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    Stellenbosch/Eitelborn

    Triathlet Boris Stein vor Ironman Südafrika: Werde sicher alles auf eine Karte setzen

    Wer es sich leisten kann, nach Platz zehn bei der Ironman-Weltmeisterschaft auf Hawaii, dem bedeutendsten Triathlon-Wettkampf des Jahres, seine taktische Leistung als Katastrophe einzuordnen, der muss in seinem Sport schon ziemlich weit oben angekommen sein. Boris Stein hat das geschafft - mit Talent, Ehrgeiz und viel Fleiß.

    Nach dem erfolgreichsten Jahr seiner Karriere steht der 31-Jährige, der in Eitelborn lebt und für die RSG Montabaur startet, vor dem Start in die neue Saison, die am 10. Oktober erneut auf Hawaii ihren Höhepunkt finden soll. Vor dem Ironman Südafrika am kommenden Sonntag, 10. April, spricht Stein im Interview mit unserer Sportredaktion über seine Vorbereitung, den anstehenden Wettkampf in Südafrika, seine Ziele für die Saison und das Verhältnis zu den Konkurrenten.

    Einsamkeit vor faszinierender Kulisse: Nachdem er in Andalusien an den Grundlagen gearbeitet hatte, bereitete sich Boris Stein auf Fuerteventura (Foto) auf die Triathlon-Saison vor. Am kommenden Wochenende startet der Profi aus Eitelborn beim Ironman Südafrika ins Wettkampfjahr.
    Einsamkeit vor faszinierender Kulisse: Nachdem er in Andalusien an den Grundlagen gearbeitet hatte, bereitete sich Boris Stein auf Fuerteventura (Foto) auf die Triathlon-Saison vor. Am kommenden Wochenende startet der Profi aus Eitelborn beim Ironman Südafrika ins Wettkampfjahr.
    Foto: Boris Stein

    Herr Stein, Sie haben auf Ihre Facebook-Seite nach dem letzten langen Trainingslauf der direkten Vorbereitung auf den Ironman Südafrika geschrieben, dass es jetzt darum geht, keinen Unsinn zu machen. Welche Gefahren drohen denn so kurz vor einem Rennen?

    Die größte Gefahr ist, nun zu viel zu machen - zu viel im Training und sich zu viele Gedanken. Zudem habe ich mir in den vergangenen zwei Jahren jeweils einen Infekt vor dem geplanten Saisonstart eingefangen. Das will ich dieses Jahr vermeiden.

    Wie viel haben Sie bis jetzt richtig gemacht in der noch jungen Saison?

    Bisher hatte ich kaum Trainingsausfälle aufgrund gesundheitlicher Beschwerden. Außerdem konnte ich mit der Mischung aus Trainingslagern und Heimataufenthalt eine ordentliche Grundlage für die Saison legen. Auch der Testwettkampf in Trier vor einem Monat hat funktioniert.

    Sie sind schon seit mehr als zwei Wochen in Südafrika. Hat ein Profi Zeit, sich einen Blick für Land und Leute zu gönnen, oder gibt es nur Training, Training, Training?

    Einen Blick für die Landschaft habe ich während des Trainings immer übrig, und an den Ruhetagen finde ich auch schon mal den Weg zum Strand oder anderen schönen Plätzen. Für ein komplettes Bild fehlt aber die Zeit. Wenn ich nicht trainiere, möchte ich vor allem entspannen und gehe dem großen Trubel aus dem Weg.

    Welche Bedingungen haben Sie für die Wettkampfvorbereitung vorgefunden?

    Es gibt wenige Orte auf der Welt, bei denen sich gute Schwimm-, Lauf- und Radmöglichkeiten vereinen. Stellenbosch ist einer davon, und er gilt auch nach europäischen Maßstäben als sicher. Einzig Freiwasserschwimmen im Meer sollte man aufgrund der Haie vermeiden.

    Welchen Eindruck haben Sie von der Strecke gewinnen können? Erfüllt sie Ihre Erwartungen?

    Leider wurde die Radstrecke im Vergleich zum Vorjahr deutlich entschärft, aber aufgrund des schlechten Asphalts und des zu erwartenden Winds ist sie die anspruchsvollste aller Ironman-Kontinentalmeisterschaften. Grundsätzlich kommen mir schwierige Bedingungen als schlechterer Schwimmer entgegen, denn das Wasser ist überall gleich nass - und anschließend bleibt mir mehr Zeit, Rückstände aufzuholen.

    Warum haben Sie sich für Südafrika entschieden?

    Nach den beiden Zitterpartien in den vergangenen Jahren möchte ich das Hawaii-Ticket diesmal früher lösen. Da erschien mir Südafrika vom Reiseaufwand am attraktivsten. Zudem ist das Rennen eine von vier Ironman-Kontinentalmeisterschaften, die nach der Weltmeisterschaft auf Hawaii den größten Stellenwert besitzen. Ein gutes Abschneiden hier wäre für mich ein weiterer Schritt nach vorne.

    Welche Zielsetzung hat ein Athlet, der auf Hawaii Zehnter geworden und damit in die absolute Weltspitze vorgestoßen ist?

    Ich träume vor jedem Rennen vom Sieg. Das erleichtert die Motivation im Training. Realistisch ist jedoch eine Platzierung auf dem Podium. Wobei ich, wenn sich die Möglichkeit bietet, sicher alles auf eine Karte setzen werde, da ich mit meiner Hawaii-Platzierung vom vergangen Jahr schon einen Großteil der nötigen Qualifikationspunkte gesammelt habe. Das Reglement verlangt jedoch zusätzlich noch einen Zieleinlauf bei einer Langdistanz. "Pokal oder Spital" würden unsere österreichischen Freunde sagen.

    Wie werden Sie vor Ort wahrgenommen? Sind Sie nach der Absage von Hawaii-Sieger Jan Frodeno der große Favorit?

    Ich gehöre zum Kreis der zehn Starter, die das Rennen gewinnen können.

    Apropos Frodeno: Sind Sie froh, einen starken Konkurrenten weniger zu haben oder hätten Sie sich lieber mit dem Besten der vergangenen Saison gemessen?

    Jan Frodeno setzt die anderen so unter Druck, dass sie den Kopf verlieren. In der Vergangenheit war das gut für mich. Allerdings bedeutet der Startverzicht auch, einen Platz weiter oben auf der Ergebnisliste zu stehen. Mir reicht ein Vergleich am Ende der Saison auf Hawaii.

    In Südafrika bereitet sich Boris Stein aktuell auf die erste Langdistanz des Jahres vor, den Ironman Südafrika.
    In Südafrika bereitet sich Boris Stein aktuell auf die erste Langdistanz des Jahres vor, den Ironman Südafrika.
    Foto: Boris Stein

    Wen haben Sie selbst besonders auf der Rechnung, wenn es um die besten Plätze und um die maximal 4000 Punkte im Ranking für die Ironman-WM auf Hawaii am 10. Oktober geht?

    Ich konzentriere mich vorrangig auf mich. Sollen sich die anderen den Kopf zerbrechen. Wer vor dem abschließenden Marathon noch vorne dabei ist, hat auch eine Siegchance. Dann beginne auch ich zu rechnen.

    Während Sie zu den eher ruhigeren Athleten zählen, wirken viele Konkurrenten wesentlich exzentrischer. Wie kann sich ein Außenstehender das Miteinander unter Profis vorstellen?

    Aufgrund seiner Größe ist der Langdistanz-Zirkus keine Familie mehr, aber gerade die europäischen Profis sieht man doch recht oft im Trainingslager und bei Wettkämpfen. Starallüren sucht man dort vergebens. Da haben sich auch Freundschaften gebildet.

    Gibt es auch vor Ort noch einen Austausch unter den Weltklasse-Triathleten? Oder geht da jeder seinen eigenen Weg?

    Im Training vertraut jeder auf sein Rezept. In der ersten Vorbereitungsphase finden sich noch viele Überschneidungen, und man ist noch zu Kompromissen bereit. Dabei tauscht man sich auch immer wieder aus. Gut informiert zu sein, schadet in der schnelllebigen Triathlonszene nicht, etwa bei der Materialentwicklung oder Ernährungstrends. Je näher der Wettkampf rückt, desto mehr trainiere ich alleine.

    Südafrika soll der erste Schritt auf dem erneuten Weg nach Hawaii sein. Wo sehen Sie sich persönlich im Vergleich zum Vorjahr?

    Auf dem Niveau von Hawaii bin ich noch nicht. Das kann zu Beginn einer langen Saison jedoch auch nicht mein Ziel sein. Der Saisonhöhepunkt im Wortsinn soll auch dieses Jahr auf Hawaii sein. Ich bin aber sicherlich in besserer Verfassung als bei meinem Ironman-Sieg in Nizza im vergangenen Jahr.

    An welchen Dingen haben Sie besonders gearbeitet, und in welchen Bereichen vertrauen Sie weiter auf Bewährtes?

    Mein Umfeld ist professioneller geworden. Mein Trainer Peter Sauerland behält weiter die Gesamtplanung, aber mein Schwimmtrainer Christian Hein übernimmt in seinem Bereich nun in Absprache die Feinplanung. Zudem konnte ich regelmäßige physiotherapeutische Betreuung organisieren und verspreche mir hiervon eine verbesserte Regeneration und Verletzungsprofilaxe. Im Training konnte ich so allgemein die Umfänge steigern und konzentriere mich stärker auf die Langdistanz.

    Wie sieht der Plan für die Zeit nach dem Rennen in Südafrika aus?

    Die ersten Tage sind der Regenation gewidmet. Nach etwa zehn Tagen steige ich wieder ins lockere Training ein. Im Sommer möchte ich dann mehrere Mitteldistanzen in Zentraleuropa machen, bis es dann wieder nach Hawaii geht. Die genaue Planung hängt aber auch vom Rennergebnis ab.

    Wie sicher kann sich ein Profi sein, dass der Plan, am 10. Oktober in Kona auf Hawaii starten zu können, auch aufgeht?

    Dieses Jahr ist der Startplatz als Profi schon sehr sicher. Um allerdings konkurrenzfähig an der Startlinie zu stehen, muss die Gesundheit mitspielen. Das ist die übliche Gratwanderung des Profisportlers.

    Das Gespräch führte unser Redakteur Marco Rosbach

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