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Sohren

Gösenroth: Mehr Klasse und mehr Motivation

Sina Ternis

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge blickte Jochen Tatsch, Trainer der SG Gösenroth/Laufersweiler nach dem 30:25-Derbysieg gegen die HSG Kastellaun/Simmern auf die Anzeigetafel. „Die Jungs haben gezeigt, was sie zu leisten imstande sind. Aber ich hätte lieber heute verloren und dafür fünf andere Spiele gewonnen.“ Dadurch, dass Friesenheim II sein Match zeitgleich gewonnen hat, bleiben die Gastgeber auf dem letzten Platz der Handball-Oberliga. „Sie könnten durchaus auch 16 Punkte mehr haben“, sagte Gästecoach Axel Schneider. Er sagte es, weil er sich im Vorfeld der Partie alle Videos angesehen hatte, er sagte es aber auch vor dem Eindruck des eigenen Spiels. „Sie verfügen über die individuelle Klasse.“

Auch die große Unterstützung durch ihre zahlreichen Zuschauer half der HSG Kastellaun/Simmern (in Weiß, von links mit Andi Zigelis und Laszlo Gilanyi) wenig: Die Gäste verloren in Sohren beim Schlusslicht SG Gösenroth/Laufersweiler (von links Florin Nicolae und Luca Schneider) mit 25:30. Foto: Peter Scherer
Auch die große Unterstützung durch ihre zahlreichen Zuschauer half der HSG Kastellaun/Simmern (in Weiß, von links mit Andi Zigelis und Laszlo Gilanyi) wenig: Die Gäste verloren in Sohren beim Schlusslicht SG Gösenroth/Laufersweiler (von links Florin Nicolae und Luca Schneider) mit 25:30.
Foto: Peter Scherer

Diese individuelle Klasse wurde schon in der Anfangsphase deutlich, als der rumänische Rückraumspieler Florin Nicolae immer wieder seine Mitspieler in Szene setzte. Als Heinrich Löwen die ersten fünf Treffer für sein Team erzielte. Als Keeper Pascal Olivier mit seinen Paraden den HSG-Angriff zur Verzweiflung brachte. „Pascal war schon einer der Garanten für den Sieg“, sagte sein Coach. Während Löwen und Nicolae phasenweise ihre Stärken zeigten, tat es der Torwart über die gesamte Partie. Er hielt Siebenmeter, er hielt jeden HSG-Wurfversuch über die Außen, er agierte bei vielen Tempogegenstößen glänzend.

Zurück zum Anfang: Rund 280 Zuschauer waren in die Sohrener Schulturnhalle gekommen, mehr als die Hälfte davon waren Anhänger der HSG aus Kastellaun und Simmern. Die hatten also das erste Duell gewonnen. Auf dem Feld lief es weniger gut. Einmal führten die Gäste in der Anfangsphase, nämlich mit 2:3. Das sollte die letzte Führung bleiben. Gösenroth kämpfte sich in die Partie, war vor allem in der Defensive hochkonzentriert. Und wenn die Gäste doch mal eine Lücke fanden, war meist Olivier zur Stelle. „Uns war klar, dass wir das Spiel nur über die Defensive gewinnen können“, sagte Tatsch. Doch dessen Team präsentierte sich auch in der Offensive durchschlagskräftig. Immer wieder über Tempogegenstöße nach Paraden des Keepers. So auch zum 8:5, als Olivier gegen Patrick Hess parierte, der am Kreis perfekt freigespielt worden war. „Es war ja nicht so, dass wir uns die Chancen nicht rausgespielt hätten“, haderte Schneider.

Der war selbst beim Halbzeitstand von 9:14 aus seiner Sicht durchaus noch optimistisch, dass sein Team die Partie noch würde drehen können. Und in der 40. Minute keimte bei den Rot-Weißen tatsächlich Hoffnung auf. Es war die Phase, in der das Spiel tatsächlich auf der Kippe stand: Es stand 17:16 für Gösenroth. Die Gastgeber waren in Unterzahl. Die Halle kochte. Vor allem auf SG-Seite. Da waren viele Zuschauer nicht einverstanden mit den Entscheidungen der Schiedsrichter, die zu viele Zeitstrafen für die einen (das eigene Team) und zu wenige für die anderen (die HSG) verteilen würden. Die Mannschaft auf dem Platz blieb von der Hektik allerdings relativ unbeeindruckt, und Stefan Hermann markierte in doppelter Unterzahl das 18:16. Anschließend hielt Olivier einen Siebenmeter von Henrik Walb. „Ja, das war schon eine schwierige Phase“, gestand Tatsch. „Uns ist da auch der HSG-Wechsel von Andrius Zigelis auf Walb entgegengekommen“, sagte er und spielte auf die Anlaufschwierigkeiten des Rückraumspielers an. Walb ließ einige gute Möglichkeiten liegen. Und so überstand die SG auch diese Phase und hielt den Abstand von zwei bis drei Toren konstant. Bis zur Schlussphase. Da war Löwen zwar durch Manndeckung komplett aus dem Spiel genommen, dafür sprang Anton Domaschenko ein, der drei Treffer aus dem Rückraum erzielte. „Diese Schlagwürfe haben wir einfach nicht in den Griff bekommen. Weder bei Löwen noch bei Domaschenko“, sagte Schneider.

Das war einer von vielen Gründen, warum die SG eine am Ende vollkommen verdienten Sieg landete. Aber der ganz entscheidende Faktor war die Motivation. „Sie haben einfach mehr eingebracht als wir“, erkannte der Gästecoach an. Ob es am Ende noch für den Klassenerhalt reicht, bleibt offen. Dass die SG in der Liga bestehen kann, hat sie jedenfalls gezeigt. Und genau deswegen blickte Tatsch noch einmal mit einem lachenden und einem weinenden Auge auf die Anzeigetafel.

Von unserer Mitarbeiterin
Sina Ternis

SG Gösenroth/Laufersweiler - HSG Kastellaun 30:25 (14:9)

Gösenroth: Olivier, M. Scherschlicht – Schneider (2), Röhrig, E. Hermann, Nicolae (1), Koch (3), F. Saam, Conrath (3), Reuter, Löwen (8), S. Hermann (5), Domaschenko (5), M. Friedrich (4/4).

Kastellaun: Kölsch, Korbion – Gilanyi (2), Spreda, B. Wetstein (2/1), Wendling (1), Zigelis (8/4), Dämgen, Hess (1), Walb (5/1), Helaoui (6), Hoff, Priesterbach.

Schiedsrichter: Haas und Müller (Osthofen).

Zuschauer: 280.

Spielfilm: 4:4 (9.), 10:6 (16.), 12:8 (20.), 14:9 (Halbzeit), 15:12 (34.), 19:17 (44.),24:22 (52.), 27:23 (57.), 30:25 (Endstand).

Nächste Aufgabe für Gösenroth: am Samstag (19.30 Uhr) in Völklingen; für Kastellaun: am Sonntag (17 Uhr) daheim gegen Mundenheim.

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