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Koblenz

TuS und Rot-Weiß Koblenz im Pokalfinale: Der Traum vom Sieg am Pfingstmontag

Michael Stahl (30), Kapitän des Fußball-Regionalligisten TuS Koblenz, ist ein alter Hase im Pokal. Für Derrick Miles (28), den schnellen Außenstürmer von Oberligist Rot-Weiß Koblenz, ist ein Finale vor großer Kulisse Neuland. Vor dem „Finale daheim“, dem Koblenzer Endspiel um den Rheinlandpokal zwischen der traditionsreichen TuS und den rot-weißen Emporkömmlingen am Pfingstmontag (12.30 Uhr) im Stadion Oberwerth, haben wir mit den beiden gesprochen.

Wer jubelt am Montag? Michael Stahl (links) ist mit der TuS Koblenz Favorit im Pokalendspiel, doch Derrick Miles (rechts) und seine Kollegen von Rot-Weiß Koblenz (rechts) dürfen von der Sensation träumen. Fotos: Wolfgang Heil
Wer jubelt am Montag? Michael Stahl (links) ist mit der TuS Koblenz Favorit im Pokalendspiel, doch Derrick Miles (rechts) und seine Kollegen von Rot-Weiß Koblenz (rechts) dürfen von der Sensation träumen. Fotos: Wolfgang Heil
Foto: heil

Was bedeutet ein Pokalsieg für Sie und für Ihren Verein?

Stahl: Unfassbar viel. Ein DFB-Pokalspiel ist ein besonderer Höhepunkt, egal, wie alt du bist. Dafür lebst du, dafür spielst du Fußball. Die Anspannung, das Kribbeln macht den Reiz eines Finales aus. Wirtschaftlich kann ein Pokalsieg für TuS Koblenz eine Riesennummer werden, das ist wie ein Großsponsor. Und wenn man gar das Erstrundenspiel im DFB-Pokal gewinnt, dann reden wir von Summen, die für einen Regionalligisten Wahnsinn sind.

Miles: Allein das Erreichen des Finales ist für Rot-Weiß eine Riesensache. Rot-Weiß kann nur als Gewinner aus dem Endspiel herausgehen. Und was mich persönlich betrifft: Von klein auf will man mal in einem Finale stehen. Jetzt habe ich diese Möglichkeit, das ist ein absoluter Traum.

Michael Stahl, Sie haben diesen Traum schon häufiger erlebt.

Stahl: Für mich ist es das vierte Finale. 2005 und 2006 stand ich als 17- und 18-Jähriger im Kader. Und letztes Jahr beim Sieg gegen Trier war ich Stammspieler. Dieses Gefühl, wenn der Schlusspfiff kommt und du hast gewonnen, hältst etwas in der Hand, das ist das Größte, was du als Regionalligaspieler bei TuS Koblenz erreichen kannst.

Im Pokalspiel gegen Hertha BSC 2010 haben Sie aus 61 Metern ein Tor des Jahres erzielt, das bundesweit Beachtung fand. Was hat dieses Tor mit Ihnen gemacht?

Stahl: Es hat mich bekannter gemacht. Mit mir persönlich hat das wenig gemacht. Ich wage zu behaupten, dass ich immer noch derselbe bin, gewachsen, älter geworden und noch mehr an die TuS geschweißt. Die Erinnerung an dieses Erlebnis ist wunderschön.

Wer jubelt am Montag? Michael Stahl (links) ist mit der TuS Koblenz Favorit im Pokalendspiel, doch Derrick Miles (rechts) und seine Kollegen von Rot-Weiß Koblenz (rechts) dürfen von der Sensation träumen. Fotos: Wolfgang Heil
Wer jubelt am Montag? Michael Stahl (links) ist mit der TuS Koblenz Favorit im Pokalendspiel, doch Derrick Miles (rechts) und seine Kollegen von Rot-Weiß Koblenz (rechts) dürfen von der Sensation träumen. Fotos: Wolfgang Heil
Foto: heil

Sie spielen mit einer Unterbrechung seit 15 Jahren bei der TuS. Wollten Sie nie woanders spielen?

Stahl: 2011, nach dem Rückzug in die Dritte Liga, habe ich lange über einen Vereinswechsel nachgedacht. Damals hatte ich noch Karrierepläne, habe mich aber dann entschieden, bei der TuS zu bleiben. Heute bin ich froh und glücklich, dass es so gekommen ist. Die Momente, die ich bei der TuS hatte, haben mich zu dem gemacht, der ich bin. Tor des Jahres, Führungsspieler, Kapitän – ich hätte einen anderen Weg einschlagen können, aber ich bereue nichts. Dieser Verein bedeutet mir sehr viel.

Derrick Miles, Sie spielen seit 2012 bei Rot-Weiß. Woher rührt Ihre Vereinstreue?

Miles: Ich habe schon in der Rot-Weiß-Jugend gespielt und über den Umweg FC Metternich wieder zurückgefunden. Hier habe ich immer gute Erfahrungen gemacht, immer in guten Mannschaften gespielt. Mit Trainer Fatih Cift kam dann das gewisse Etwas hinzu, das letzte Puzzleteil, das gefehlt hat, um aufzusteigen. Ich habe nie einen Anlass gesehen zu wechseln. Der Verein ist wie eine kleine Familie.

Haben Sie nie von einer Profikarriere geträumt?

Miles: Ich bin Realist und habe schon vor Jahren erkannt, dass ich mit dem Fußball nicht das große Geld verdienen kann. Deshalb habe ich mich auf meinen Beruf fokussiert und das Fußballspielen zu meinem Hobby gemacht.

Sie haben auch schon gegeneinander gespielt. Erinnern Sie sich?

Stahl: Im Rheinlandpokal 2012 hat Derrick uns mit Metternich in der 6. Minute einen reingesetzt. Da ist er von der halbrechten Seite reingelaufen und hat abgezogen, ein schönes Tor. Ich habe dann ausgeglichen, und wir haben uns am Ende mit 3:1 durchgesetzt.

Miles: Dieses Tor war ein besonders schöner Moment für mich. Da waren 2000 Zuschauer in der Kaul, in dieser besonderen Atmosphäre. Das vergisst man nicht.

Was fällt Ihnen ein zum Fußballer Michel Stahl?

Miles: Das ist ein Name, der in Koblenz bekannt ist. Er ist ein Gesicht von TuS Koblenz. Einer, der vorangeht, der immer 100 Prozent gibt. Es tut weh, gegen ihn zu spielen. Michael ist ein echter Leader, ein Spieler, wie man ihn sich in jeder Mannschaft wünscht.

Stahl: Danke.

Sie können das Kompliment gern zurückgeben.

Stahl: Auf jeden Fall. Derrick war schon in Metternich ein auffälliger Spieler, wenn er über außen gekommen ist – spielst Du da immer noch? Manchmal, wenn man ein paar Jahre älter wird …

Miles: Ich bin doch erst 28 …

Stahl: Er kann was kreieren, der Junge, davor muss man immer auf der Hut sein. Kreativität ist vorhanden, Schnelligkeit auch. Das hat man damals schon gesehen, dass er uns Probleme bereitet hat.

Michael Stahl, warum gewinnt die TuS am Montag?

Stahl: Wir wollen den Weg weitergehen, den wir mit Anel Dzaka begonnen haben, und da anknüpfen, wo wir die Saison beendet haben. Mit dieser Überzeugung und diesem Glauben gehen wir ins Finale, und ich glaube, dass wir die Qualität haben, um zu gewinnen. Auch wenn wir wissen, was uns erwartet.

Derrick Miles, warum gewinnt Rot-Weiß?

Miles: Wir wollen unsere Supersaison krönen. Dafür müssen wir ein nahezu perfektes Spiel abliefern und dürfen uns nicht von der Kulisse einschüchtern lassen. Aber wir gehen ohne Druck ran, wir wollen dieses Spiel genießen. Wenn dann jeder in die Waagschale wirft, was er leisten kann, glaube ich an unsere Chance.

Das Gespräch führte Stefan Kieffer

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