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Triste Gegenwart: Große Namen, wenig Glanz beim Derby in Wissen – Steinefrenz fehlt die Wucht im Angriff – Alle Infos zum 6. Spieltag

Thorsten Stötzer

Mit dem in die Jahre gekommenen Klassiker zwischen dem VfB Wissen und dem VfL Hamm wird in der Bezirksliga Ost der sechste Spieltag eröffnet. Ebenfalls bereits am Freitagabend muss der der TuS Montabaur ran, bei dem an Heimspiele im Stadion zurzeit nicht zu denken ist, weshalb auch vor dem Duell gegen Westerburg ein Ausweichplatz organisiert werden musste. Zu einem Duell zweier glückloser Aufsteiger kommt es am Sonntag, wenn die Spvgg Steinefrenz die Spvgg Lautzert empfängt.

VfB Wissen – VfL Hamm (Fr., 19.30). „Zwei ehemals große Namen treffen da aufeinander“, sagt Walter Reitz, der Trainer des VfB Wissen, vor dem Vergleich mit dem VfL Hamm am Freitagabend. Doch die Glanzzeiten liegen für beide eine Weile zurück. „Die Realität ist eine andere“, gesteht Reitz ein, denn die zwei Vereine von der Sieg rangieren in der unteren Hälfte der Tabelle der Bezirksliga Ost, was beim gastgebenden VfB einer beachtlichen Überraschung gleichkommt.

Womöglich sei es nicht für jeden Spieler leicht, mit der allgemein zugesprochenen Favoritenrolle zurechtzukommen. „Einigen fällt es schwer, mit den Vorschusslorbeeren umzugehen“, da fehle die letzte Leidenschaft, spürt Reitz. Er wünscht sich, „dass wir zur mannschaftlichen Geschlossenheit der vergangenen Saison zurückfinden“. Gesundheitsbedingt gilt dies nicht für Alexander Rosin (Leistenprobleme) und Emre Bayram (Nasenbeinbruch).

Große Derby-Vorfreude mag beim Tabellenletzten VfL Hamm angesichts der aktuellen Lage nicht aufkommen. „Die Jungs sind natürlich geknickt“, schildert Spielertrainer Michael Trautmann. Wiederholt ist seine Mannschaft eigentlich recht passabel in eine Partie gestartet, die letztlich dann doch in einer hohen Niederlage endete. So zuletzt in Betzdorf: „35 Minuten lang haben wir nichts zugelassen und selbst gute Chancen gehabt.“ Dennoch stand es beim Abpfiff 0:6. Unzureichende Fitness als Folge mangelnder Trainingsbeteiligung ist für Trautmann eine Ursache der Misere. „Die Jungs, die da sind, hauen sich rein“, lobt er andererseits, aber selbst die Erfahrenen machten leichte Fehler. Dazu macht sich der „dünne Kader“ bemerkbar. Die Situation mache ihm zu schaffen, gesteht der Spielertrainer. „Wir können uns trotzdem nicht verstecken.“

TuS Montabaur – SG Westerburg/ Gemünden (Fr., 20.30 Uhr, in Horressen). In Horressen und dort erst um 20.30 Uhr wird der TuS Montabaur am Freitagabend sein Heimspiel gegen die SG Westerburg austragen. „Der Stadionrasen befindet sich in einem katastrophalen Zustand“, berichtet Trainer Sven Baldus und weist auf die Verletzungsgefahr hin. Der TuS-Vorsitzende Jörg Nicolaus ergänzt: „Der Platz darf weiterhin nicht gewässert werden. Da fragt man sich, wie hoch die Kosten sein sollen, um den Rasen wieder herzurichten.“ Neben der Platzfrage beschäftigen Montabaur personelle Sorgen, die vorrangig die Abwehr betreffen. So ist Artur Henich gesperrt, Eric Gelhard hat einen Bänderriss am Sprunggelenk erlitten und Tobias Schulz ist womöglich aus beruflichen Gründen verhindert. „Wir müssen umplanen und umstellen und uns etwas einfallen lassen“, sagt Baldus zu Aufstellung und Taktik. Zugleich warnt er vor der SG Westerburg, man sei gut beraten, den kampfstarken Gegner mit starken Einzelspielern wie Marvin Binge und Matthias Wengenroth ernstzunehmen.

Der SG Westerburg ist es gelungen, dem Spitzenreiter aus Wallmenroth die ersten Punkte abzunehmen. 1:1 gegen Topteams zu spielen sei zwar gut für die Moral, erläutert Trainer Mike Lengwenus, in der Tabelle bringe das sein Team jedoch nicht weiter. „Wir wollen uns aber nicht beschweren“, sagt er weiterhin angesichts eines respektablen Saisonstarts, und „für Montabaur werden wir uns wieder etwas ausdenken“.

Außerdem bessert sich die personelle Situation. So ist zum Beispiel David Gläser endlich wieder „komplett schmerzfrei. Er ist ein wichtiger Baustein, der uns bisher gefehlt hat“, sagt der Trainer über seine Qualitäten. Dazu machten die Neuzugänge die gesamte Mannschaft flexibler. Lengwenus hebt da etwa David Hannappel hervor mit seinen Fähigkeiten zum Allround-Fußballer.

Spvgg Steinefrenz-Weroth – Spvgg Lautzert-Oberdreis (So., 14.30 Uhr, in Weroth). Es geht um viel, wenn sich am Sonntag zwei Aufsteiger begegnen, denen bisher noch kein Sieg in der Bezirksliga gelungen ist. „Es ist momentan egal, wie der Gegner heißt, es müssen Punkte her“, verdeutlicht Thorsten Hehl, der Trainer der Spvgg Steinefrenz-Weroth. Ist die Defensive seiner Mannschaft auch recht stabil, so gebe es Defizite beim Umschaltspiel und bei der Durchschlagskraft.

„Das muss besser werden“, steht für Hehl fest. Nicht recht verstehen kann er, weshalb sein Team nach einem guten und erfolgreichen Pokal-Auftritt beim A-Ligisten in Bogel anschließend in Burgschwalbach nicht an diese Leistung anknüpfen konnte. Womöglich gebe es kurzfristige Personalumstellungen. Gesperrt ist Tobias Brand. Zudem fehlen Sebastian Brendel und David Paul, Lars Bode kehrt zurück.

„Wir haben ganz schwere Brocken hinter uns“, zieht Frank Wohlert, der Trainer der Spvgg Lautzert-Oberdreis, eine Zwischenbilanz. In einem für beide Seiten sehr wichtigen Spiel am Sonntag sollen nun Punkte her, die bereits beim jüngsten 2:3 gegen Montabaur greifbar zu sein schienen. In Weroth will Wohlert jetzt „auf Sieg spielen“ lassen. Nicht optimal ist derzeit der Kader besetzt wegen Verletzungssorgen. Die betreffen etwa Roman Heiser und Niklas Herfen. Tom Schwarz hat es am Knie erwischt, Rene Benthaus fehlt gleichfalls am Sonntag.

SG 06 Betzdorf – SG Niederroßbach/Emmerichenhain (So., 14.30 Uhr). Die SG Betzdorf kommt zunehmend besser in Fahrt. Trainer Ingo Neuhaus erinnert das an „einen Kreis, der noch ein paar Ecken“ hat, die es auszubeulen gelte, und die sich beispielsweise noch bei der Abstimmung der Laufwege bemerkbar machen. Zuletzt habe sich dies in Hamm gezeigt, als es zunächst schwer fiel, das Spiel zu machen. Doch am Ende gab es einen 6:0-Sieg, und jetzt wollen die Betzdorfer auf dem heimischen Bühl nachlegen gegen die SG Niederroßbach. Die offensive Ausrichtung seiner Elf will Neuhaus daher beibehalten. Im Kader sind noch einige Blessuren zu überwinden. Schlecht sieht es für den Sonntag bei Patrick Schlund aus, der am Fuß verletzt ist. Rilind Kuci befindet sich noch im Urlaub.

Hinter einem Torverhältnis von 7:5 verbirgt sich bei der SG Niederroßbach ein bisher kurioser Saisonverlauf. Zu einem 7:0 und einem 0:5 kamen gleich drei torlose Unentschieden. „Jedes Mal hatten wir Matchbälle und haben die versiebt“, blickt Trainer Nihad Mujakic auf die 0:0-Spiele zurück. Außerdem sei dann die SG Hundsangen als jüngster Gegner sehr defensiv eingestellt gewesen.

Die SG Betzdorf stuft Mujakic nun als eine Mannschaft ein, die fußballerisch sehr gut bestückt sei und sicherlich nicht nur verteidigen werde. Bei den in den Vorjahren für ihre Offensivstärke bekannten Niederroßbachern dürfte sich auch die personelle Lage und insbesondere der Ausfall von Torjäger David Quandel bemerkbar machen. Dazu laborieren Julian Jung, Sascha Graf und Maximilian Stähler an Bänderrissen.

SG Ellingen/Bonefeld/Willroth – SG Hundsangen/Obererbach (So., 15 Uhr, in Straßenhaus). In Ahrbach und in Arzbach hat die SG Hundsangen bislang ihre Auswärtsspiele bestritten. Herausgesprungen ist lediglich ein Punkt, was angesichts der Stärke der Gegner kein Armutszeugnis ist für die Mannschaft von Trainer Thomas Arzbach, die jetzt zur SG Ellingen nach Straßenhaus fährt.

Die Gastgeber sind wieder einmal schlechter in die Saison hereingekommen, als die Beobachter der Bezirksliga Ost erwartet hatten. Gerade auf eigenem Platz blieben die Ellinger bei nur einem Tor und einem Punkt unter dem Soll. Die SG Hundsangen präsentiert sich hingegen heimstark mit zwei Siegen und einem Unentschieden, noch keinen einzigen Gegentreffer musste man daheim hinnehmen.

SG Weitefeld-Langenbach/Friedewald/Neunkhausen – SG Ahrbach/Heiligenroth/Girod (So., 15 Uhr, in Friedewald). Die erste Niederlage der Saison fiel für die SG Weitefeld beim 1:5 in Müschenbach sehr herb aus. „Wir haben verdient verloren, das Ergebnis war enttäuschend“, räumt Trainer Jörg Mockenhaupt ein. Von seiner Mannschaft erwartet er jetzt eine Reaktion. „Am Mann sein, wenn es zählt“ und die Räume eng halten sind zwei elementare Forderungen von ihm. Gegner Ahrbach wird kein leichter Gang sein. Dazu kommen Personalprobleme der Weitefelder, denen Fabian Lohmar und Maik-Oliver Seibel urlaubsbedingt fehlen. Luca Thom ist letztmals gesperrt, Mario Weisang und Niklas Rosenkranz plagen sich mit Verletzungen. Immerhin trainiert Nicolai Mudersbach wieder, Jan Niklas Mockenhaupt arbeitet sich mit Laufeinheiten zurück ans Team.

Die SG Ahrbach behauptet sich nach wie vor hervorragend und hat jüngst den VfB Wissen besiegt, der für Trainer Peter Olbrich trotzdem ein Liga-Favorit bleibt. Was das Tabellenbild anbelangt, so wird es nicht leichter bei der Fahrt zur punktgleichen SG Weitefeld. Olbrich rechnet mit einem schwierigen Spiel, zumal ihm etliche Akteure am Sonntag fehlen, wobei sich vielfältige Gründe summieren.

So ist Simon Fein nach abgelaufener Sperre angeschlagen, Steffen Wittelsberger kann nicht trainieren, und Niklas Wörsdörfer musste zuletzt ausgewechselt werden. Olbrich sieht sich deswegen vor kurzfristigen Entscheidungen, was die Aufstellung und das Spielsystem betrifft. Bewähren soll sich nun der verbreiterte Kader. „Letztes Jahr wären wir jetzt schon an unsere Grenze gekommen“, meint der Trainer.

SG Wallmenroth/Scheuerfeld – SG Müschenbach/Hachenburg (So., 15 Uhr, in Wallmenroth). Die einzigen Mannschaften der Liga, die noch kein Spiel verloren haben in dieser Saison, stehen sich gegenüber, wenn die SG Wallmenroth am Sonntag auf die SG Müschenbach trifft. „Man kennt sich in- und auswendig. Das waren immer enge Spiele, in denen Kleinigkeiten entschieden haben“, blickt Stefan Häßler, der Trainer der Gastgeber, auf frühere Vergleiche zurück. Kevin Fischbach wird Wallmenroth gesperrt fehlen, Blerim Jashari hat sich an den Adduktoren verletzt, Dominik Zimmermann kehrt hingegen zurück. Für Müschenbachs Trainer Björn Hellinghausen bleibt Wallmenroth der Favorit in der Begegnung, der Tabellenführer stelle „eine Riesenhürde“ dar. Selbstvertrauen kann seine Elf jedoch aus dem unerwartet klaren 5:1 gegen Weitefeld beziehen, das trotz enormer psychischer Belastung nach dem Tod eines Mitspielers zustande kam aufgrund hervorragenden Umschaltspiels und hoher Effizienz. „Die Jungs haben alles rausgehauen“, bilanziert Hellinghausen. In Wallmenroth muss er nun aber wohl vier bis fünf Ausfälle kompensieren – „wir haben nicht ohne Grund so einen breiten Kader“. Andreas Bleich leidet zum Beispiel an einer Innenbandzerrung. Arg erwischt hat es auch Justus Bonn, der aufgrund eines Schlüsselbeinbruchs womöglich im laufenden Jahr nicht mehr spielt.

SG Arzbach/Nievern – TuS Burgschwalbach (So., 15.45 Uhr, in Arzbach). Zu ungewohnter Anstoßzeit trägt die SG Arzbach/Nievern erstmals nach dem Aufstieg ein Heimspiel in Arzbach aus. Vor dem Kreis-Derby gegen den TuS Burgschwalbach erwartet Murat Saricicek, der Trainer der Gastgeber, keine großen Umstellungsprobleme: „Wir könnten auch auf dem Parkplatz davor spielen, wichtig ist die Einstellung.“ Am Spielsystem soll sich ebenfalls nichts ändern auf Naturrasen.

Das gilt erst recht, weil der Aufsteiger hervorragend gestartet ist. „Das ist kein Grund, sich zurückzulehnen“, mahnt Saricicek, der die Burgschwalbacher bei ihrem Heimsieg über Aufsteiger Steinefrenz-Weroth beobachtet hat und das Spielerische und die Erfahrung aus einer Saison Bezirksliga als Stärken des Gegners einschätzt. Er selbst muss in der Abwehr Stefan Deusner ersetzen, der am Wochenende heiratet. Timo Hoffmeyer hat bei den Arzbachern das Training wieder aufgenommen.

Auf Vinzenz Gotthardt muss Burgschwalbachs Trainer Torsten Baier verzichten. Dafür werden voraussichtlich Tim Heimann, Julian Ohlemacher, Fabian Haas und Thomas Liguori wieder in fitter Verfassung zur Verfügung stehen. „Wir können aus dem Vollen schöpfen“, bilanziert der Coach, der allerdings eine Leistungssteigerung gegenüber dem 1:0 gegen Steinefrenz erwartet. Das betreffe sowohl die spielerischen Impulse als auch das Zweikampfverhalten, betont Baier.

Das Positive für die Burgschwalbacher: „Voriges Jahr hätten wir so ein Spiel wohl 0:1 verloren“, jetzt klappt es besser mit dem Punkte sammeln. Mit einem Zähler aus Arzbach wäre Baier übrigens soweit zufrieden als Teilerfolg, er erwartet eine kampfbetonte Begegnung. Auch taktisch strebt er Verbesserungen an, weshalb Janosch Lauter wieder eine defensivere Rolle einnehmen könnte.

Von unserem Mitarbeiter Thorsten Stötzer
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