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Idar-Oberstein

19 Punkte weg: A-Jugend des SC Idar-Oberstein soll absteigen

Ein Fehler mit großer Wirkung ist der Jugendabteilung des SC Idar-Oberstein unterlaufen. Weil der SC in der A-Junioren-Verbandsliga einen Spieler ohne Spielberechtigung eingesetzt hatte, sind den Schmuckstädtern insgesamt satte 19 Punkte abgezogen worden. Statt 40 Punkte hat der SC nun nur noch 21 Zähler auf dem Konto. Statt sich über den souveränen Klassenverbleib zu freuen, ist der SC nun auf den letzten Tabellenplatz gestürzt und muss sich mit dem Abstieg in die Landesliga auseinandersetzen. Kurios: Bis zum heutigen Donnerstag um 12 Uhr lag dem SC Idar-Oberstein noch kein Urteil der Verbandsspruchkammer vor, die offizielle Tabelle war aber schon abgeändert und der SC auf den letzten Platz gesetzt worden.

Sportlich haben Tomasz Kakalas A-Junioren die Verbandsliga gehalten. Doch nach 19 Punkten Abzug, müssen sie absteigen.  Foto: Joachim Hähn
Sportlich haben Tomasz Kakalas A-Junioren die Verbandsliga gehalten. Doch nach 19 Punkten Abzug, müssen sie absteigen.
Foto: Joachim Hähn

Doch der Reihe nach, welcher Fehler ist denn überhaupt passiert? Vor der Saison plante der SC mit einem A-Junioren-Verbandsligakader von 22 oder 23 Spielern. Ein recht großer Kader, bei dem damit zu rechnen war, dass einige Akteure nicht oder kaum zum Einsatz kommen würden. Zugleich hatte der VfR Baumholder in der Landesliga Personalsorgen. Genau für solche Fälle hat der SWFV vor der Saison eine besondere Spielmöglichkeit geschaffen. So genannte „Überhangspieler“, dürfen mit einem Zweitspielrecht bei einem anderen Verein zum Einsatz kommen. Der SC und der VfR Baumholder einigten sich, und zwei Akteure des SC Idar-Oberstein liefen fortan mit Zweitspielrecht beim VfR Baumholder auf. Allerdings betont die Spielordnung, dass solche Spieler dann im Laufe der Saison nicht mehr für ihren Stammverein, in dem Fall also für den SC, auflaufen dürfen. Doch genau das geschah.

Der zu Saisonbeginn scheinbar so große Idarer Kader schrumpfte. Der SC brauchte wieder alle Kräfte und setzte dabei auch auf seine „Überhangspieler“. Trainer Tomasz Kakala ließ zum Beispiel Mouhamed Koujate, der das Zweitspielrecht für den VfR Baumholder besessen und für die Westricher auch gespielt hatte, auflaufen. Der SC-Coach tat das in dem Glauben, alles korrekt zu machen. Er hätte es aber nicht tun dürfen. Zunächst fiel das keinem auf. Koujate spielte oft und war an sechs Siegen und einem Remis, also 19 Punkten beteiligt. Erst nach dem Ende der Saison, die der SC sportlich als Sechster abgeschlossen hatte, kam der große Hammer. Verbandsligastaffelleiter Rainer Bernhardt forderte die Idarer zu einer Stellungnahme wegen des beschriebenen Fehlers auf, und beim SC reifte die Einsicht, tatsächlich etwas nicht richtig gemacht zu haben.

„Wir haben einen Fehler gemacht. Da führt kein Weg dran vorbei“, sagt beispielsweise Wolfgang Krins, der sich als Berater des Jugendausschusses des SC Idar-Oberstein jetzt mit dem Fall beschäftigt. Und auch Martin Schneider, der Fußball-Abteilungsleiter des SC, räumt ein: „Es ist wohl so, dass wir einen Fehler gemacht haben.“ Trotzdem will der SC gegen den extremen Punktabzug vor- und in die Berufung gehen. Der Verein argumentiert, dass auch die Kontrollmechanismen des Verbands nicht gegriffen hätten.

Tatsächlich ist es ja so, dass der nicht einsatzberechtigte Akteur öfter aufgelaufen ist. In den Augen des SC Idar-Oberstein hätte der Fehler also deutlich früher aufgedeckt werden müssen. Logischerweise hätte der SC diesen Spieler dann nicht mehr eingesetzt und wäre mit einem viel niedrigerem Punktabzug davon gekommen. „Wir haben einen Fehler gemacht und wollen dafür auch bestraft werden, aber in angemessener Weise. 19 Punkte Abzug am Ende der Saison sind nicht angemessen“, sagt Krins, und Schneider betont: „Das ist ein extremer Einschnitt und kann Jugendarbeit über Jahre kaputt machen.“

Der SC will also gegen das Strafmaß vorgehen, das Urteil anfechten – wenn ihm denn eines vorliegen würde. Dass der Verein gemäß eines Urteils der Verbandsspruchkammer mit einem Punktabzug bestraft wird, dass er absteigen muss und stattdessen der VfB Bodenheim in der Verbandsliga bleiben darf, wissen die Verantwortlichen des SC Idar-Oberstein nämlich nur aus einer E-Mail, die Staffelleiter Bernhardt am Dienstag an alle Klubs der A-Junioren-Verbandsliga versandt hat. Und das hält Martin Schneider für ein „starkes Stück“. Der Abteilungsleiter stellte am heutigen Donnerstag um 12 Uhr klar: „Das Urteil, auf das sich der Staffelleiter in seiner E-Mail an alle Vereine beruft, liegt uns, dem betroffenen Verein, noch nicht vor. So etwas geht ganz und gar nicht.“ Schneider beschwerte sich deshalb auch bei der Verbandsgeschäftsstelle. „Ich habe meinen Unmut klar geäußert“, berichtet er.

Weil dem SC das Urteil noch nicht vorliegt, hält Schneider die Abänderung der offiziellen Tabelle und Feststellung des SC-Abstiegs auch für vorschnell. „Jedem wird klar sein, dass wir gegen ein derart einschneidendes Urteil in Berufung gehen werden“, betont Schneider, ehe er süffisant nachlegt: „Wenn wir denn irgendwann mal eines bekommen.“

Es bleibt also spannend. Nach aktuellem Stand ist die A-Jugend des SC Idar-Oberstein gemäß einer offiziellen Tabelle, die nach einem noch nicht veröffentlichten Urteil der Verbandsspruchkammer entstanden ist, mit einem Abzug von 19 Punkten bestraft worden und abgestiegen. Diesen Abstieg will der SC Idar-Oberstein per Berufung und einer Abmilderung des Urteils verhindern. Schneider hofft, dass sein Verein am Ende Erfolg hat. Er sagt: „Ursprünglich wollten wir einem anderen Verein helfen. Wenn jetzt der Abstieg aus der A-Junioren-Verbandsliga als Bumerang zurückkommen würde, dann wäre das schon eine sehr harte Sache für uns.“ Sascha Nicolay

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