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Bingen

Dieses Derby elektrisiert die Region

Hassia gegen Eintracht – an der Nahe gibt es kein prestigeträchtigeres und traditionsreicheres Derby als den Vergleich zwischen Fußballern aus Bingen und Bad Kreuznach. In den den 1970er- und 80er-Jahren lockte das Duell Tausende in die Stadien. Am heutigen Freitagabend ist es nach siebeneinhalb Jahren Punktspiel-Abstinenz wieder so weit, um 19.30 Uhr treffen die Verbandsligisten am Hessenhaus aufeinander.

Ein Bad Kreuznacher, der das Hassia-Emblem auf der Brust trägt: Der Binger Trainer Nelson Rodrigues ist zweifelsohne einer der Protagonisten des Traditions-Derbys im Jahr 2016.  Foto: Klaus Castor
Ein Bad Kreuznacher, der das Hassia-Emblem auf der Brust trägt: Der Binger Trainer Nelson Rodrigues ist zweifelsohne einer der Protagonisten des Traditions-Derbys im Jahr 2016.
Foto: Klaus Castor

Bingen. Hassia gegen Eintracht – an der Nahe gibt es kein prestigeträchtigeres und traditionsreicheres Derby als den Vergleich zwischen Fußballern aus Bingen und Bad Kreuznach. In den den 1970er- und 80er-Jahren lockte das Duell Tausende in die Stadien. Am heutigen Freitagabend ist es nach sechseinhalb Jahren Punktspiel-Abstinenz wieder so weit, um 19.30 Uhr treffen die Verbandsligisten am Hessenhaus aufeinander.

"Das Spiel elektrisiert. Egal, ob auf der Arbeit, im Training oder wenn ich durch die Fußgängerzone gehe, jeder spricht mich auf das Derby an. Jeder freut sich auch darauf. Es wird sicher einiges los sein bei der Hassia", berichtet Nelson Rodrigues, der Trainer der Binger, der als Bad Kreuznacher eine besondere Beziehung zu der Partie hat. Mit 500 Besuchern rechnet er.

Auf eine klare Angelegenheit setzt er dagegen nicht. "Wenn ich mir die Liste der zur Verfügung stehenden Spieler betrachte, dann ist die Eintracht der Favorit", sagt Rodrigues. Er bescheinigt dem Gegner eine hohe individuelle Klasse und einen breiten Kader. Die Binger kämpfen dagegen derzeit mit zahlreichen Verletzungen. "Ich habe elf Spieler. Die elf werden aber Vollgas geben. Die haben Kraft für 95 Minuten, und ich bin sicher, dass wir mit diesen elf Akteuren auch etwas Zählbares behalten werden." So war es schon am Sonntag, als die Binger überraschend beim FC Speyer einen 2:0-Erfolg feierten. "Die gleichen Spieler werden wieder auflaufen. Da brauche ich gar kein Geheimnis draus machen", sagt Rodrigues.

"Dass Nelson uns zum Favoriten erklärt, ist doch nur Taktik", wehrt Thomas Wunderlich, der Trainer der Bad Kreuznacher, die Vorlage ab und ergänzt: "Natürlich sind die Binger personell angeschlagen, aber das sind wir doch auch. Es wird mir zu oft vergessen, dass uns Leute wie Gürkan Satici, Jörg Cevirmeci oder auch Nils Flühr fehlen. Fabien Spreitzer war zu Wochenbeginn krankgeschrieben, Sebastian Baumann hat jetzt sein erstes Spiel gemacht." Zudem steckt der Eintracht das Pokalspiel vom Mittwoch gegen den TSV Schott Mainz (0:2) in den Knochen – wir berichteten. "Wir werden uns vor dem Spiel genau anschauen, wie die einzelnen Spieler drauf sind, und dann entscheiden, wer aufläuft. Eines ist doch klar, die Partie gegen Schott war sehr intensiv und hat Kraft gekostet", sagt Wunderlich. Allerdings hat die Eintracht mit ihrem starken und mutigen Auftritt gegen den Oberliga-Zweiten auch Selbstvertrauen getankt. "Wir hatten am Anfang Probleme, haben uns dann aber von Minute zu Minute gesteigert und in die Partie gearbeitet. Leider haben wir unsere zwei, drei guten Möglichkeiten nicht genutzt", bilanziert Wunderlich und ergänzt: "Wir sind alle enttäuscht, dass wir nicht weitergekommen sind, aber wir haben uns teuer verkauft."

Von einem Vorteil für sein Team angesichts der kurzen Erholungsphase des Gegners will Rodrigues nichts wissen: "Ich sehe auch da die Eintracht im Vorteil. Sie hat einen großen Kader, kann neue Leute nachschieben. Ich kann das im Vergleich zum Spiel in Speyer nicht." Die Ausgangsposition in der Tabelle ist übrigens eindeutig. "Wir brauchen die Punkte ganz dringend", sagt Wunderlich, dessen Team in den Keller gerutscht ist. Auch die Hassia, die sieben Punkte mehr als die SGE auf dem Konto hat, darf sich keinen Heim-Ausrutscher erlauben, will sie in Schlagdistanz zur Spitze bleiben.

Im Mittelpunkt des Duells wird sicher Adrian Simioanca stehen, der in dieser Saison schon für beide Teams aufgelaufen und dessen Wechsel kurz vor Toresschluss nicht ganz geräuschlos verlaufen ist. Trotzdem sagt Rodrigues: "Wir werden Adrian mit einem Handschlag begrüßen. Er hat die Knochen für den Verein hingehalten, als es der Hassia nicht gut ging. Das werden wir ihm nie vergessen." Wunderlich denkt nicht daran, seinen Abwehr-Haudegen bei der Rückkehr zu schonen oder vielleicht sogar zu schützen: "Adrian ist Ex-Profi und hat vor 25 000 Zuschauern gespielt. Da wird ihn Hassia Bingen nicht in die Enge treiben. Im Gegenteil, das Spiel wird ihn motivieren. Er lebt ja noch immer dort, ist ein Binger durch und durch." Eine weitere Facette des Traditions-Derbys. Olaf Paare

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