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Leipzig

WM-Besuch ist für Alicia Soffel ein Anreiz

Gert Adolphi

Gestern ist Alicia Soffel aus Leipzig zurückgekehrt. Die 18-jährige Handballerin aus Breitenheim hatte in der sächsischen Metropole an einer Fortbildungsmaßnahme für das U20-Nationalteam teilgenommen. „Es war ein eher ungewöhnlicher Lehrgang“, sagt Alicia Soffel. „Normalerweise stehen bei solchen Zusammenkünften drei Einheiten pro Tag auf dem Programm. In Leipzig haben wir – wenn überhaupt – nur einmal trainiert.“

Alicia Soffel – hier am Ball bei der Heimniederlage gegen die Füchse Berlin – will sich in der zweiten Bundesliga durchsetzen, Erfahrung sammeln und in ein, zwei Jahren mit der FSG Mainz 05/Budenheim aufsteigen.  Foto: Bernd Eßling
Alicia Soffel – hier am Ball bei der Heimniederlage gegen die Füchse Berlin – will sich in der zweiten Bundesliga durchsetzen, Erfahrung sammeln und in ein, zwei Jahren mit der FSG Mainz 05/Budenheim aufsteigen.
Foto: Bernd Eßling

Grund für die geringe Belastung der jungen Spielerinnen war die Weltmeisterschaft der Frauen, die derzeit in Deutschland stattfindet. Leipzig war vom Deutschen Handballbund (DHB) auch nicht aus Zufall als Ort der Maßnahme gewählt worden. In der dortigen Arena finden die Vorrundenspiele der Gruppe D statt, in der auch Deutschland spielt. Drei Begegnungen verfolgten die U20-Auswahlspielerinnen live in der Halle. Am Freitag wurden sie Zeuge des deutschen 28:15-Auftaktsiegs über Kamerun. Am Samstag folgte die Partie Niederlande gegen Südkorea, am Sonntag sahen die Nachwuchshandballerinnen den zweiten Erfolg der Gastgeberinnen – das 23:18 über Südkorea. „Wenn es schon einmal eine Heim-WM gibt, sollten wir das auch mitkriegen“, erläuterte Soffel. „Das kommt ja nicht so oft vor.“

Die Atmosphäre in der Leipziger Arena war gut, aber nicht überschäumend. „Ich hatte es mir noch krasser vorgestellt“, sagt die Breitenheimerin. „Am Sonntag war das Spiel spannender. Da war auch die Stimmung besser.“ Nur zum Zuschauen und Anfeuern hatte der DHB seine Hoffnungsträgerinnen nicht nach Leipzig eingeladen. Der Nachwuchs sollte auch Anschauungsunterricht erhalten. „Wir sollten uns die Spielzüge genauer anschauen“, berichtet Alicia Soffel. „Geredet haben wir anschließend zwar nicht drüber, aber man guckt natürlich auch, was die Spielerin auf deiner Position macht und ob man da etwas lernen kann.“

Der WM-Besuch war ein Dankeschön des Verbandes an seine Nachwuchsspielerinnen, sollte aber auch Anreize setzen. „Wenn man die Nationalmannschaft spielen sieht, hofft man, dass man da auch mal hinkommt“, sagt Soffel. „Da muss ich aber noch ein bisschen dran arbeiten. Denn das Angebot an Rückraumspielerinnen ist groß.“

Bei der FSG Mainz 05/Budenheim, dem Vereinsteam der Breitenheimerin, läuft die Saison gut, aber nicht überragend. Nachdem die FSG in den vorigen Spielzeiten überwiegend um den Verbleib in der Zweiten Bundesliga gekämpft hat, steht das Team derzeit als Siebter in der oberen Hälfte der Tabelle. „Wir sind recht gut mit Siegen gestartet“, sagt Alicia Soffel. „Dann kamen auch Niederlagen dazu. Das war aber nicht so tragisch.“ Seit drei Partien sind die Mainzer und Budenheimer Frauen allerdings sieglos. Auf ein 28:28 in Waiblingen folgte die 20:26-Heimniederlage gegen die Füchse Berlin und das knappe 23:24 in Herrenberg. „Diese drei Spiele wollten wir eigentlich gewinnen, wir hätten sie auch gewinnen müssen“, sagt die Breitenheimerin. „Wir wissen, dass wir Fehler gemacht haben. Daran müssen wir arbeiten.“ Der Start mit 4:0 Punkten hatte im Umfeld der FSG bereits Wünsche geweckt. „Wir könnten weiter oben stehen“, räumt die 18-Jährige ein. „Ich denke, wir werden uns auch noch weiter vorarbeiten, wenn wir abrufen, was wir können.“ Den Aufstieg hatte die Frauenspielgemeinschaft in dieser Saison noch nicht als Ziel ausgegeben. „Man hat gemerkt, dass wir noch zu jung und unerfahren sind“, sagt Soffel. „Aber in den nächsten ein, zwei Jahren wollen wir schon den Sprung ins Oberhaus schaffen.“ So lange will sie noch mindestens in Budenheim bleiben, denkt derzeit nicht an einen Wechsel zu einem Erstligisten. „Das käme für mich etwas zu früh“, sagt die 18-Jährige. „Ich sammle lieber noch Erfahrung in der Zweiten Liga. Da kann ich noch dazulernen.“

Ihre eigene Leistung beschreibt Soffel als konstant. Zwar gibt es immer wieder Schwankungen, doch ein komplett unterirdisches Spiel hat sie noch nicht abgeliefert. „Meist bin ich zwischen der 20. und 25. Minute reingekommen“, sagt die 18-Jährige. „Dann lief es ganz gut.“ Für Thomas Zeitz ist sie in der Jokerrolle wertvoll. Soffel setzt Impulse und bringt frischen Biss in eine Partie. In Herrenberg brachte der FSG-Trainer sie, als das Team deutlich zurücklag. Mit Soffel kämpften sich die Gäste wieder heran. Sie selbst warf sechs Tore. Zum Ausgleich reichte es aber nicht.

Soffel selbst stört es nicht, dass sie nicht zur Startformation gehört. „Für mich ist das okay“, sagt die Spielerin. „Die Erfahrungen der vorigen Saison haben gezeigt, dass es nicht so gut lief, wenn ich von Beginn an auf dem Feld stand.“ Dann war sie zu aufgeregt und ließ sich zu mehr Fehlern als gewöhnlich verleiten.

Außer im Zweitliga-Team spielt Alicia Soffel auch mit den A-Juniorinnen der FSG in der Bundesliga. Als Gruppensieger haben die Nachwuchsspielerinnen die Zwischenrunde erreicht. Dort treffen sie auf den Buxtehuder SV, die SG Bietigheim und die WJSG Bad Soden. „Die Zwischenrunde wollen wir auf jeden Fall noch überstehen“, sagt Soffel. „Dann schauen wir, wie es weitergeht. Vielleicht schaffen wir noch das Viertelfinale.“ Die Frauen-WM wird sie natürlich auch weiterverfolgen. Ab jetzt aber im Fernsehen.

Von unserem Mitarbeiter Gert Adolphi

Handball (E)
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