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Koblenz

Das Finale wird ein Festtag für den Koblenzer Fußball

Walter Desch will seine Vorfreude aufs Finale daheim nicht verhehlen: „Koblenz gegen Koblenz in Koblenz, das hat's noch nie gegeben“, stimmt der Präsident des Fußballverbands Rheinland (FVR) auf das Endspiel um den Rheinlandpokal am Pfingstmontag, 21. Mai, um 12.30 Uhr ein. Die Konstellation ist tatsächlich einmalig und so recht nach dem Geschmack der Fußballinteressierten in und um die Rhein-Mosel-Stadt: Pokalverteidiger TuS Koblenz, seit den ersten Nachkriegstagen – damals als TuS Neuendorf – unbestritten die Nummer eins im Koblenzer Fußball, trifft auf den Emporkömmling TuS Rot-Weiß Koblenz.

Die nachbarschaftliche Rivalität verleiht dem ohnehin spannungsgeladenen Endspiel, in dem es nicht nur um sportliche Meriten geht, sondern auch um viel Geld, zusätzliche Brisanz. Die ungewöhnliche Anstoßzeit – sozusagen High Noon am Oberwerth – ist der Fernsehübertragung geschuldet. Wie in den vergangenen beiden Jahren tragen (fast) alle Landesverbände ihr jeweiliges Pokalendspiel am selben Tag aus; die ARD widmet nahezu den kompletten Fernsehtag (von 12 bis gegen 18 Uhr) unter dem Titel „Finaltag der Amateure“ den Konferenz-Übertragungen aus den Finalstadien in drei Blöcken mit jeweils sieben Spielen.

Solch ein Pokalfinale gab's im Rheinland noch nie: Koblenz gegen Koblenz in Koblenz. FVR-Präsident Walter Desch freut sich mit Rot-Weiß-Trainer Fatih Cift (Mitte) und TuS-Coach Anel Dzaka (links). Foto: Stefan Kieffer
Solch ein Pokalfinale gab's im Rheinland noch nie: Koblenz gegen Koblenz in Koblenz. FVR-Präsident Walter Desch freut sich mit Rot-Weiß-Trainer Fatih Cift (Mitte) und TuS-Coach Anel Dzaka (links).
Foto: Stefan Kieffer

Der Vorverkauf für diesen fußballerischen Saisonhöhepunkt läuft auf vollen Touren, an die 3000 Tickets sollen bereits verkauft sein. Wenn das Wetter tatsächlich so mitspielt, wie es die Prognosen versprechen, sollte eine Zuschauerzahl von deutlich mehr als 5000 keine Utopie sein.

Vor allem für die Spieler des Oberligisten Rot-Weiß, von denen etliche auch eine TuS-Vergangenheit haben, wird das ein ungewohntes Ambiente sein. „Meine Spieler sollen diese Partie genießen“, sagt Rot-Weiß-Trainer Fatih Cift und will den allergrößten Druck von seinen Akteuren nehmen. „Ich hoffe, dass sie das hinkriegen und sich aufs Wesentliche konzentrieren. Wenn zu viele Emotionen im Spiel sind, macht man Fehler.“

Der ehrgeizige Coach, der den Verein mit dem Oberligaaufstieg vor zwei Jahren aus der Quasi-Bedeutungslosigkeit geholt hat und nach Platz fünf im Aufstiegsjahr auch in der zweiten Saison wohl einen Platz im oberen Tabellendrittel erreichen wird, schiebt die Favoritenrolle dem etablierten Klub zu, der noch um die weitere Zugehörigkeit zur Regionalliga bangen muss: „Die TuS kennt den Druck, wir nicht.“

Anel Dzaka, der seit seiner Amtsübernahme als TuS-Trainer sein Team vom scheinbar sicheren Absteiger wieder zu einer wettbewerbsfähigen Mannschaft hochgepäppelt hat, vermeidet allzu selbstbewusste Töne. „Im Finale gibt es keinen Favoriten“, sagt er, „wir haben großen Respekt vor den Rot-Weißen. Und mein Freund Fatih ist ein Fuchs.“

In der Saison 2004/2005 gehörten Cift und Dzaka als Spieler zum Kader des damaligen Regionalligisten TuS Koblenz, standen aber kurioserweise nie gemeinsam im blau-schwarzen Trikot in einem Pflichtspiel auf dem Platz. Auch ihre Pokal-Historie ist überschaubar. Dzaka stand 2005 im Endspiel in Wirges gegen Roßbach-Verscheid und steuerte einen Treffer zum 2:0-Sieg der TuS bei, im Jahr darauf fehlte er gegen denselben Gegner verletzt (Ergebnis 2:1). Cift verpasste das 2005er Finale in Wirges ebenso wie das Endspiel 2001, als die TuS gegen Eintracht Trier im Elfmeterschießen verlor, wurde aber beim 1:2 gegen Salmrohr 2002 in Darscheid wenigstens eingewechselt.

„Für mich persönlich ist dieses Endspiel etwas ganz Besonderes“, schwärmt Cift, „ich weiß nicht, ob es etwas Schöneres geben kann.“ Für die TuS Koblenz ist statt purer Vorfreude eher bange Spannung angesagt. Die 115.000 Euro, die der Pokalsieger als Antrittsprämie für die erste Hauptrunde bekommt, wären dem stets klammen Traditionsverein nicht nur herzlich willkommen, die Summe ist wahrscheinlich sogar existenziell wichtig für die Zukunft. Doch Dzaka hält den Ball flach: „Jeder Verein kann dieses Geld gut gebrauchen.“ Auch die Rot-Weißen: „Wir schwimmen nicht im Geld“, sagt Fatih Cift, „und würden uns über einen Zuschuss zur Verbesserung unserer Infrastruktur freuen.“ Für den Vorstadtklub wären die 10.000 Euro, die der Finalverlierer erhält, „auch schon etwas wert“, wie Cift in aller Bescheidenheit betont. Unterm Strich sind sich beide Trainer aber einig, die Rechnerei anderen zu überlassen: „Für uns steht das Sportliche im Vordergrund.“

Und wer gewinnt nun das Finale daheim und schleppt den Pokal in die heimische Vitrine? Vielleicht weiß es der Experte: „Ich werde oft gefragt: Und was tippst du?“, verrät Verbandspräsident Walter Desch mit einem Schmunzeln. Seine Antwort: „Erst mal tipp' ich nix.“ Gegen eine Verlängerung oder ein Elfmeterschießen am Pfingstmontag hätte der Präsident jedenfalls nichts einzuwenden: „Ich habe sonst nichts vor an diesem Tag.“

Von unserem Redakteur Stefan Kieffer

Eisbachtaler verzichten auf den Gang vors Schiedsgericht

Rheinlandligist Sportfreunde Eisbachtal, unglücklicher Halbfinal-Verlierer gegen die Koblenzer Rot-Weißen, will nicht zum Spielverderber werden. Nachdem die Westerwälder mit ihrem Einspruch gegen die Spielwertung in zwei Instanzen gescheitert sind, verzichten sie nun auf den angekündigten Gang vors FVR-Schiedsgericht. Eisbachtals Spieler Andreas Hundhammer hatte ebenso wie Rot-Weiß-Torwart Tobias Oost eine Woche zuvor im Ligabetrieb eine Rote Karte gesehen.

Weil im für die Oberliga zuständigen Regionalverband Südwest Sperren nur für den jeweiligen Wettbewerb verhängt werden, im Rheinland aber für Pflichtspiele jeder Art, durfte Oost im Pokal spielen, Hundhammer aber nicht. FVR-Rechtswart Norbert Weise kündigt nun Abhilfe an: Künftig sollen die Rheinland-Klubs in solchen Fällen einen Antrag stellen, dass die Sperre nur für Punktspiele gilt. Die Rechtsinstanzen sollen dem dann entsprechen.

„Die traditionelle Kiste Stubbis macht den Fußball auch aus, besonders im Amateurbereich.“

Detlev Port vom Pokalsponsor, der Bitburger Brauerei, fällt es nicht schwer, einen Bezug der Kickerei zum Produkt seiner Firma herzustellen.

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