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Koblenz

Das Rheinlandpokal-Endspiel ist eine erstaunliche Premiere

Das Koblenzer „Gipfeltreffen“ am Pfingstmontag (12.30 Uhr, Stadion Oberwerth) zwischen den aktuell erfolgreichsten und höchstklassigen Fußballvereinen der Stadt ist eine Premiere. Kaum zu glauben, aber wahr: Noch nie haben die Rheinlandpokal-Finalisten TuS Koblenz, früher TuS Neuendorf, und TuS Rot-Weiß Koblenz mit ihren ersten Mannschaften in einem Pflichtspiel gegeneinander gekickt. Nicht im Pokal und schon gar nicht in einer Punktrunde.

Thomas Hardt, der Archivar des Fußballverbandes Rheinland (FVR), hat einige interessante historische Daten zur Verfügung gestellt. Die Koblenzer Rot-Weißen gehörten in der Nachkriegssaison 1946/47, als sich ein Ligensystem im Rheinland mit etliche Irrungen und Wirrungen zu entwickeln begann, der fünfgleisigen Verbandsliga an. In den 1950er- und 1960er-Jahren spielte Rot-Weiß meist in der Bezirksliga und später in der 2. Amateurliga. In der Saison 1951/1952 traf die TuS Rot-Weiß in der damals drittklassigen Bezirksliga erstmals auf die zweite Mannschaft der TuS Neuendorf und sicherte sich am Saisonende den Titel vor dem Stadtrivalen. Aufsteigen durfte damals übrigens keiner von beiden, weil zur neuen Saison eine Ligenreform in Kraft trat.

In den Oberliga-Heimspielen wie hier beim 1:1 gegen den SV Gonsenheim (blau-weiße Spielkleidung) muss TuS Rot-Weiß Koblenz (vorn mit Marvin Sauerborn) schon froh sein, wenn mal mehr als 150 Zuschauer den Weg zum Kunstrasenplatz Oberwerth finden. Am Pfingstmontag dürfte es für die Rot-Weißen aber deutlich mehr Zuspruch geben, zum Rheinlandpokal-Finale gegen den benachbarten Regionalligisten TuS Koblenz werden mindestens 5000 Besucher im Stadion Oberwerth erwartet.  Foto: Wolfgang Heil
In den Oberliga-Heimspielen wie hier beim 1:1 gegen den SV Gonsenheim (blau-weiße Spielkleidung) muss TuS Rot-Weiß Koblenz (vorn mit Marvin Sauerborn) schon froh sein, wenn mal mehr als 150 Zuschauer den Weg zum Kunstrasenplatz Oberwerth finden. Am Pfingstmontag dürfte es für die Rot-Weißen aber deutlich mehr Zuspruch geben, zum Rheinlandpokal-Finale gegen den benachbarten Regionalligisten TuS Koblenz werden mindestens 5000 Besucher im Stadion Oberwerth erwartet.
Foto: Wolfgang Heil

Zwischen 1955 und 1960 stand das „kleine“ Stadtderby regelmäßig auf dem Spielplan, dann wieder in der Saison 1970/71 in der Kreisliga A Koblenz für drei Jahre. Nach der Saison 1973/74 stieg Rot-Weiß in die 1. Kreisklasse ab, die TuS-Zweite folgte 1977. Das Stadtduell der heute besten Klubs im Schängelland war 1977/78 nur noch sechstklassig. 1990 stiegen Rot-Weiße und TuS-Reserve aus der Kreisliga D in die Kreisliga C auf, der unaufhaltsame Höhenflug des Koblenzer Vorstadtklubs hatte begonnen: 1994 Meister der Kreisliga B, 2000 Meister Kreisliga A, 2011 Meister Bezirksliga Mitte, 2016 Meister Rheinlandliga.

Erst 2009/10 standen sich Rot-Weiße und TuS-Zweite in der Bezirksliga wieder gegenüber. Die TuS II gewann beide Spiele (4:3 und 4:1) und sicherte sich Meistertitel und Rheinlandliga-Aufstieg, darauf mussten die Rot-Weißen bis 2011 warten. Im Pokal standen sich die Reserve der TuS und Rot-Weiß Koblenz auch schon einmal gegenüber. In der dritten Runde der Saison 2008/09 siegte Rot-Weiß knapp mit 1:0. Die Fans des aktuellen Regionalligisten TuS Koblenz können sich an viele legendäre Pokalendspiele erinnern. Neun Mal standen die Blau-Schwarzen im Finale, fünf Mal gingen sie als Sieger vom Platz. Lange Jahre musste der Rheinlandpokal ohne den Leuchtturmverein auskommen, weil die TuS als Ober- oder Regionalligist automatisch für den höherklassigen Südwestpokal qualifiziert war. Erst 1974, als die Zweite Bundesliga gegründet wurde, nahm die damalige TuS Neuendorf erstmals teil – und verlor prompt beim ersten Auftritt gegen A-Ligist SV Maischeid. Der erste Pokalsieg gelang den Koblenzern 1978 (1:0 gegen Wirges), die weiteren 1979 (4:1 gegen Eisbachtal), 2005, 2006 (jeweils gegen den SV Roßbach/Verscheid) und zuletzt 2017 beim 2:1 in Salmrohr gegen den alten Rivalen Eintracht Trier. Die Trierer sind mit 15 Titeln der Rekordsieger und haben drei Endspiele gegen die TuS gewonnen, eines davon 2007 gegen die zweite Mannschaft der Koblenzer. Erster Gewinner des Rheinlandpokals vor 64 Jahren war übrigens die Spvgg Höhr-Grenzhausen – lang ist's her.

Von unserem Redakteur

Stefan Kieffer

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