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    Kreis Bad Kreuznach

    Spielabsagen – ein neuer Trend an der Nahe?

    Thomas Dubravsky kennt sie noch: die gute alte Zeit. „Vor 20 Jahren“, sagt der Vorsitzende des Fußball-Kreises Bad Kreuznach, „da war man stolz, in der Bezirksliga zu spielen. Da war das die Königsklasse an der Nahe, da gab es oben drüber nicht mehr viel.“ Ist dieser Stolz abhanden gekommen? Dubravsky ist sich zumindest bei einer Sache sicher: „Spielabsagen hätte es in der Bezirksliga früher nicht gegeben.“

    Ein Mann der klaren Worte: Thomas Dubravsky. Foto: Stefan Munzlinger
    Ein Mann der klaren Worte: Thomas Dubravsky.
    Foto: Stefan Munzlinger

    Zuletzt sind in der Fußball-Bezirksliga wegen personeller Engpässe allerdings zwei Begegnungen verlegt worden, „und darüber bin ich nicht begeistert“, verdeutlicht der Fußball-Kreisvorsitzende. Unweigerlich wird an der Nahe nun eine Frage diskutiert: Sind Spielabsagen ein neuer Trend im regionalen Fußball?

    Klar ist, dass Verlegungen und Absagen in den unteren Ligen, insbesondere in der C-Klasse, seit Längerem ein Mittel sind, auf das dort beheimatete Teams regelmäßig zurückgreifen. Zumeist handelt es sich dabei um Reservemannschaften. Mit der Absage des Landesligaspiels zwischen dem SV Steinwenden und Karadeniz Bad Kreuznach zu Saisonbeginn – Karadeniz hatte Personalsorgen – und zwei Spielverlegungen in der Bezirksliga hat die Sache aber eine andere Dimension angenommen. Die drei Vereine, für die eine Absetzung der Partie notwendig wurde, stehen mit ihren Problemen nicht alleine da. Auch andere Vereine standen schon vor der Situation, kaum noch ein Team stellen zu können. Der frühe Zeitpunkt der Absagen beziehungsweise Spielverlegungen macht Dubravsky dennoch nachdenklich. Die Entwicklung regt den Kreis-Vorsitzenden dazu an, über das große Ganze zu sinnieren.

    „Der Fußball ist kein Auslaufmodell“, sagt Dubravsky. „Wir müssen den Fußball aber wieder anders anpacken.“ Von den Vereinsverantwortlichen fordert er, dass sie die Spieler wieder mehr in die Pflicht nehmen. „Die Spieler sind heutzutage direkt eingeschnappt, wenn sie mal Gegenwind bekommen. Davon müssen wir wegkommen“, betont der frühere Vorsitzende des FV Hochstätten. Die Spieltermine stünden vor der Saison fest, daran müsse sich gehalten werden, „ansonsten müssen wir uns die Frage stellen, wie viel Ernsthaftigkeit noch in einer doch schon höheren Liga wie der Bezirksliga steckt.“

    Dubravsky setzt auch bei seiner eigenen Arbeit an. In einem ersten Schritt will er dafür sorgen, dass die Vereine an der Nahe bei großen personellen Problemen dazu verpflichtet werden, trotzdem mit dem ersten Team aufzulaufen und die Partie der Reserve abzusagen. Der umgekehrte Fall – erste Mannschaft hat frei, Reserve spielt – soll der Vergangenheit angehören. Und was fordert Dubravsky von den Spielern? „Ich wünsche mir Spieler, die vielleicht nur Bezirksliga-Format haben, es aber trotzdem mal in der Landesliga versuchen, ein Jahr alles dafür tun und sehen, wie weit sie kommen.“ Mit dieser Einstellung, da ist sich der Kreisvorsitzende sicher, würden auch die Spielverlegungen wieder zurückgehen.

    Wie stehen die betroffenen Vereine zu der Thematik? Bei der SG Schmittweiler/Callbach/Reiffelbach/Roth und beim SV Winterbach, die in der Bezirksliga jeweils um Verlegungen ihrer Partien gegen die SG Eintracht Bad Kreuznach II gebeten hatten, fühlen sich die Verantwortlichen ungerecht behandelt. Werner Lamneck, Trainer der Schmittweilerer, erinnert sich: „Ich hatte acht, neun Ausfälle. Spieler, die krank waren oder Schicht arbeiten mussten. Zwei Akteure hatten zudem Urlaub. Wenn alle Spieler zur Verfügung stehen, ist es kein Problem, aber wenn Ausfälle dazukommen, wird es schwierig. Wir müssen die ganze Saison schon mit Spielern aus der Reserve auffüllen.“

    Generell stellt Lamneck heraus, dass die Kader der Teams mittlerweile kleiner sind, als es offiziell den Anschein hat: „Man muss sich nur die Kader im TTT-Sonderheft anschauen. Da stehen viele Spieler drin, aber am Ende sind es doch weniger. Ich muss etwa mit 18 Akteuren auskommen.“ Zum Vergleich: Im Sonderheft des Oeffentlichen Anzeigers sind bei der SG Schmittweiler 22 Kicker gelistet.

    Ein Akteur, der von den Absagen auf der Gegenseite betroffen war, sieht die Vereine derweil in der Pflicht, alles dafür zu unternehmen, dass die Spiele ausgetragen werden können. Selim Darcan, der bei der SG Eintracht Bad Kreuznach II spielt, betont mit Blick auf die Nachholtermine, die auf ihn und seine Kollegen zukommen: „Wir müssen jetzt einen Feiertag opfern, an dem wir eventuell schon anderweitig verplant waren. Ich finde es respektlos, so mit der Zeit Anderer umzugehen.“

    Die Sache habe großen Unmut bei der Eintracht ausgelöst, macht Darcan deutlich. „Wir haben uns gewundert, warum das Ganze nicht von offizieller Seite sanktioniert wurde“, regt er zu Maßnahmen an, über die in der guten alten Zeit noch niemand nachgedacht hätte.

    Von unserem Redakteur Christoph Erbelding

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