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Koblenz

Interimslösung für die TuS: Bringt Anel Dzaka die Koblenzer zurück in die Spur?

Anel Dzaka ist wieder da. Der mittlerweile 37-Jährige, der die sportliche Hochzeit der TuS Koblenz als Spieler in den Jahren 2004 bis 2008 (109 Regional- und Zweitligaspiele, 32 Tore) prägte wie kein anderer, soll nach der Entlassung von Trainer Petrik Sander nun als Interimslösung helfen, den drohenden Abstieg in die Oberliga zu verhindern. Die Mission beginnt mit dem Auswärtsspiel am Samstag (14 Uhr) beim VfR Wormatia 08 Worms.

Entschlossener Blick nach vorn: Der ehemalige Koblenzer Profi Anel Dzaka will als Interimstrainer der TuS versuchen, die Mannschaft aus ihrer misslichen Lage in der Regionalliga-Tabelle zu manövrieren.  Foto: Thomas Frey
Entschlossener Blick nach vorn: Der ehemalige Koblenzer Profi Anel Dzaka will als Interimstrainer der TuS versuchen, die Mannschaft aus ihrer misslichen Lage in der Regionalliga-Tabelle zu manövrieren.
Foto: Thomas Frey

Wirklich weg war der gebürtige Bosnier seit seinem letzten Einsatz im blau-schwarzen Trikot der TuS am 23. Mai 2015 (2:5 beim SC Freiburg II) aber nicht, zumal er auch in Arzheim wohnt. Seine lange und erfolgreiche Karriere (unter anderem Stationen bei Bayer 04 Leverkusen und dem 1. FC Kaiserslautern) hat er damals zwar offiziell beendet, begleitet hat er die Koblenzer seither aber als Trainer diverser Jugendmannschaften. Zuletzt betreute er die U17 des Vereins verantwortlich in der Regionalliga Südwest, vorläufiges Ende seines Wirkens war ein 4:1 am Sonntag im Testspiel gegen den SV Wehen Wiesbaden.

„Ein tränenreicher Abschied“, sagte er mit Wehmut in der Stimme: „Aber jetzt konzentriere ich mich voll und ganz auf meine neue Aufgabe.“ Und die ist bei seinem ersten Engagement im Seniorenbereich eine extrem knifflige, schließlich steht die TuS einmal mehr vor dem freien Fall in die Oberliga. Den Abstiegskampf in Koblenz kennt Dzaka aus seiner letzten Saison als Aktiver noch zur Genüge, im Sommer 2015 versank die TuS in der Bedeutungslosigkeit der fünften Liga. Vorübergehend. Ein Szenario, das sich zu wiederholen scheint.

Dzaka ist in Zeiten klammer Kassen eine interne Lösung, die sich der Verein wird leisten können. „Ich bin ja bereits angestellt“, sagt er. Ein zusätzliches Salär in überschaubarer Höhe kann die TuS stemmen, da in der Winterpause durch diverse Transfers etwas an Budget frei geworden ist. Fast schon logisch, dass der Interimscoach nach den ersten Eindrücken beim Premierentraining am Dienstag versucht, positive Stimmung zu verbreiten: „Die Mannschaft hat Qualität. Laufen und kämpfen ist zwar wichtig, aber wir müssen vor allem mehr Fußball spielen.“ Null Punkte und null Tore in zwei Spielen nach Ablauf der Winterpause gegen abstiegsbedrohte Konkurrenz lassen vermuten, dass es schon ein wenig mehr sein muss, um den Karren wieder manövrierfähig zu machen.

Dzaka ist im Besitz der Trainer-B-Lizenz, damit darf er die Koblenzer zumindest in einer dreimonatigen Übergangsfrist verantwortlich betreuen. Rein rechnerisch passt das gerade so, am 12. Mai endet die Saison für die TuS mit dem Auswärtsspiel bei der SV 07 Elversberg. Er hat vorgebaut, um im Erfolgsfall weitermachen zu dürfen: „Ich bin im Juni und November jeweils zwölf Tage in meinem Heimatland, um die A-Lizenz zu erwerben. Die ist international gültig.“ Ob Dzaka tatsächlich bis Saisonultimo im Amt bleibt, wird in erster Linie von den erzielten Ergebnissen in den nächsten Wochen abhängen. Dirk Laux, im Koblenzer Präsidium zuständig für den sportlichen Bereich, sagt: „Die Übereinkunft ist nicht befristet. Wir schauen mal, wie sich die Sache entwickelt. Außerdem ist es in so einer Situation auch legitim, nach anderen Lösungen zu suchen.“

Co-Trainer Gilbert Gorges, der die Mannschaft mit seiner A-Lizenz ebenfalls direkt hätte übernehmen können, bleibt zwar an Bord, wirkt aber weiterhin nur im Hintergrund: „Ich erfülle meinen Vertrag bis zum Saisonende, werde mich dann aber anderweitig orientieren. Schließlich stand ich mit Petrik Sander in der Verantwortung, dann trage ich letztlich auch die Konsequenzen mit.“

Etwas paradox: Sollte Dzaka (oder ein adäquater Nachfolger) die Mission erfolgreich zu Ende bringen, stünde der finanziell nicht auf Rosen gebettete Verein vor einem Problem. Der am Sonntag entlassene Sander steht im Fall der erneuten Regionalliga-Zugehörigkeit ein weiteres Jahr bis Juni 2019 auf der Lohnliste. Sollte der 57-jährige aus Quedlinburg in der nächsten Zeit oder aber erst ab Sommer woanders einsteigen, würde das den Etat merklich entlasten. „Das müssen wir dann mit ihm und auch einem neuen Verein im Detail verhandeln“, stellt Nils Wiechmann, bei der TuS zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit, klar.

Von unserem Mitarbeiter Bodo Heinemann

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