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Bad Kreuznach

Karadeniz liegt am Boden

Ismet Senel ging fünf Minuten vor dem Schlusspfiff vom Platz. Der Offensivmann von Karadeniz Bad Kreuznach hatte Nasenbluten, hieß es später, und obwohl vier Spieler auf der Ersatzbank gelistet waren, kam es in der 85. Minute nicht mehr zu einem Wechsel. Eine blutige Nase hatten sich die Bad Kreuznacher zu diesem Zeitpunkt auch sportlich bereits abgeholt. Eigentlich waren sie im übertragenen Sinne sogar am ganzen Körper verdroschen worden. Im so wichtigen Spiel gegen VB Zweibrücken, den bisher nur drei Punkte entfernten Konkurrenten im Abstiegskampf der Fußball-Landesliga, stand es 0:4, als Senel schimpfend vom Platz stapfte. Seine Mitspieler fluchten wahlweise mit ihm oder standen wie paralysiert herum. Was sie kurz darauf einte, war das Wissen darüber, dass Karadeniz nach der 0:4 (0:1)-Abreibung mit acht Niederlagen aus acht Spielen mehr denn je am Boden liegt. Weil die SG Eppenbrunn mit 3:2 in Schopp gewann, stehen die Bad Kreuznacher nun auch faktisch ganz unten.

Warum aber setzte es die achte Niederlage in dieser Saison, und warum fiel diese auch gegen ein vermeintlich auf Augenhöhe agierendes Team so deutlich aus? Karadeniz-Spielertrainer Ali Az Taeife machte die mangelnde Chancenverwertung verantwortlich: „Wir müssen einfach mal unsere Chancen nutzen, dann läuft es anders.“ In der Tat: Karadeniz hatte mehrere gute Gelegenheiten, traf einmal den Pfosten, einmal die Latte und verschoss einen Foulelfmeter. Benhur Bayirs Fehlversuch beim Stand von 0:1 in der 65. Minute war das Sinnbild der Karadeniz-Misere: Mit dem Treffer hätte der Bad Kreuznacher Zehner für Aufbruchstimmung sorgen können, doch anstatt entschlossen abzuschließen, schob er den Ball so zaghaft in die Ecke, dass der eigentlich schon abgetauchte Joshua Prine mit den Füßen noch an den Ball kam und das 1:1 verhinderte.

Es auf die Chancenverwertung zu schieben, entspricht allerdings nur der halben Wahrheit. Nun zur anderen Hälfte: Karadeniz schafft es einfach nicht, eine auch nur in Ansätzen landesligataugliche Defensive zu bilden. Gegen einen total biederen Gegner boten die Bad Kreuznacher Räume an, über die sich jeder Stürmer mit einer einigermaßen passablen Torquote schlapp lacht. Natürlich ist das Spiel der Bad Kreuznacher darauf ausgelegt, offensiv erfolgreich zu sein, nach dem Motto: lieber 5:4 als 1:0 gewinnen. Aber abgesehen davon, dass Karadeniz es zumeist nicht mal schafft, eine Bude zu erzielen: Um all die Abwehr-Unzulänglichkeiten sicher auszugleichen, müssten die Salinentäler fast schon konsequent zweistellig treffen. Pro Spiel. Was ihnen natürlich niemals gelingen wird.

Die Zweibrücker gingen durch Steven Hörner in Führung (40.). Er profitierte von einem Ballverlust Yekta Mutlus. Im zweiten Durchgang machte Angreifer Sebastian Meil nichts anderes, als an der Mittellinie auf Ballverluste zu warten. Er hätte mehrere Treffer markieren können, schaffte aber nur die Buden zum 3:0 und 4:0 (81., 82.). Das 2:0 erzielte Dennis Hirt (78.).

Nun muss sich Karadeniz trotz dieses größten Rückschlags in einer an Rückschlägen reichen Saison schnell wieder aufrichten. „Wir haben ja keine andere Wahl“, sagte Spielertrainer Az Taeife. Er glaubt nicht, dass die Pleite nachhaltige Konsequenzen nach sich ziehen wird, und hofft, dass die Mannschaft zusammenhält. Es soll bei einer blutigen Nase bleiben.

Karadeniz Bad Kreuznach: Sir – M. Tasci, R. Tasci, Tasyürek, Y. Mutlu (60. Bastürk) – M. Senel (78. S. Mutlu), Az Taeife – Bayir, I. Senel – F. Senel, Y. Senel.

So geht's weiter: am Sonntag, 15 Uhr, bei der SG Meisenheim.

Von unserem Redakteur Christoph Erbelding

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