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Zur Tischtennis-DM in Bad Kreuznach: Über Reformen nachdenken

Wer schon einmal an Paralympischen Spielen teilgenommen hat, der hat in seinem Sportlerleben viel gesehen. Das gilt somit auch für Thorsten Schwinn, den am Bein amputierten Tischtennisspieler aus Dieburg, der in London im Jahr 2012 dabei war und nun fünf Jahre später auch in Bad Kreuznach aufgeschlagen hat: bei den deutschen Meisterschaften der stehend behinderten Senioren im Tischtennis.

Christoph Erbelding kommentiert.
Christoph Erbelding kommentiert.

Ein Einwurf von Christoph Erbelding

Schwinn trat mit Freude an der Nahe auf. Als der 40-Jährige aber erfuhr, wie viele Siegerehrungen es in Bad Kreuznach geben würde – 27 (das war der Stand zu Beginn, am Ende waren es dann nur 26) – und zudem sah, wie viele Tischtennisplatten in der Jakob-Kiefer-Halle aufgebaut waren – 16 –, da fasste er sich an den Kopf. Zu viele Klassen, zu viele Spiele parallel, die dafür sorgen, dass der Sport nicht attraktiv präsentiert wird – das monierte Schwinn. In einem Interview in unserer Ausgabe vom vergangenen Samstag hat sich der Topspieler entsprechend zu der Thematik geäußert.

Nun gibt es zum Standpunkt Schwinns nichts weiter zu sagen, als das der Mann damit vollkommen richtig liegt. So, wie die Meisterschaften aufgebaut waren, sprechen sie in erster Linie Fachleute an. Das breite Publikum wird mit einer derartigen Fülle an Spielen weniger erreicht. Eine Aufteilung der Meisterschaften in Qualifikations- und Endrunde an verschiedenen Wochenenden oder in zwei Endrunden für verschiedene Klassen, die dann an unterschiedlichen Orten ausgetragen werden, macht absolut mehr Sinn. Das würde nicht zuletzt den Sportlern gerecht werden, die dadurch automatisch mehr Aufmerksamkeit erhalten. Der Deutsche Behindertensportverband muss also über eine Reform nach- und die alt hergebrachten Strukturen überdenken.

E-Mail: christoph.erbelding@rhein-zeitung.net

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