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    Zwickau

    TuS Koblenz verdient sich Respekt an einem denkwürdigen Pokalabend

    Respekt war das Zauberwort beim Pokalabenteuer der TuS Koblenz gegen Dynamo Dresden in Zwickau in der ersten DFB-Pokalrunde. Respekt verdiente sich der Regionalligist trotz der unglücklichen 2:3 (1:1)-Niederlage gegen den Zweitligisten, gegenseitiger Respekt kennzeichnete auch das Verhalten der beiden Fangruppen – 4000 Dresdner, 400 Koblenzer –, die sich vor allem in der Respektlosigkeit gegenüber dem gemeinsamen „Gegner“ einig waren: „Fußballmafia DFB“ schallte es immer wieder im Wechselgesang durch das schmucke Zwickauer Stadion.

    Die TuS-Fans hinter dem Tor sind entsetzt: Dresdens Torwart Markus Schubert hat den Elfmeter von Andreas Glockner (links) abgewehrt und den Koblenzern die Verlängerung geklaut.  Foto: Robert Michael
    Die TuS-Fans hinter dem Tor sind entsetzt: Dresdens Torwart Markus Schubert hat den Elfmeter von Andreas Glockner (links) abgewehrt und den Koblenzern die Verlängerung geklaut.
    Foto: Robert Michael

    Der Verband hatte seine Fürsorgepflicht gegenüber den Amateuren vom Rhein-Mosel-Eck bekanntlich so ausgelegt, dass er ihnen eine 430 Kilometer lange Anreise zum Heimspiel der ersten DFB-Pokalhauptrunde zumutete, statt die Partie auf einen Termin zu verlegen, an dem sie im näheren Umkreis oder gar im dann fertiggestellten Oberwerth-Stadion hätte stattfinden können. „Ich hätte dieses Spiel schon gern im Oberwerth-Stadion gesehen“, merkte TuS-Trainer Petrik Sander an. Angesichts des engen Verlaufs wäre in einem echten Heimspiel vielleicht noch mehr dringewesen für die TuS, die couragiert, leidenschaftlich und konditionsstark auftrat und den favorisierten Zweitligisten an den Rand einer Pokal-„Blamage“ drängte.

    Die Schlüsselszene war natürlich der Elfmeter-Fehlschuss von Routinier Andreas Glockner nach dem ungeschickten Schubser des Dresdner Abwehrspielers Florian Ballas gegen Dejan Bozic fünf Minuten vor dem Ende. „Es tut mir unglaublich leid, dass ich verschossen habe “, bekannte Glockner, „ich hatte zwei Gedanken im Kopf, der erste wäre der richtige gewesen. Ich habe mich umentschieden und damit falsch gelegen. Aber so ist der Fußball.“ Links unten hatte er den Ball hingeschossen, der 19-jährige Dynamo-Torwart Markus Schubert war genau dorthin abgetaucht und wehrte ab.

    Der erleichterte Jubel der Dresdner Spieler und Fans nach dem Schlusspfiff zeigte, wie sehr der Favorit gezittert hatte. Schon der frühe Führungstreffer der TuS nach Glockners weitem Einwurf („Den hätte es eigentlich für uns geben müssen“, moserte Dynamo-Trainer Uwe Neuhaus hinterher), dem konsequenten Nachsetzen von André Marx gegen Ballas und dem coolen Abschluss von Bozic zeigte den „Gästen“, dass ihnen alles andere als ein Spaziergang bevorstand.

    Trotz des prompten Ausgleichs fünf Minuten später blieb die TuS gleichwertig und hatte ebenso wie der Gegner noch zwei weitere Großchancen durch Glockners Distanzschuss, den Gästekeeper Markus Schubert gerade noch zur Ecke lenkte (20.), und durch Bozics Schuss an den Außenpfosten (42.). Auf der anderen Seite rettete TuS-Torwart Chris Keilmann im Eins-gegen-Eins gegen Horvath (22.), und der abgefälschte Schuss von Lucas Röser landete ebenfalls am Pfosten (36.).

    „Wenn's zur Halbzeit 3:2 für uns steht, kann sich keiner beschweren“, merkte Sander fröhlich an – und ärgerte sich kurz nach Wiederbeginn über ein „dusseliges Foul“ seines lauffreudigen Stürmers Dimitrios Popovits am eigenen Strafraum. Den Freistoß versenkte Dresdens Spezialist Philip Heise zum 2:1. Nun erwarteten die meisten Betrachter eine schnelle Entscheidung zugunsten der Profis.

    Doch trotz mehr als 70 Prozent Ballbesitz, wie die Statistiker ermittelten, liefen die Dresdner dem dritten Tor vergeblich hinterher, die TuS verteidigte geschickt, schloss die Lücken in der Verteidigung schnell und konsequent und störte den Spielaufbau des Gegners durch frühes und unermüdliches Anlaufen.

    Die eine oder andere Chance hatte Dresden trotzdem, Aias Aosman verstolperte nach der Vorarbeit des überragenden Sascha Horvath (63.), Röser verfehlte am kurzen Pfosten nur knapp (71.), doch dann war plötzlich die TuS wieder da, setzte sich in der gegnerischen Hälfte fest. Popovits machte mit einem frechen Solo, einem Haken um Ballas herum und dem mutigen Abschluss zum 2:2 seinen Fehler wett – und leitete eine dramatische Schlussphase ein, die diesem Pokalspiel die wenigsten noch zugetraut hatten.

    „Wir sind zurückgekommen, das rechne ich der Mannschaft hoch an“, lobte Sander, „nach dem 2:2 wollten wir in der regulären Spielzeit gewinnen, um die Verlängerung zu vermeiden.“ Stattdessen traf Aosman ungehindert vom Strafraum zum 3:2 für Dresden (84.), und im direkten Gegenzug bot sich Glockner die Elfmeterchance. „Für viele unserer jungen Spieler war dies das erste große Spiel. Sie hätten es verdient gehabt, so etwas ein zweites Mal zu erleben“, ärgerte sich Fehlschütze Glockner.

    Die Kollegen waren bemüht, ihrem Standardspezialisten bei aller Enttäuschung keinen Vorwurf zu machen. „Das Glück war nicht auf unserer Seite, bei Glockners Schuss, den der Torwart abgewehrt hat, bei meinem Pfostenschuss und beim Elfer“ bilanzierte Bozic, und Michael Stahl stellte fest: „Wir können stolz sein, wir haben die Tradition guter Pokalspiele der TuS Koblenz fortgesetzt.“ Für die TuS-Fans – deren Anreise bekanntlich von den Dresdner Kollegen mit mehr als 4000 Euro bezuschusst wurde, Respekt auch dafür – hatte sich die strapaziöse Tour nach Westsachsen gelohnt – trotz der Niederlage.

    Sander gab seinen Spielern das Wochenende frei: „Das haben sich die Jungs verdient, einige gehen schon ziemlich auf dem Zahnfleisch.“ Ansonsten wollte sich der Coach nicht allzu lange mit dem Erlebten aufhalten. sondern schaute nach vorn: „Mir stellt sich jetzt die Frage: Nehmen wir die positiven Aspekte mit in die Liga oder werden wir das Negativerlebnis mit uns herumschleppen?“ Dass sein Team in der Zwickau-Form in der Regionalliga nicht zu den Abstiegskandidaten zählen kann, ist das eine. Ob die Schängel diese Leistung auch im Punktspiel-Alltag abrufen können, wird sich zeigen. „Ich bin mächtig stolz auf die Jungs“, beschloss Sander sein Fazit eines denkwürdigen Pokalabends, „trotzdem haben wir 2:3 verloren.“

    Von unserem Redakteur Stefan Kieffer

    TuS Koblenz - SG Dynamo Dresden 2:3 (1:1)

    TuS Koblenz: Keilmann – Antonaci , Marx, Schüler, Marco Müller – von der Bracke (74. Wekesser), Stahl (68. Bajric) – Lahn, Glockner, Popovits – Bozic.

    SG Dynamo Dresden: Schubert –

    Fabian Müller, Gonther, Ballas, Heise – Konrad – Möschl, Horvath (89. Hartmann), Aosman (90.+1 Benatelli), Berko – Röser (87. Markkanen).

    Schiedsrichter: Markus Schmidt (Stuttgart). Zuschauer: 6300 in Zwickau.

    Tore: 1:0 Dejan Bozic (6.), 1:1 Erich Berko (11.), 1:2 Philip Heise (49.), 2:2 Dimitrios Popovits (80.), 2:3 Aias Aosman (84.).

    Bes. Vorkommnis: Glockner scheitert mit Foulelfmeter an Schubert (85.).

    Nächste Aufgabe für TuS Koblenz: Regionalliga-Heimspiel gegen den FSV Mainz 05 II (Fr., 19 Uhr, in Mülheim-Kärlich, Schulzentrum).

    TuS Koblenz
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