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    Neuwied

    Was die Insolvenz für die Spieler und den Trainer des EHC Neuwied bedeutet

    Trainer Craig Streu rang Anfang dieser Woche hörbar nach Worten, als unsere Sportredaktion mit ihm telefonisch über die Schocknachricht der Insolvenz seines Vereins EHC "Die Bären" Neuwied sprach. Wie etwa 15 Spieler des EHC steht auch der Deutsch-Kanadier nun plötzlich erst mal ohne Verein da.

    "Alles was wir wissen, ist, es geht nicht weiter", sagte der Coach, der Anfang Juni seinen 48. Geburtstag gefeiert hatte. "Es ist sehr schade, vor allem für unsere wundervollen Fans", betonte Streu, der vor einem Jahr in die Deichstadt zurückgekehrt war - an den Ort, an dem er in der Saison 1999/2000 bereits als Spieler tätig gewesen war. Tragisch für den sympathischen Übungsleiter der Bären: Damals wie heute endete sein Engagement mit einer Insolvenz seines Arbeitgebers. In 22 Spielen hatte Streu als Spieler für sein damaliges Neuwieder Team in der ersten Saisonhälfte der 2. Bundesliga 28 Punkte erzielt.

    Für die deutsche Nationalmannschaft spielte der Center Streu, ehe er aus Iserlohn nach Neuwied wechselte, im April 1999 in Dänemark bei der B-Weltmeisterschaft 1999. Die Mannschaft wurde Vierter hinter Dänemark, Großbritannien und Kasachstan. Streu stand in allen sieben Spielen der Deutschen auf dem Eis, erzielte zwei Tore und gab eine Torvorlage.

    Was ihm nach seiner Insolvenz in Neuwied damals blieb, war der Wechsel zum REV Bremerhaven in die Oberliga. Für seinen neuen Arbeitgeber in Norddeutschland spielte er neun Jahre lang erfolgreich, wurde 2008 Meister der 2. Bundesliga, ehe er seine Trainerlaufbahn als Chefcoach des REV startete. "Solch ein Ende, wie ich es jetzt zum zweiten Mal in Neuwied erlebe, ist immer ein Schock. Aber egal, wie schwer es ist, wir können nichts dagegen machen", versucht Streu der Realität Platz zu geben.

    Und diese ebenso unerfreuliche wie unvorhersehbare Realität bedeutet, dass es gilt, schnellstmöglich einen neuen Verein, eine neue Aufgabe zu finden. "Bis jetzt habe ich natürlich noch nichts gefunden. Aber ich schaue auch schon, ob ich etwas Neues finde. Eishockey in Deutschland, das ist mein Beruf." Streu ist aber auch jetzt für seine Spieler da: "Die Jungs kommen alle vorbei. Ich will versuchen, ihnen zu helfen, dass sie schnell neue Vereine finden", sagt der zwangsweise aus der Deichstadt scheidende Trainer.

    Einer dieser Jungs ist der Torhüter Björn Linda. Der 27-Jährige war im Januar 2015 von den Dinslaken Kobras nach Neuwied gekommen. "Jetzt auf die Schnelle etwas zu finden, ist nicht einfach. Ende Juni ist für einen Vereinswechsel sehr, sehr spät. Aber mein Agent ist natürlich auf der Suche. Ich hoffe, die Tür ist für die neue Saison noch nicht ganz zu", sagt Linda.

    Er hatte sich - eher untypisch für Eishockeyspieler - gleich für zweieinhalb Jahre bis Mitte 2017 an die Bären gebunden, weil er in Koblenz parallel zum Sport ein Studium Bachelor of Business Administration aufgenommen hat. "Das hat uns alle aus heiterem Himmel getroffen. Ich war mit meinem Kopf gerade nicht beim Eishockey, sondern bei der Vorbereitung von Prüfungen an der Uni. Mein Plan war es, vier Semester hier durchzuziehen." Ob das jetzt (noch) möglich ist, muss sich erst zeigen und wird nicht zuletzt auch von möglichen Angeboten abhängen.

    Für zwei ganz junge Spieler, Moritz Schug und Max Wasser (beide 19) ist die Lage ebenfalls vertrackt: Sie stecken neben dem Eishockey in Ausbildungen, weshalb sie kaum flexibel sein werden, ohne Probleme weiterhin ihren Sport ausüben zu können.

    Der Kapitän der Neuwieder Bären Brian Gibbon hat sich via Facebook schon am Dienstagabend von den Neuwieder Fans verabschiedet. Der Publikumsliebling, der derzeit in seiner Heimat USA weilt, schreibt (frei übersetzt): "An alle meine Mitspieler, die Fans und alle Zuschauer. Ich möchte einfach nur Danke sagen dafür, dass ich in Neuwied mit euch derart tolle Erfahrungen machen durfte. Die letzten drei Jahre waren großartig, und ich wünsche euch alles Gute."

    Eishockey - EHC 2016 Neuwied
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