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Esch-sur-Alzette

Ex-Karbacher Klasen wird Trainer bei Euro-League-Klub Esch

Auf einmal ging alles ganz schnell. Wie so oft im Fußball. Am Sonntagmorgen hat der luxemburgische Erstligist und Traditionsverein CS Fola Esch seinen Trainer Cyril Serredszum entlassen. Am Sonntagabend war dann ein ehemaliger Karbacher der neue Coach des Tabellendritten und EuroLeague-Teilnehmer – und zwar der 34-jährige Thomas Klasen, der beim Hunsrücker Oberligisten bis Sommer 2017 als spielender Co-Trainer fungiert hatte.

Foto: Fola Esch

Ex-Profi Klasen, der in seiner Karriere schon einiges erlebt hat, war selbst überrascht, wie schnell alles vonstatten ging: „Ich hatte Anfang Januar ein erstes Gespräch mit Esch, weil sie für Sommer etwas Neues machen wollten. Am Samstag habe ich dann einen Anruf bekommen, dass sich Fola von seinem Trainer jetzt schon trennen wird und ob ich am Sonntag vorbeikommen könne.“ Klasen konnte. Die Luxemburger hatten Klasens Weg bei Eintracht Trier, aber auch in Karbach verfolgt. In Esch angekommen gab es eine Sitzung mit 13 von 14 Vorstandsmitgliedern, denen Klasen Rede und Antwort stand. „Das war sehr spannend, es war ein sehr ehrliches und niveauvolles Gespräch, teils auf französisch, teils auf englisch, teils auf deutsch.“

Eineinhalb Stunden dauerte das „Verhör“, später bekam Klasen die Nachricht, dass sich das Gremium mit 8:5 Stimmen für ihn entschieden hat. Anfangs waren noch vier Kandidaten im Rennen, dann zwei, dann nur noch einer – und das war Klasen, der sich unheimlich auf diese Aufgabe freut. Er wird erst in ein Hotel nach Esch ziehen und sich danach eine Wohnung in der Nähe von Trier suchen. „Es ist für mich sowohl Herausforderung als auch Chance“, sagt der A-Lizenz-Inhaber, der gerne die Fußballlehrerlizenz machen möchte. Zwingend vorgeschrieben ist das nicht, aber „es ist Wunschdenken von mir“. Nach dem Klasen die Zusage hatte, galt es aber noch etliche Dinge zu klären. Unter anderem mussten seine bestehenden Arbeitsverträge aufgelöst werden, unter anderem mit dem 1. FC Köln, bei dem Klasen als NLZ-Scout für alle Altersklassen von U12 bis U19 zuständig war. „Köln hat mir da keine Steine in den Weg gelegt, sie sehen es auch als Auszeichnung an, dass ich das jetzt machen kann“, erzählt Klasen, der fortan alles schnell in die Wege leiten musste.

Am Sonntagabend kontaktierte er noch Co-Trainer, Torwarttrainer und Athletiktrainer, um sich mit ihnen abzustimmen, wie die Zusammenarbeit aussehen kann und soll. „Das hat gepasst, es sind sehr kommunikative junge Leute, es war ein guter Austausch.“ Der Trainerstab stand also, Informationen hatte über den 25-Mann-Kader mit verschiedenen Nationalitäten holte sich Klasen unter anderem bei einem ein, der zuletzt in den Schlagzeilen stand, weil er aus gesundheitlichen Gründen das Amt beim Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern niederlegen musste: Jeff Strasser.

Der war sieben Jahre lang Coach bei Fola, bevor es ihn zum „Betze“ zog. „Ich wusste nicht, ob ich ihn anrufen kann, aber Jeff hat signalisiert, dass wir sprechen können. Ich habe 40 Minuten mit ihm telefoniert, und wir wollen uns demnächst auch mal treffen. Das zeigt seinen Charakter, er ist menschlich überragend. Ich habe ja selbst in Lautern gespielt und mitbekommen, was Jeff für ein Kämpfer war. Das ist für mich ein Ehre, in solche Fußstapfen zu treten“, sagt Klasen voller Demut.

Voller Tatendrang geht er nun seine Aufgabe an, der erste Test ist bereits absolviert. Gegen den 1. FC Kaiserslautern II, in der Oberliga ein Gegner der Karbacher, gab es im ersten Test ein 1:1. Am 18. Februar steht bereits das Stadtderby bei Jeunesse Esch an. Der Lokalrivale ist Vierter, nur einen Punkt hinter Fola, das wiederum acht Zähler Rückstand auf den Zweiten Dudelange und zehn auf den Ersten Progres Niederkorn hat. Den Rückstand zu verkürzen, ist unter anderem Klasens Aufgabe, wobei er sagt: „Fola ist nicht Dudelange, die haben ein Vielfaches von unserem Etat.“

Generell siedelt er das Leitungsvermögen seines Teams auf mittlerem Regionalliga-Niveau an, „so zwischen Eintracht Trier und Saarbrücken“. Zehn Profis stehen in Klasens Kader, 15 Halbprofis kommen dazu. Wenn es um die neue Aufgabe geht, fällt immer wieder das Wort „Herausforderung“.

Dass er diesen Job bekommen hat, macht Klasen auch an seiner Karbacher Zeit fest. „Fola hat sich schon erkundigt danach, weil die Bezeichnung ja Co-Trainer war. Aber ich bin den ganzen Leuten in Karbach wie Trainer Torsten Schmidt sehr dankbar, dass ich viele Einheiten auch in Eigenregie leiten durfte, das hat sich jetzt ausgezahlt. Ohne die Zeit in Karbach wäre das jetzt nicht möglich gewesen.“ Klasen hat einen Vertrag bis 2019 mit Option bei Fola unterschrieben. Auch das ging ganz schnell.

Mirko Bernd

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Neuer Trainer bei Fola Esch in Luxemburg: Thomas Klasen. Foto: F.

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