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Stromberg/Mayschoß

Mit Willi fliegt Berlandy zum zwölften Sieg

Olaf Paare

Diese Siegesserie sucht im deutschen Motorsport ihresgleichen. Georg Berlandy aus Stromberg hat zum zwölften Mal die Rallye Köln-Ahrweiler gewonnen. „Mir geht es eigentlich gar nicht mehr um den Gesamtsieg, sondern darum, mein Auto auf den tollen Strecken in der Eifel auszufahren und vor allem es zu fühlen. Das macht mich glücklich“, erklärt der Opel-Pilot. Vielleicht lag es ja an dem besonderen Verhältnis zu ihrem Boliden, den die Rallyewelt wegen der schwarz-gelben Lackierung Willi nennt, dass Berlandy und seine Beifahrerin Ricki Schmitt die Traditions-Rallye nach Belieben dominierten und mit großem Vorsprung gewannen.

Ein Herz und eine Seele, aber auch ein starkes Rallyeteam: Ricki Schmitt und Georg Berlandy auf der Siegerrampe.  Foto: Patrick Mohr
Ein Herz und eine Seele, aber auch ein starkes Rallyeteam: Ricki Schmitt und Georg Berlandy auf der Siegerrampe.
Foto: Patrick Mohr

Der Weg zum Rallyezentrum in Mayschoß war mal wieder eine Punktlandung gewesen. Der Motor seines Kadett C GT/E befand sich in der Revision und konnte erst am Dienstag abgeholt werden. In der folgenden Nacht und am Mittwoch schraubten Berlandy und sein Hauptmechaniker Dirk Grube wie die Weltmeister. „Am Mittwochabend war alles fertig, und es hat gepasst. Wir mussten keine Schelle mehr nachziehen“, berichtete Berlandy, der sich direkt dran machte, das fertiggestellte Auto auf den Straßen rund um Stromberg zu testen und die richtigen Reifenmischungen sowie Einstellungen für die zu erwartenden Bedingungen zu finden. „Irgendwie haben wir es dann geschafft, gut vorbereitet am Freitagmorgen im Rallyezentrum anzukommen“, freute sich Berlandy. Zum Auftakt ließ er es bei einer Abendprüfung aber noch ruhig angehen. „Die Rallye wird nicht am Freitagabend entschieden. Ich wollte da nichts riskieren“, erläuterte der Pilot, der bereits zum 16. Mal die Eifelpisten befeuerte.

Willi go: Mit der Startnummer eins fuhren Georg Berlandy und Ricki Schmitt bei der Rallye Köln-Ahrweiler auf Rang eins.  Foto: Patrick Mohr
Willi go: Mit der Startnummer eins fuhren Georg Berlandy und Ricki Schmitt bei der Rallye Köln-Ahrweiler auf Rang eins.
Foto: Patrick Mohr

Eine Vorentscheidung fiel dann bereits am Samstagmorgen. In der ersten Prüfung des Tages schockten Berlandy und Ricki Schmitt die Konkurrenz mit einer Fabelzeit, legten zwölf Sekunden zischen sich und die staunenden Verfolger. „Da war für mich schon klar, dass es gut für uns aussieht. Meine Lieblingsprüfungen kamen ja schließlich noch“, erklärte Berlandy. Schnell stellte sich heraus, dass er und seine Stromberger Crew für die extrem schwierigen Bedingungen – der Dauerregen hatte die Pisten teilweise in Bäche verwandelt – die besten Antworten gefunden hatte. „Dieser Sieg war keine Selbstverständlichkeit, weil in diesem Jahr sehr viele leistungsstärkere Fahrzeuge am Start waren. Dass wir sie alle derart deklassiert haben, macht den zwölften Erfolg zu etwas Besonderem. Da haben viele Konkurrenten den Hut vor uns gezogen. Es hat sich aber herausgestellt, dass unsere langjährigen Erfahrungen in der Eifel Gold wert sind“, analysierte Berlandy, der ergänzte: „Es hat mich schon verblüfft, dass in der Pause im Fahrerlager andere Piloten zu mir gekommen sind und sich nach meinen Reifen erkundigt haben. Ich hatte Grip, die anderen nicht. Die Konkurrenten hatten sich zu dem Zeitpunkt auch schon aufgegeben und offen gesagt, dass sie nur noch eine Chance hätten, wenn ich ausfalle.“

Den Gefallen tat ihnen Berlandy aber nicht. Vielmehr gab er weiter vor den zahlreichen Zuschauern Gas: Am Ende gewannen die Renner aus dem Naheland zehn der 13 Wertungsprüfungen und hatten satte 2:09 Minuten Vorsprung – im Rallyesport sind das Welten. Neben Berlandys Fahrkunst gab auch das „Schwarze Gold“ den Ausschlag. Der Motorsportler analysierte: „Die Konkurrenten hatten die gleichen Reifenmarke und die gleichen Mischungen aufgezogen. Doch das Geheimnis ist der richtige Reifendruck. Das Wissen haben wir uns über viele Jahre erarbeitet.“

Wer eine Rallye zwölfmal gewinnt, der muss eine besondere Beziehung zu ihr haben. Was macht für Rekordsieger Berlandy den Reiz von Köln-Ahrweiler aus? „Für mich ist diese Rallye ein Mythos. Es sind die anspruchsvollen Strecken, aber auch, dass es die letzte Rallye des Jahres ist. Da will jeder unbedingt noch einmal alles herausholen.“ Der Stromberger hat übrigens sogar die deutsche Ikone Walter Röhrl deutlich hinter sich gelassen. Der einstige Weltmeister siegte lediglich zweimal zwischen Köln und Ahrweiler.

Für Berlandy war der Sieg in Mayschoß der Abschluss eines bewegten Jahres. Zu Beginn hatte er mit Willi einige Rallyes aufgemischt, auch international bei der Rallye Costa Brava in Spanien für Furore gesorgt. „Es folgten dann aber viele Probleme mit der Technik. Ich war da schon sehr frustriert und habe angefangen zu zweifeln“, gibt der Stromberger zu. Doch nach dem Gesamtsieg bei der Rallye Kohle und Stahl im Saarland im September ging es aufwärts. „Da war der Spaß zurück, dazu die Revision des Motors. Das gab einen Aufschwung, das Auto lief nun perfekt. Ich hatte wieder ein gutes Gefühl“, sagte der erfahrene Pilot. Und auf sein Gefühl kann er sich verlassen. Apropos Gefühl: Zum dritten Mal in Folge siegte Berlandy nun schon gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Ricki Schmitt, und so gab es auf der Siegerrampe neben einem Gläschen Sekt auch einen Siegerkuss.

Im nächsten Jahr plant Berlandy mehr internationale Einsätze. Er will Willi einem breiten Publikum präsentieren. Dass aber der letzte Einsatz des Jahres im November in der Eifel sein wird, steht bereits fest. „Ich habe ganz viele Ideen für 2018, freue mich schon jetzt auf den Start. Und wenn ich in die Siegerliste der Rallye Köln-Ahrweiler schaue, dann sehe ich, dass ich fünfmal mit einem Opel Ascona 400 und fünfmal mit einem Ascona A gewonnen habe, jetzt dreimal mit dem Kadett. Da wäre es doch schön, auch fünfmal den Kadett als Siegerfahrzeug zu verewigen“, nennt Berlandy seine nächsten Ziele – auch wenn es ihm ja eigentlich gar nicht mehr um den Gesamtsieg geht...

Von unserem Redakteur Olaf Paare

„Ich hatte Grip, die anderen nicht.“

Die richtige Reifenabstimmung gab für Georg Berlandy den Ausschlag.

Motorsport (EL)
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