegen diesen nun entfesselt spielenden Gegner keine Chance mehr hatte. "Mit der Einstellung in der Abwehr bin ich total unzufrieden", bemängelte der Trainer die fehlende Gegenwehr. Dass Nationalspielerin Luisa Schulze am Kreis auf zehn Treffer kam, mag im Wesentlichen an ihrem Gardemaß von 1,90 Meter Körpergröße gelegen haben. Dieser Vorteil ermöglichte ihr, Bälle im "zweiten Stock" anzunehmen und sie zu verarbeiten. Dass der HCL-Rückraum und die Außen jedoch mit einfachsten Körpertäuschungen die Deckung vor Evelien Grob ausschalteten, konnte Dincic nicht verstehen. "41 Gegentore darfst du nicht kassieren. Egal, ob du absteigst oder nicht", meinte er am Hallenmikrofon.

    Zu diesem Zeitpunkt wusste er noch nichts von Celles Sieg über Blomberg. Diese Botschaft kam erst zwei Minuten später bei ihm an. Und damit auch die Gewissheit, dass nun ein "Neuanfang" eine Klasse tiefer eingeleitet wird. Mit einem fast rundum erneuerten Kader, dem zum jetzigen Zeitpunkt sieben Neuzugänge aus sieben Nationen angehören. Daraus muss Caslav Dincic eine Einheit formen, die möglichst schnell wieder in die 1. Liga aufsteigen will. Die Liga, aus der sich Annika Ingenpaß und Dóra Varga am Mittwochabend in Leipzig zunächst einmal Hand in Hand verabschiedeten.

    Von unserem Mitarbeiter

    René Weiss

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