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Einwurf zum Ahrweiler BC: Aufschwung hier, Absturz da

Was war da los? Marcus Pauly blickt auf Wege zum Erfolg und zum Misserfolg:

Marcus Pauly.
Marcus Pauly.
Foto: RZ

Am Sonntag hat der Ahrweiler BC die Sekt- oder doch wohl eher die Bier-Kronkorken knallen lassen, um den Aufstieg der Reserve ins Fußball-Kreisligaoberhaus zu begießen. Es könnte der Auftakt zu Ahrweiler Festwochen gewesen sein, stehen doch auch noch andere Mannschaften des Vereins vor einem Titelgewinn. Allen voran die erste Garnitur, der die Tür zur Rheinlandliga weit offen steht.

Während der ABC erwartungsfroh nach vorn blickt, sieht rund 20 Kilometer weiter westlich ein einstiges sportliches Schwergedicht im Kreis Ahrweiler einer trüben Zukunft entgegen. Die SG Bad Breisig taumelt auf ihren dritten Abstieg in Folge zu, womit der ehemalige Oberligist dann in der B-Klasse aufgeschlagen wäre – der typische Niedergang eines Vereins, der in seinem Streben nach Erfolg zu einseitig vorangegangen ist: nur ein großer Gönner und Geldgeber, der Blick nur auf der ersten Mannschaft, keine Reserve oder nur eine, die so tief angesiedelt ist, dass sie sportlich keine Rolle spielt, keine Jugendabteilung, die für Nachwuchs sorgt.

Und so müssen dann viele Spieler von außerhalb kommen, angelockt vom Knistern der Geldscheine und schnell wieder weg, wenn dieses Knistern leiser wird oder leiser zu werden droht. Ein Kommen und Gehen. So eine Mannschaft bleibt ein Fremdkörper im Verein.

Das kann eine Zeit lang gut gehen, aber irgendwann knistert's nicht mehr, sondern es knirscht im Gebälk. Und dann bricht das ganze fragile Konstrukt zusammen, der Sponsor geht, die Spieler auch, und es gibt nichts, was den Niedergang aufhält. Nachbar SpVgg Burgbrohl kann ein Lied davon singen, den es nach gleichem Muster von der Oberliga in die B-Klasse verschlagen hat.

Auch der ABC weiß, wie es sich anfühlt, nach langem Siechtum mit internen Zwistigkeiten und falschen Personalentscheidungen in der B-Klasse anzukommen. Dass der Verein jetzt aber, zwei Jahre vor seinem 100-jährigen Bestehen, wieder so gut dasteht, hat er einem Vorstand zu verdanken, der nicht alleine auf finanzielle Kraft setzt, sondern auf Augenmaß und Weitsicht.

Als Detlef Welling 2014 den Vorsitz übernommen hat, spielte der ABC noch in der B-Klasse. Der neue Vorstand, in dem sich zunehmend auch jüngere Mitglieder engagieren, rief stets die Nachhaltigkeit als oberstes Gebot auf. Was ebenso auf personelle Fragen wie die Außendarstellung und die Verankerung im Vereinsleben der Stadt gemünzt war.

Dass die Saat bislang so gut aufgegangen ist, liegt nicht zuletzt an guten Personalentscheidungen. Der Erfolg ist auch ein Verdienst von Jonny Susa als dem Trainer der ersten Mannschaft und Bekim Gerguri als Verantwortlichem für die Reserve.

Natürlich sind die Spieler aus dem aktuellen Kader nicht gekommen, weil es sich bei Ahrweiler um ein so pittoresk-schönes Städtchen handelt, sondern weil es auch noch handfestere Argumente gibt. Wobei der Vorstand nicht müde wird zu betonen, dass es nicht ein alleiniger großer Sponsor für die Finanzen sorge, sondern mehrere kleinere.

Wie auch immer, jedenfalls legt der ABC das Geld, das er hat, offenbar richtig an und vor allem breiter. So fokussiert er sein gesamtes Engagement nicht nur auf die erste Mannschaft. Schließlich handelt es sich um einen großen Verein mit über 600 Mitgliedern, darunter rund 250 Jugendliche. Ressourcen, die es zu fördern lohnt. So gibt es neben drei Senioren- auch noch 13 Jugendteams. Und für die bemüht man sich um möglichst gute und lizenzierte Trainer.

Was sich auszahlt. Den A-Junioren ist der Titel in der Bezirksliga kaum noch zu nehmen, die C-Junioren liefern sich in der Bezirksliga mit der punktgleichen JSG Westum einen heißen Kampf um die Meisterschaft, und die B-Junioren spielen wie die D-Junioren in der Bezirksliga ebenfalls überkreislich. Dazu die zweite Mannschaft nun in der A-Klasse: Das sollte ein solides Fundament sein. Da kann man auch schon mal verlieren, ohne dass es gleich im Gebälk knirscht – solange das Augenmaß nicht verloren geht.

Regionalsport extra (K)
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