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Idar-Oberstein

SC Idar-Oberstein: 1. FC Kaiserslautern im Sinn – FC Karbach vor der Brust

Martin Schneiders Nacht von Mittwoch auf Donnerstag war eher kurz. „Da ist schon ein bisschen der Wahnsinn ausgebrochen“, lacht der sportliche Leiter des SC Idar-Oberstein. Der Grund für den Schlafentzug war natürlich das Los des SC Idar-Oberstein im Verbandspokal. Der 1. FC Kaiserslautern kommt, die Drittliga-Profis der Roten Teufel müssen im Haag ran. „Das ist natürlich ein Traumlos“, jubelt Schneider, wohl wissend, dass auf ihn und seine Mitstreiter im Vorstand eine Heidenarbeit zukommt, bevor das Duell am 3. angepfiffen werden wird.

Spannende Wochen stehen dem SC Idar ins Haus. Im heimischen Stadion gastieren in nächster Zeit der FC Karbach (am Samstag), Eintracht Trier (am 29. September) und natürlich der 1. FC Kaiserslautern im Verbandspokal. Tolle Aufgaben für Justus Klein (links gegen Michael Fritsch) und seine Mannschaft.  Foto: Greber
Spannende Wochen stehen dem SC Idar ins Haus. Im heimischen Stadion gastieren in nächster Zeit der FC Karbach (am Samstag), Eintracht Trier (am 29. September) und natürlich der 1. FC Kaiserslautern im Verbandspokal. Tolle Aufgaben für Justus Klein (links gegen Michael Fritsch) und seine Mannschaft.
Foto: Greber

Extrem nüchtern hat Murat Yasar das Hammerlos im Pokal zur Kenntnis genommen. Der Trainer des SC Idar-Oberstein legt großen Wert darauf, dass seine Mannschaft sich optimal auf einen anderen FCK vorbereitet, nämlich jenen, der bereits am Samstag im Haag seine Visitenkarte abgibt. Um 15.30 Uhr stellt sich der FC Karbach in der Oberliga vor. Für Yasar ist das derzeit das viel interessantere Spiel, interessanter und wichtiger als der Pokalknaller. „1. FC Kaiserslautern ist schön, aber alles zu seiner Zeit. Mein Fokus liegt auf dem Spiel gegen den FC Karbach“, betont er und stellt klar: „Aktuell beschäftige ich mich nur mit dem Oberligaspiel und null mit Kaiserslautern.“

Die Kunst wird sein, dass Yasar seine Einstellung auch den SC-Spielern vermittelt, die sich natürlich auf das außergewöhnliche Ereignis, im wohl ausverkauften Haag-Stadion gegen den viermaligen Deutschen Meister zu spielen, freuen. Doch Vorfreude hin oder her, Yasar hat natürlich recht, wichtig ist für den SC definitiv zunächst einmal Karbach und der Abstiegskampf in der Oberliga.

Den hatte der SC am vergangenen Samstag zum ersten Mal in der laufenden Saison fernab von Lippenbekenntnissen auch sichtbar angenommen. Der 4:2-Sieg beim FSV Jägersburg war nicht nur wegen des Ergebnisses wichtig, so viel mehr noch wegen des gesamten Auftritts der Idarer Mannschaft. „Die Art und Weise war gut“, findet auch Yasar hofft: „Vielleicht haben wir so eine Initialzündung gebraucht.“ Die Trainingswoche stützt Yasars Hoffnung, denn auch in den Einheiten präsentierte sich sein Team mit großer Einsatzbereitschaft und Leidenschaft. „Ich habe gesagt, dass wir noch griffiger, noch aufmerksamer, noch giftiger auftreten müssen“, erzählt Yasar und fordert, dass sein Team genau diese Grundelemente auch gegen den FC Karbach beibehalten muss. „Wir müssen uns an der Leistung in Jägersburg messen lassen“, stellt der SC-Trainer klar und setzt seine Mannschaft damit auch unter Druck, den Klasse-Auftritt in Jägersburg nicht zur Eintagsfliege verkommen zu lassen.

Tatsächlich muss der SC darauf aus sein, nachzulegen. So stark der Auftritt in Jägersburg war, so groß die Freude über den Sieg, der Dreier war – nüchtern betrachtet – auch nötig, denn außer dem SC Idar-Oberstein haben auch andere Kellerkinder gepunktet. Ohne den Dreier würden die Idarer der Musik schon hinterherrennen, so gehört der SC zum hinteren Teil der Oberligakapelle, aber immerhin in Schlagdistanz zum Mittelfeld des Tableaus.

Zu dem gehört derzeit auch der FC Karbach. Der Mannschaft von Trainer Torsten Schmidt würde der SC im Falle eines Heimsiegs bis auf einen Zähler auf die Pelle rücken. Doch Yasar hat Respekt vor den Karbachern. „Das ist eine routinierte Mannschaft mit einigen herausragenden Einzelkönnern“, stellt der SC-Coach klar und nennt exemplarisch Sturmkante Enrico Köppen. Bei dem Angreifer lief es allerdings zuletzt nicht optimal. Bei der 0:1-Niederlage am vergangenen Wochenende gegen die TuS Koblenz wechselte Schmidt Köppen aus, weil dieser in 60 Minuten Spielzeit nur einen Torschuss abgegeben hatte und der FCK-Trainer kein Anzeichen auf Besserung sah. Überhaupt lief es beim FC Karbach zuletzt eher mäßig – vor allem in der Abteilung Attacke. Drei Spiele ist das Schmidt-Team nun schon ohne eigenes Tor und hat dabei nur beim 0:0 gegen den TuS Mechtersheim vor drei Wochen gepunktet. Es folgte eine 0:4-Pleite bei Eintracht Trier und ein 0:1 gegen Koblenz, das in der 90. Minute zustande kam. Für Yasar sind diese Resultate allerdings kein Maßstab.

Der SC-Trainer schätzt Karbach wegen der Fähigkeit, unterschiedliche Arten von Fußball zur richtigen Zeit spielen zu können. „Karbach kann fußballerisch und kombinationsstark auftrumpfen, aber auch, wenn es erforderlich ist, brandgefährlich mit langen Bällen agieren“, erklärt Yasar, der außerdem vor den Standardsituationen warnt. Trotzdem, psychologisch scheint der SC diesmal im Vorteil zu sein, denn während es beim FC Karbach gerade etwas hakt, kann der SC die Partie mit dem Hochgefühl einer herausragenden Leistung und eines unerwarteten Sieges angehen.

Die Idarer Elf, die in Jägersburg diese tolle Vorstellung geboten hat, hat sich beim Trainer auf jeden Fall etwas Kredit erarbeitet. Yasar plant keine Startelfänderung. „Es gibt keinen Grund. Wenn nichts Gravierendes passiert, werden wir genauso anfangen wie in Jägersburg“, bestätigt Yasar. Auf der Ersatzbank wird sich allerdings etwas tun. Alex, der dort in Jägersburg saß, wird wohl wieder nicht dabei sein. „Er hat noch immer Knieprobleme. In Jägersburg ging es darum, ihm mal wieder das Gefühl zu geben, hautnah beim Team zu sein. Für einen Einsatz hätte es aber schon dort nicht gereicht“, sagt Yasar. Auch Lucas Alves da Silva wird fehlen. Der brasilianische Angreifer bekam nach seiner Einwechslung einen Schlag auf seinen lädierten Fuß und trägt jetzt eine Schiene. Dafür gehört Thiago nach Verbüßung seiner Gelb-Rot-Sperre wieder zum Kader, und Danny Lutz bildet eine weitere Offensivoption. Weiter nicht mitmischen kann Christian Henn. Seine Fußverletzung macht Oberligafußball nach wie vor unmöglich.

Doch warum sollte die Mannschaft, die beim 4:2-Erfolg in Jägersburg so zu überzeugen wusste, nicht auch das Heimspiel gegen den FC Karbach regeln können? Wenn das gelingt, wenn die Zuschauer mit einem Dreier oder zumindest mit einer starken Leistung zufriedengestellt werden, dann erlaubt bestimmt auch Murat Yasar den einen oder anderen Gedanken an den FCK – also an den großen, den 1. FC Kaiserslautern.

Sascha Nicolay

SC Idar-Oberstein
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