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Meisenheim

Jeder Schuss ein Treffer

Olaf Paare

Wenn sich ein Trainer den Start in ein Spiel backen dürfte, er würde vermutlich so aussehen, wie die ersten 24 Minuten, die die SG Meisenheim/Desloch/ Jeckenbach im Landesliga-Spitzenspiel gegen den SV Rodenbach zelebrierte. Die SGM-Fußballer erzauberten sich eine 4:0-Führung und eine Überzahl – am Ende behielten sie mit 5:0 (4:0) die Oberhand und bleiben nach der ersten Rodenbacher Niederlage das einzige ungeschlagene Team der Liga.

Da konnten die Rodenbacher (blaue Trikots) noch so akrobatische Aktionen vollführen, gegen eine bärenstarke SG Meisenheim/Desloch/Jeckenbach (am Ball Pascal Michael) kamen sie stets zu spät.  Foto: Michael Ottenbreit
Da konnten die Rodenbacher (blaue Trikots) noch so akrobatische Aktionen vollführen, gegen eine bärenstarke SG Meisenheim/Desloch/Jeckenbach (am Ball Pascal Michael) kamen sie stets zu spät.
Foto: Michael Ottenbreit

„Viel besser kannst du das nicht spielen“, freute sich SGM-Trainer Andy Baumgartner über den Auftritt seiner Jungs in der ersten Hälfte. Das Team agierte konsequent im Zweikampf- und Abwehrverhalten und legte eine extreme Spielfreude sowie Zielstrebigkeit an den Tag. Das größte Plus war aber die Effektivität. Jeder Schuss ein Treffer – die Gastgeber nutzten vor 250 Zuschauern auf dem Kunstrasenplatz ihre ersten Möglichkeiten brillant. Das 1:0 war ein Treffer vom Taktikbrett, genau so geplant. Leon Walter zog sich zurück, lockte damit SV-Spielertrainer Andreas Gaebler und den zweiten Innenverteidiger aus der Kette. Gleichzeitig spielte Walter einen Zuckerpass in den Lauf von Felix Frantzmann. Der nahm den Ball perfekt an und wurde im Strafraum hart attackiert, doch er blieb auf den Beinen und erzwang einen Abschluss, den Gästetorwart Karsten Köpke durch die Hosenträger rutschen ließ – 1:0 (13.). „Unser Plan ist aufgegangen, vor allem das Pressing, wo wir Schwächen bei den Rodenbachern entdeckt hatten“, analysierte Torschütze Frantzmann.

Sechs Minuten später stand es 2:0. Ausgangspunkt war Burak Tasci. Der ehemalige Verbandsliga-Spieler zeigte eine ausgezeichnete Partie. Er glänzte im zentralen Mittelfeld als Ballverteiler mit zentimetergenauen Diagonalbällen, aber auch mit wichtigen Zweikämpfen und starkem Stellungsspiel. In dieser 19. Minute initiierte er einen Angriff über Walter. Dessen Flankenball landete über einen Ableger von Frantzmann bei Alexander Tiedtke, der trocken abschloss. Nur wenige Sekunden später gab es einen Eckball. Philipp Schneider rannte raus zum hereingebenden Tasci – eine kurze Ausführung deutete sich an, doch Schneider drehte sich um, lief zurück an den kurzen Pfosten und wurde exakt dort von Tasci bedient. „Eine einstudierte Variante“, freute sich Baumgartner über den Schachzug – 3:0 (20.).

Der Frust saß nun tief bei den zuvor ungeschlagenen Rodenbachern. Der Ball war längst geklärt, als Tim Hotopp gegen Frantzmann im Strafraum nachtrat (23.). Schiedsrichter David Rau aus Nierstein zeigte direkt die Rote Karte und auf den Punkt. Tiedtke verwandelte eiskalt (24.). „Es war sehr wichtig, so deutlich in Führung zu gehen“, befand Frantzmann.

Mit dem 4:0 war die Partie natürlich entschieden. In Unterzahl gestalteten die Rodenbacher das Spiel ausgeglichener als zuvor mit elf Mann, allerdings gerieten die Meisenheimer, die das Geschehen jederzeit kontrollierten, zu keinem Zeitpunkt mehr in Gefahr. Baumgartner: „Wir wollten in der zweiten Hälfte den Zweikämpfen aus dem Weg gehen, mehr den Ball laufen lassen.“ Das gelang. Ballpassagen auch mal in den eigenen Reihen waren angesichts des Spielstands nicht nur verständlich, sondern zeugen durchaus von einer gewissen Reife der jungen Meisenheimer, bei denen die Innenverteidiger Pascal Mohr und Marc-André Schneider eine glänzende Rolle spielten. Am 5:0 (53.) war Frantzmann noch beteiligt, als er nach einem schönen Spielzug Walter bediente, der seine Torserie im siebten Spiel in Folge erweiterte. Anschließend musste der Kapitän angeschlagen raus. Sicher auch ein Grund dafür, dass es verhaltener wurde, denn Frantzmann war zuvor überall zu finden, half hinten aus, kurbelte vorne an. „Dazu kommt seine Körperlichkeit“, lobte auch Baumgartner.

Neben Frantzmann hatten auch andere Spieler (Benjamin Schmell, Luca Baderschneider) auf die Zähne gebissen. Walter hatte sich sogar wenige Tage nach einer Zahn-Operation in den Dienst der Mannschaft gestellt. Doch sie wollten alle dabei sein beim Spitzenspiel. „Wir wussten, dass wir ein starkes Team haben, dass es aber so gut läuft, war nicht zu erwarten. Von einer Startserie kann man nach zehn Siegen in elf Spielen ja schon kaum noch reden. Das ist mehr, aber uns ist auch bewusst, dass wir mal ein Partie verlieren werden. Niemand geht da ungeschlagen durch die Saison“, erläuterte Frantzmann und ergänzte: „Die nun folgende englische Woche hat für mich eine große Bedeutung, aber auch jetzt sage ich schon, dass ich mit Platz drei am Ende unzufrieden wäre.“

SG Meisenheim/Desloch/Jeckenbach: Steeg – L. Redschlag, Mohr, M. Schneider, Michael – Tasci, Schmell (52. Baderschneider) – P. Schneider (72. Steinhauer), Frantzmann (59. Yerima), Tiedtke – Walter.

So geht's weiter: am Sonntag, 15 Uhr, bei den SF Bundenthal.

Von unserem Redakteur Olaf Paare
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