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Baumholder

Jan Neugebauer rettet Baumholder die Kerb

Als Jan Neugebauer in der 71. Minute eingewechselt wurde, schien es aus fußballerischer Sicht eine triste Kirmes in Baumholder zu werden. Gerade hatte der VfR Baumholder in seinem Landesliga-Kerbe-Heimspiel das 0:2 gegen den SV Steinwenden kassiert, und es sprach überhaupt nichts dafür, dass es noch die große Umbiegung geben könnte. Eine Viertelstunde später war Neugebauer der Held. Er wurde zum Initiator der Wende und Retter der Kerb in Baumholder. "Mit Jan Neugebauer ist die Wende gekommen", sagte auch sein Trainer Sascha Schnell, der zugab, eigentlich auch nicht mehr an ein gutes Ende dieser Begegnung geglaubt zu haben.

VfR-Trainer Sascha Schnell erlebte eine verrückte Partie. In der 71. Minute wechselte er mit Jan Neugebauer die Wende ein.  Foto: Manfred Greber
VfR-Trainer Sascha Schnell erlebte eine verrückte Partie. In der 71. Minute wechselte er mit Jan Neugebauer die Wende ein.
Foto: Manfred Greber

Neugebauer sorgt für Leben

Die Baumholderer Oliver Simon, René Wenz, Marcel Lichtenberger und Jonas Thielmann (von links in grün) kämpften bei ihrem Kerbe-Heimspiel so lange, bis André Forsch (Nummer 9) und dessen SV Steinwenden in die Knie gezwungen waren.  Foto: Manfred Greber
Die Baumholderer Oliver Simon, René Wenz, Marcel Lichtenberger und Jonas Thielmann (von links in grün) kämpften bei ihrem Kerbe-Heimspiel so lange, bis André Forsch (Nummer 9) und dessen SV Steinwenden in die Knie gezwungen waren.
Foto: Manfred Greber

Mit Neugebauer kamen Raffinesse, Spielwitz, Technik, Schläue und Unberechenbarkeit und damit endlich Leben ins bis dahin biedere Baumholderer Spiel. Der bis dahin souveräne SV Steinwenden wähnte sich offenbar in Sicherheit, konnte aber mit der Neugebauerschen Mixtur überhaupt nichts anfangen und hatte dem VfR urplötzlich nichts mehr entgegenzusetzen. Sieben Minuten nach Neugebauers Einwechslung tankte sich Yannik Michels über rechts durch. Eigentlich rannte er sich fest, aber Steinwenden bekam den Ball nicht weg und Robin Sooß stocherte so lange, bis die Kugel plötzlich vor den Füßen von Marcel Lichtenberger lag - und "Hoeneß junior" zog ab und markierte das 1:2 (78.). Da konnte man schon ahnen, dass es Steinwenden noch an den Kragen gehen würde. "Da ist ein Ruck durch die Mannschaft gegangen", fand auch Schnell.

Dass die Gäste dann aber so schnell aus den Latschen kippen würden, wie es in den folgenden fünf Minuten geschah, war wiederum nicht zu erwarten. Nur zwei Minuten nach dem 1:2 sorgte nämlich Michels für das 2:2. Aber wie sensationell hatte Neugebauer dieses Tor vorbereitet. Über links ging der junge Mann ins Tempodribbling, tanzte zwei Steinwendener aus, tunnelte zwei und spielte dann quer, wo Michels versenkte - 2:2 (80.). Weitere drei Minuten darauf war die Begegnung komplett gekippt. Iven Jank, noch so ein junger VfR-Wilder, der bis dahin nur mit allergrößter Mühe einigermaßen mithalten konnte, zischte auf der rechten Außenbahn nicht nur ab wie eine Rakete, sondern flankte auch noch präzise, wuchtig und halbhoch in den Fünfmeterraum. Dort ging Neugebauer, höchstpersönlich in den Ball, versenkte ihn im langen Eck und war jetzt endgültig der König. Eine gewaltige Baumholderer Jubeltraube drohte ihn nach diesem 3:2 (83.) zu zerquetschen, doch er überstand auch das.

Schiedsrichter fehlt Übersicht

In der Nachspielzeit initiierte Neugebauer noch einen Konter, der damit endete, dass Steinwendens Oliver Zimmer gegen Lukas Decker die Notbremse zog und die Rote Karte kassierte. Der SV-Spieler hatte dabei Pech, dass Schiedsrichter Stephan Rüdiger eine Sekunde zu früh abpfiff, denn wenn der Referee gewartet hätte, wäre der mitgesprintete Robin Sooß wohl nicht mehr zu halten gewesen und hätte das 4:2 erzielt - und dem Steinwendener Zimmer wären Rot und mindestens ein Spiel Sperre erspart geblieben, doch dem Gespann um Schiedsrichter Rüdiger fehlte die Übersicht, um das zu erkennen und die Vorteilsregel zu nutzen (90.+3).

Fast zwei Stunden vorher hatte der Schiedsrichter aber alles richtig gemacht, als er in der 6. Spielminute auf den Elfmeterpunkt gedeutet hatte. Beim ersten Steinwendener Angriff, nach einer Flanke von rechts, verschätzte sich Erik Lutz zunächst und ging dann noch höchst ungeschickt in den Zweikampf mit Heiko Brunck. Der kam am Fünfmeterraum zu Fall und es gab Strafstoß. Zimmer verwandelte, und der VfR musste einem Rückstand hinterherrennen (6.).

Ein Freistoß und seine Kopie

Genau zweimal hatten die Baumholderer dann die Gelegenheit auszugleichen. Beide Male waren tolle Freistöße von Jan Eisenhut dafür verantwortlich. In der 8. Minute gab es den ersten aus halbrechter Position, etwa 25 Meter vom Kasten entfernt. Eisenhut zirkelte den Ball über die Mauer. SVS-Torwart Marco Heil stürzte recht ungeschickt ins Eck, doch mithilfe des Pfostens landete die Kugel nicht im Tor. Der Nachschuss hätte es allerdings müssen, aber Lutz machte seine verkorkste Anfangsphase komplett und traf den Ball ungefähr zwei Handbreit vor der Linie des leeren Tors nicht richtig. Steinwenden kam davon.

Zuschauer, die, weil sie vielleicht ein Würstchen holen waren, diese Freistoßszene verpasst hatten, konnten in Minute 26 die Wiederholung erleben. Ungefähr gleiche Stelle, gleicher Schuss von Eisenhut, gleicher tollpatschig wirkender Abwehrversuch von Torwart Heil und der gleiche Pfosten. Allein, es gab keine Nachschusschance - vielleicht auch nur, weil Lutz nicht mehr auf dem Feld war. Trainer Sascha schnell hatte ihn ausgewechselt. Aber keineswegs wegen der Fehler. Lutz war angeschlagen in die Partie gegangen - es ging einfach nicht mehr bei ihm.

Jank kam und kämpfte und belohnte sich in der schon erwähnten 83. Minute für seinen Fight. Nur sechs Minuten nach dem ersten war Schnell zum zweiten Wechsel gezwungen. Maurice Heidrich musste runter, Lukas Decker kam (32.).

Schiri versagt dem VfR klaren Elfer

Im Rest von Hälfte eins und lange in Durchgang zwei erlebten die Zuschauer ein wenig ansehnliches, zerfahrenes Spiel, in dem Steinwenden alles im Griff zu haben schien. Gerade in der ersten Hälfte der zweiten 45 Minuten hatte der VfR enorme Schwierigkeiten im Spielaufbau und die Partie neigte sich immer mehr in Richtung der Gäste. Allerdings versagte der Referee dem VfR einen glasklaren Elfmeter, als Lichtenberger am linken Strafraumeck in die Zange genommen worden war. In der 63. Minute vergab Steinwendens Torjäger André Forsch noch das 2:0, aber acht Minuten darauf passierte es. Der bis dahin stabile Sebastian James wollte den Ball zurück zu Torwart Julian Staudt köpfen. Forsch sprintete dazwischen. Mit Glück verhinderten Staudt, James und Oliver Simon zunächst noch den Einschlag. Doch bei ihrer Rettungsaktion verloren sie die Übersicht und brachten Steinwendens Jonas Heinz 18 Meter vor dem Tor in Schussposition. Cool und überlegt schob Heinz wie ein Golfer beim Putten die Kugel ins leere Tor zum 2:0 für die Gäste.

Doch kaum war die Kugel in dieser 71. Minute drin, kam die Wende. Es kam Neugebauer! Sascha Nicolay

VfR Baumholder
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