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Bruttig-Fankel

Tam Nsaliwa: Nein zu Karbach, Ja zu Bruttig

Der SV Bruttig-Fankel hat die Spielberechtigung für den elfmaligen kanadischen Nationalspieler Tam Nsaliwa (35) beantragt. Nach Ablauf der 30-tägigen Frist bei einem internationalen Vereinswechsel (Nsaliwas letzter Verein war 2015 Bucaspor in Izmir in der Türkei) ist der Mittelfeldspieler spielberechtigt für den Verein, der in der Fußball-Kreisliga C Nord beheimatet ist.

Foto: picture-alliance

Nsaliwa zieht damit den SV Bruttig-Fankel dem FC Karbach vor. Der Oberligist hätte den Ex-Profi, der seit 1998 für elf verschiedene Vereine in sechs Ländern gespielt hat, auch gerne in seinen Reihen gesehen. FC-Trainer Torsten Schmidt ist ein großer Fan von Nsaliwa, im Spätherbst 2015 hielt er sich für mehrere Wochen beim FC fit. Damals wollte Nsaliwa nach den Stationen unter anderem bei AEK Athen oder in Deutschland beim 1. FC Saarbrücken oder Jahn Regensburg (mehr als 100 Zweitligapartien) wieder als Profi angreifen.

Foto: picture-alliance

Einen Vertrag unterzeichnete Nsaliwa aber nirgendwo. Vielmehr engagierte sich der mittlerweile 35-Jährige in seiner neuen Heimat Bruttig-Fankel, wo er 2015 mit seiner Familie ein Haus kaufte. Just in dem Jahr wurde auch wieder der SV Bruttig-Fankel ins Leben gerufen. Nsaliwa unterstützte zuerst Seniorentrainer Sebastian Kausch, in jüngster Zeit widmete er sich als Coach dem Mädchenfußball beim SV.

Die Karbacher und Torsten Schmidt ließen den Kontakt zu Nsaliwa nie abreißen. „Ich hätte ihn gerne gehabt“, sagt Schmidt. Doch Nsaliwa lehnte ab: „Ich habe Torsten gesagt, dass ich nun zwei Jahre nicht mehr richtig Fußball gespielt habe. Ich möchte es langsam angehen lassen.“ Der Aufwand Oberliga mit bis zu viermal Training die Woche, ist Nsaliwa momentan viel zu groß: „Hier in Bruttig ist vieles leichter, ich habe meine Familie um mich herum, und ich kann hier Fußball spielen.“ Dass die C-Klasse die tiefste Liga ist, interessiert Nsaliwa wenig: „Die Spieler sind alle meine Freunde, ich kenne sie seit zwei Jahren. Dass sind alle tolle Jungs, ich will momentan nirgendwo anders spielen.“

Dirk Friederich vom SV Bruttig-Fankel ist stolz, Nsaliwa endlich auch als Spieler in den eigenen Reihen begrüßen zu dürfen: „Wir haben uns immer Hoffnungen gemacht, dass Tam bei uns mitspielt. Jetzt ist es soweit.“ Ab dem 7. August ist Nsaliwa spielberechtigt, sein Debüt wird er am 13. August am ersten Spieltag auswärts bei der SG Auderath feiern.

Mit Nsaliwa und auch dem vom SSV Ellenz-Poltersdorf verpflichteten Oldie-Torjäger Daniel Vanzetta gehört Vizemeister Bruttig-Fankel (scheiterte in der Relegation am Aufstieg in die B-Klasse) nun neben den Sportfreunden Mastershausen in der Kreisliga C Nord zu den heißesten Titelkandidaten. „Auch wenn ich nicht gekommen wäre, wäre die Meisterschaft das Ziel gewesen“, sagt Nsaliwa: „Außerdem weiß man doch nie, was passiert mit Verletzungen.“

Friederich hofft, dass sich der SV am „Führungsspieler“ Nsaliwa, der auch als spielender Co-Trainer einsteigt, aufrichtet: „Wir wollen guten Fußball spielen und oben mitspielen. Das Wichtigste ist, dass wir Spaß haben, und wir unser Dorf weiter mobilisieren können für den Fußball.“ Mehr als 100 Zuschauer verfolgen im Schnitt die Heimspiele des SV. Stark für die C-Klasse.

Die Gemeinschaft in Bruttig-Fankel imponiert dem in Malawi geborenen Nsaliwa, der im kanadischen Edmonton aufwuchs, und dann 1998 als 16-Jähriger zusammen mit dem späteren Kölner Kevin McKenna in die Jugend von Energie Cottbus wechselte. Von dort aus begann seine Europareise mit Stationen in Griechenland (AO Kavala, AEK Athen und Panionios Athen), in Spanien (SD Ponferradina), Norwegen (SK Lilleström), Dänemark (Esbjerg fB), Türkei (Bucaspor Izmir) – und eben in Deutschland (1. FC Nürnberg, 1. FC Saarbrücken und Jahn Regensburg).

Jetzt spielt Nsaliwa als 35-Jähriger für den SV Bruttig-Fankel in der Kreisliga C Hunsrück/Mosel. Und das mindestens eine Saison. Abgeschlossen mit dem größeren Fußball hat Nsaliwa noch nicht ganz. „Wenn alles passt, könnte ich es mir schon vorstellen, noch mal höher zu spielen, zum Beispiel in Karbach“, sagt Nsaliwa. Das hört Torsten Schmidt gerne: „Tam ist bei uns immer gerne gesehen.“

Michael Bongard

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Bewegtes Fußballerleben: 2007 spielte Tam Nsaliwa (links) für AEK Athen in der Champions-League-Quali gegen den FC Sevilla um Frederic Kanoute. Davor war Nsaliwa (rechtes Foto) in Deutschland tätig, unter anderem in der 2. Bundesliga für Jahn Regensburg.

Jetzt kickt der kanadische Ex-Nationalspieler für C-Ligist SV Bruttig-Fankel. Fotos: dpa
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