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Mülheim-Kärlich

Enttäuschung beim TuS Mayen

Dank einer fulminanten Schlussphase hat sich die SG Mülheim-Kärlich gegen den TuS Mayen mit 3:2 (1:0) durchgesetzt. Dadurch setzten sich die Mülheimer von den bis dato punktgleichen Eifelern ab, überholten zudem die SG 99 Andernach und setzten sich in der Fußball-Rheinlandliga auf den dritten Platz.

Im Hinspiel führte Mayen zur Pause damals mit 1:0 und verlor am Ende deutlich mit 1:5, weil sich Mülheim-Kärlich nach einer bescheidenen ersten Halbzeit enorm steigerte. Diesmal führte Mülheim-Kärlich zur Pause mit 1:0, und Mayen steigerte sich im zweiten Durchgang erheblich. Aber der Sieger hieß wieder Mülheim-Kärlich – weil sich die Mannschaft von Trainer Patrick Wagner-Galda vehement gegen die drohende Heimniederlage stemmte und den 1:2-Rückstand mit zwei Toren in der Nachspielzeit drehte.

Die circa 170 Zuschauer erlebten ein packendes Derby mit hohem Unterhaltungswert; und einen Start ganz nach dem Geschmack der Hausherren. Es waren gerade mal 14 Minuten gespielt, als Daniel Aretz über links frei vor Mayens Torwart Marcel Behr auftauchte. Aretz blieb ruhig, schaute, was der Torhüter machte, und schob die Kugel überlegt ins lange Eck zur Mülheimer 1:0-Führung ein. Das war gleichzeitig der Höhepunkt der ersten Halbzeit, die Teams neutralisierten sich nämlich, Torraumszenen waren auf beiden Seiten ansonsten so gut wie keine mehr vorhanden.

Pascal Steinmetz trifft zum 1:1

Dies wurde nach Wiederanpfiff vom gut leitenden Schiedsrichter Pascal Lichtenthäler völlig anders. Mayen hatte sich in der Pause offensichtlich einiges vorgenommen und setzte die SG enorm unter Druck. Es waren vier Minuten im zweiten Durchgang absolviert, da hatte Niklas Weis den Ausgleich auf dem Fuß, aber Mülheims reaktionsschneller Torhüter Daniel Hüneke verhinderte mit einer glänzenden Parade den möglichen Ausgleich. Zwei Minuten später war Hüneke jedoch machtlos, als sich Mayens Angreifer Pascal Steinmetz gekonnt im Strafraum der Platzherren durchsetzte und zum 1:1 (51.) einschoss.

Danach versäumten es die Mayener, aus ihrer Überlegenheit mehr zu machen. Die Vorteile, die sich die Mannschaft von Trainer Thomas Reuter erspielte, wurden nicht entscheidend genutzt. Die Gastgeber waren weitgehend mit Abwehraufgaben beschäftigt, und Offensivaktionen der Mülheimer fanden kaum noch statt. In der 80. Minute fanden die Gäste doch noch die Lücke in Mülheims Abwehr: Niklas Weis traf zum 2:1 für Mayen. Dies schien der Siegtreffer für die in der zweiten Hälfte dominierenden Gäste zu sein. Aber in der Schlussphase gingen die Mülheimer volles Risiko und wollten den Ausgleich unbedingt erzwingen. Abwehrspieler Patrick Birkner wurde in dieser Phase zum Spieler der Begegnung. Ihn hielt es nicht mehr hinten. In der dritten Minute der Nachspielzeit war es dann Birkner, der zum 2:2 einschoss. Doch die Partie war noch nicht zu Ende. Zwei Minuten später war Birkner nach einem Freistoß von Paul Lauer erneut zur Stelle und traf per Kopf zum 3:2 für Mülheim-Kärlich, unmittelbar danach ertönte der Schlusspfiff.

Die Gäste konnten es nicht so recht fassen, dass sie die Partie noch aus den Händen gegeben haben. „Wir hätten aus unserer Überlegenheit mehr machen müssen, aber unsere Angriffe wurden nicht konsequent zu Ende gespielt, teilweise fehlte es aber auch am entscheidenden letzten Pass“, sagte Mayens enttäuschter Trainer Thomas Reuter, während sein Kollege Wagner-Galda stolz war: „Unser Sieg war sicher etwas glücklich, aber dafür brauche ich mich nicht zu entschuldigen. Meine Mannschaft hat sich bravourös zurückgekämpft und einen unbändigen Willen gezeigt.“

Lukas Mey bleibt bei SG Vordereifel

Unterdessen hat sich der Ex-Mayener Lukas Mey entschieden, weiter für den Bezirksligisten SG Vordereifel zu spielen. Der 20-Jährige trainierte drei Tage lang beim Drittligisten Fortuna Köln, wo der ehemalige Koblenzer Uwe Koschinat Trainer ist. „Es lief echt gut, vom Trainer habe ich viel Lob bekommen“, sagt Mey, der allerdings in diesem Sommer nicht in die Domstadt wechseln wird. „Wir sind so verblieben, dass ich weiter bei Vordereifel spiele und mindestens einmal im Monat zum Training nach Köln komme, jetzt wäre der Sprung vielleicht zu groß gewesen. Ob sich dann im Winter oder nächsten Sommer etwas ergibt, muss man abwarten.“ Bei der SG Vordereifel wird Mey allerdings nicht mehr lange mit Peter Geisen zusammenarbeiten, der Trainer und der Bezirksligist gegen am Saisonende der Bezirksliga getrennte Wege. Ein Nachfolger steht noch nicht fest. wzi, mb

Mülheim-Kärlich: Hüneke – J. Lauer, Kuhn (74. Weinand), Birknert, Runkel, D. Aretz, P. Lauer, Renda, Wißfeld, Scheu (86. P. Aretz), Heyer.

Mayen: Behr – Weis, Daub, Mund (64. Marx), Löhr, Unterbörsch, Steinmetz, Tutas (90. Schneider), Krechel, Uhrmacher (60. Heinemann), Simon.

Schiedsrichter: Pascal Lichtenthäler (Gebhardshain).

Zuschauer: 170.

Tore: 1:0 D. Aretz (14.), 1:1 Steinmetz (51.), 1:2 Weis (80.), 2:2, 3:2 Birkner (90.+3, 90.+5).

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