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Engers glückt später Ausgleich gegen den Spitzenreiter Rot-Weiß Koblenz

Ludwig Velten

Nach dem neunten Spieltag in der Fußball-Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar bekommt die Tabelle zunehmend Aussagekraft. Mit dem Rangfünften FV Engers und dem Tabellenführer TuS Rot-Weiß Koblenz verfügt die Region Mittelrhein in dieser Saison offenbar über zwei Spitzenteams.

Die beiden Lokalrivalen FV Engers (ganz in Grün) und TuS Rot-Weiß Koblenz (ganz in Rot) schenkten sich im Derby nichts. Wie umkämpft die Partie war, zeigt diese Szene, in der Marcus Fritsch (am Ball) sich Manoel Splettstößer erwehren muss. Hinten Marian Kneuper, rechts Ismayil Barut. Foto: Wolfgang Heil
Die beiden Lokalrivalen FV Engers (ganz in Grün) und TuS Rot-Weiß Koblenz (ganz in Rot) schenkten sich im Derby nichts. Wie umkämpft die Partie war, zeigt diese Szene, in der Marcus Fritsch (am Ball) sich Manoel Splettstößer erwehren muss. Hinten Marian Kneuper, rechts Ismayil Barut.
Foto: Wolfgang Heil

Dies unterstrichen die beiden Mannschaften jedenfalls im Derby am Engerser Wasserturm. Vor 800 Zuschauern trennten sich der FVE und die Rot-Weißen mit einem 1:1 (0:1)-Unentschieden.

„So viele intensive Zweikämpfe habe ich selten erlebt. Du hattest keine Möglichkeit, mal kurz durchzuschnaufen. Ich bin total fertig“, brachte der stark spielende Engerser Innenverteidiger Aleksandar Naric seine Eindrücke der Begegnung nach dem Spiel auf den Punkt. Dies konnte der insgesamt auffälligste Akteur auf dem Feld, der Koblenzer Hendrik Hillen, nur bestätigen: „Es war ein tolles Spiel. Beide Mannschaften haben läuferisch und taktisch alles gezeigt.“

Die Engerser erwischten den besseren Start. Mit dem schnellen Jonathan Kap für Torjäger Christian Wiersch in der Spitze setzte der FVE die Gäste früh unter Druck. Kap sorgte auch gleich für die ersten beiden Aufreger. Zunächst überraschte der Youngster mit einem Schuss aus dem Mittelkreis gegen die Latte den zu weit vor seinem Tor postierten Koblenzer Torwart Tobias Oost (3.), während Kap sechs Minuten später mit einem Schuss nur knapp das Tor der Gäste verfehlte.

Nach etwa 20 Minuten fanden die von Co-Trainer Marko Sasic – für den erkrankten Chefcoach Fatih Cift – betreuten Koblenzer Vorstädter immer besser ins Spiel und setzten mit einem Freistoß von Christian Meinert die erste Duftmarke (26.). Nur zwei Minuten später fiel die zu diesem Zeitpunkt glückliche Führung für die Rot-Weißen. Ein Schuss aus 18 Metern von Hillen senkte sich abgefälscht hinter dem machtlosen FVE-Torhüter Andreas Pütz zum 0:1 ins Netz.

„Das war ein dummes Tor. Wir führen klar nach Punkten und kassieren wieder so ein Ei. Ab dann wurde es doppelt schwer, weil sich Koblenz noch etwas mehr zurückziehen konnte. Keine andere Mannschaft in der Oberliga beherrscht so ein schnelles Umschaltspiel wie die Koblenzer“, analysierte der Engerser Trainer Sascha Watzlawik nach dem Schlusspfiff den kleinen Hänger seiner Mannschaft nach dem Rückstand. Die letzte Viertelstunde des ersten Durchgangs ging klar an die Gäste.

Auch im zweiten Spielabschnitt konnten die Gastgeber die erste klare Chance für sich verbuchen, als Marcel Horz nach schönem Doppelpass mit Kap das Koblenzer Tor nur um Zentimeter verfehlte (57.). Danach aber sorgten nur noch die Gäste von der anderen Rheinseite für Höhepunkte. Innerhalb von zehn Minuten versäumten es die Offensivkräfte von RW Koblenz, die Partie frühzeitig zu entscheiden. Der eingewechselte Sascha Engel scheiterte freistehend an Pütz (71.). Während Hillen bei seinem Führungstreffer etwas das Glück zur Seite gestanden hatte, hatte der aus dem Neuwieder Stadtteil Heimbach-Weis stammende Stürmer nun doppeltes Pech. Mit einem Fernschuss traf er nur den linken Pfosten (73.), während er nach einem Zuspiel von Derrick Miles den Ball gegen die Unterkante der Latte donnerte (76.). „Wir waren die zweite Halbzeit dominant. Wenn wir das 2:0 nachlegen, gewinnen wir klar“, ärgerte sich Sasic über die vielen ausgelassenen Chancen seines Teams und das fehlende Quäntchen Glück. Watzlawik („Ein weiteres Gegentor und wir sind raus“) musste gleich mehrmals tief durchatmen.

Doch seine Mannschaft steckte zu keinem Zeitpunkt auf. Der starke Engerser Kapitän Yannik Finkenbusch trieb seine Mitspieler immer wieder nach vorne. Doch die agile und gut abgestimmte Abwehrreihe der Gäste ließ kaum etwas zu.

Doch Sekunden vor dem Abpfiff wurden die Engerser Bemühungen noch belohnt. Ein kurzes Stoßen von Rot-Weiß-Akteur Marcus Fritsch gegen Finkenbusch nahm der FVE-Kapitän dankbar an und kam mitten im Koblenzer Strafraum zu Fall. Ob Finkenbusch überhaupt noch eine Chance gehabt hätte, an den Ball zu kommen, spielte für den FVE keine Rolle. Schiedsrichter Mario Schmidt aus Gerolstein zögerte nicht, auf den Elfmeterpunkt zu zeigen. Der Ex-Koblenzer Kristijan Grzobic zeigte keine Nerven und verwandelte den Strafstoß sicher zum 1:1-Ausgleich (90. + 1).

„Das ist bitter. Ich konnte die Entstehung zum Elfer aus meiner Position nicht deutlich sehen. Fakt ist, dass wir uns für eine starke Leistung letztlich nicht belohnt haben. Wir haben zwei Punkte verschenkt“, sagte Sasic, der seinem erkrankten Chef Cift lieber einen Sieg gemeldet hätte.

Während im Koblenzer Lager aufgrund des späten Ausgleichs verständlicherweise mehr Frust herrschte, überwog beim FV Engers die Freude. „Wenn du in der Schlussminute gegen so einen starken Gegner noch den Ausgleich erzielst, ist das wie ein gefühlter Sieg. Über 90 Minuten gesehen war der Punkt auch nicht ganz unverdient. Zwei starke Abwehrreihen haben die Partie geprägt. Das war schon guter Oberligafußball“, zog Watzlawik insgesamt ein positives Fazit.

Von unserem Mitarbeiter Ludwig Velten

FV Engers - TuS Rot-Weiß Koblenz 1:1 (0:1)

FV Engers: Pütz – Lukas Klappert (68. Fiege), Kneuper, Aleksandar Naric, Horz – Splettstößer (77. Kaya), Runkel (60. Peifer) – Grzobic, Finkenbusch, Sören Klappert – Kap.

TuS Rot-Weiß Koblenz: Oost – Masala, Schmidt, Kraemer, Meinert – Hillen, Weidenbach, Fritsch, Miles (90. Meloni) – Arndt (88. Dreher Reinhard), Barut (60. Engel).

Schiedsrichter: Mario Schmidt (Gerolstein). – Zuschauer: 800.

Tore: 0:1 Hendrik Hillen (28.), 1:1 Kristijan Grzobic (90. + 1, Foulelfmeter).

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