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    Koblenz

    Fußball: TuS verliert gegen Trier nach Elfmeterschießen

    Spannender ging’s kaum: Nach einem wahren Fußball-Pokalkrimi verlor die TuS Koblenz im Viertelfinale des Verbandswettbewerbs im Elfmeterschießen gegen den Erzrivalen Eintracht Trier mit 3:5.

    Den entscheidenden Fehlschuss leistete sich André Marx, dessen Schuss Triers Schlussmann Andreas Lengsfeld parieren konnte. Nach regulärer Spielzeit und der Verlängerung hatte es noch 1:1 (1:1, 1:0) gestanden.

    1978 Zuschauer verloren sich im Oval des Oberwerther Stadions, selbst bei einem herkömmlichen Ligaspiel gab’s schon mehr geneigte Betrachter. TuS-Teamchef Evangelos Nessos hatte sein Team einmal mehr ordentlich umstrukturiert, gleich vier neue Spieler standen in der Anfangsformation: Der Vierer-Abwehrblock nebst Torwart Fabrice Vollborn blieb von Umbaumaßnahmen verschont, lediglich im Mittelfeld und in der Spitze gab es Veränderungen. Michael Stahl spielte im 4-1-4-1-System von Beginn an auf der Sechserposition, Eldin Hadzic zog zentral davor seine Kreise, Kevin Lahn beackerte die linke Außenbahn. Und vorn durfte sich einmal mehr Patrick Stumpf als einzige Spitze versuchen.

    19:02 zeigte die Uhr, als Schiedsrichter Florian Fochs aus Betzdorf willens war, den Pokalkampf anzupfeifen. Zunächst griff er jedoch zum Schreibblock und machte sich eifrig Notizen, weil Koblenzer Fans in der Kurve offensichtlich etwas gegen einen relativ pünktlichen Beginn einzuwenden hatten, bengalische Feuer verzögerten den Anstoß um weitere zwei Minuten.

    Die TuS begann engagiert und aggressiv, störte den Gegner schon früh im Spielaufbau. Speziell Kämpfernatur Stahl ging als leuchtendes Beispiel voran und war auch an der ersten wirklich guten Szene des Spiels beteiligt, die auch prompt in den Führungstreffer der Schängel mündete. Nach einem klärenden Flugkopfball vorm eigenen Strafraum lief der Ball schnell durchs Mittelfeld und fand auf der linken Seite dann Lahn, der sich durch die Trierer Defensive dribbelte und Eintracht-Keeper Andreas Lengsfeld - er erhielt den Vorzug vor Chris Keilmann - aus halblinker Position keine Abwehrmöglichkeit ließ (21.).

    Dabei hatte es noch vorher so ausgesehen, als müsse der spätere Torschütze verletzt vom Feld. Während sich die Nummer elf nach einem Foul noch am Boden krümmte, schickte Nessos umgehend Christian Luitz zum Warmmachen (16.), doch der Youngster musste wieder seinen Platz auf der Ersatzbank einnehmen. Und Trier? Blieb im Spiel nach vorn vor der Pause vieles schuldig, ein harmloser Schuss von Steven Kröner, der weit über den Koblenzer Kasten strich, war die erste nennenswerte Torannäherung überhaupt (25.).

    Nach dem Wechsel drängte Trier die Platzherren mächtig in die Defensive, gute Chancen blieben aber zunächst einmal absolute Mangelware. Phasenweise konnten sich die Koblenzer kaum aus der Umklammerung lösen. Weite Befreiungsschläge sollten für Entlastung sorgen. Und die kam dann ab der 65. Minute auch: Erst verpasste Stumpf allein vor Lengsfeld das mögliche 2:0 (67.), dann wurde ein Abseitstor des kurz zuvor für den verletzten Julius Duchscherer eingewechselten Kerim Arslan (70.) nicht gegeben.

    Das sollte sich bitter rächen: Kaum 30 Sekunden später sorgte Trier durch einen trockenen 20-Meter-Distanzschuss von Steven Kröner für den Gleichstand. Aufgrund der Spielanteile sicher nicht unverdient. Aber die klar besseren Gelegenheiten zum Torerfolg hatte weiterhin der Gastgeber: Hadzic (81.), Akiyoshi Saito (82.) und Kapitän Thomas Gentner (88.) verpassten noch in der regulären Spielzeit die Entscheidung. In der Verlängerung war die Eintracht dem zweiten Tor näher, Thomas Konrad (95.) traf den Ball nicht richtig, Kröners Schuss (100.) wurde von Admir Softic geblockt.

    Auf der anderen Seite verhinderte die Latte bei einem Stumpf- und einem Arslan-Schuss (102., 112.) das mögliche Aus für Trier. Aber auch die Gäste ließen nicht locker, Sylvano Cornvalius und Alon Abelski vergaben kläglich (111.), Kushtrim Lushtaku verzog knapp (114.). Und so musste das Elfmeterschießen herhalten: Alle fünf Trierer Schützen trafen ins Schwarze, während Marx scheiterte. Eine wirklich bittere Niederlage für die TuS.

    Von unserem Mitarbeiter Bodo Heinemann

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