40.000
  • Startseite
  • » Sport
  • » Regionalsport
  • » Kommentare & Kolumnen
  • » Kommentar von Sascha Nicolay: SC Idar-Oberstein kann sich nur selbst schlagen - und in Zeiskam ist genau das aus Überheblichkeit passiert
  • Aus unserem Archiv

    Kommentar von Sascha Nicolay: SC Idar-Oberstein kann sich nur selbst schlagen – und in Zeiskam ist genau das aus Überheblichkeit passiert

    Murat Yasar ist ein Trainer, der sich eigentlich immer schützend vor seine Spieler stellt. Umso bemerkenswerter war seine Reaktion auf die 1:2-Niederlage des SC Idar-Oberstein in der Verbandsliga bei TB Jahn Zeiskam. Der Coach stellte seine Spieler nämlich ins "Achtung" und redete Klartext: "Uns hat die Gier gefehlt! Wir waren gedanklich zu langsam, haben oft erst reagiert, wenn es zu spät war! Jeder hat die Verantwortung auf den anderen abgeschoben, anstatt einander gegenseitig zu helfen! Diesmal hatten wir keine Typen auf dem Platz! Zusammenfassend stellte Yasar klar: "Wir haben total verdient verloren, weil wir die schlechtere Mannschaft waren."

    Nachspielzeit von Sascha Nicolay.
    Nachspielzeit von Sascha Nicolay.

    Sascha Nicolay zur Leistung des SC Idar-Oberstein in Zeiskam

    Auf den ersten Blick ist die extrem deutliche Reaktion des Trainers überraschend, schließlich kann es auch einer Spitzenmannschaft passieren, dass sie nach einer Serie ohne Niederlagen mal ein Auswärtsspiel verliert. "Das steht außer Frage, natürlich steht der Mannschaft mal ein schlechtes Spiel zu, aber darum geht es nicht", sagte Yasar. Es war die Art und Weise, wie der SC Idar-Oberstein diese drei Punkte im Titelrennen hergab, die den SC-Coach auf die Palme brachte, denn Yasars Kritikpunkte beziehen sich nicht auf eine schwache Tagesform, sondern zielen auf die Einstellung seiner Mannschaft ab - und in dieser Beziehung lag der Coach absolut richtig. Der SC Idar-Oberstein unterlag TB Jahn Zeiskam, weil die Einstellung der Spieler nicht optimal war.

    Überheblichkeit unterstellte Yasar seinem Team nicht, trotzdem kam der Auftritt des SC überheblich und mannschaftlich nicht geschlossen rüber. Die Idarer agierten überhaupt nicht kämpferisch, stattdessen lamentierten die Spieler bei jedem verlorenen Zweikampf oder gifteten sich gegenseitig an. "Hört doch mal auf zu weinen", kommentierte ein Zeiskamer Zuschauer, nachdem wieder einmal ein SC-Spieler in einem Duell den Kürzeren gezogen und sich dann beim Schiedsrichter (der nicht gepfiffen hatte) über die gegnerische Art der Zweikampfführung beschwert hatte. Es war sicherlich nicht nett, was der Besucher da von sich gegeben hatte, aber er lag richtig und legte den Finger in die Wunde: Der SC nahm die Gegebenheiten nämlich nicht an. Gegebenheiten, wie einen schwierig zu bespielenden Platz und einen Kontrahenten, der dem Spitzenteam zeigen wollte, wo der Hammer hängt.

    Und so gab der SC ein Bild ab, das er eigentlich unbedingt nicht von sich zeichnen wollte, nämlich jenes einer Mannschaft, die davon ausgegangen war, dass dieser Dreier, den sowieso die meisten Außenstehenden dem SC bereits gutgeschrieben hatten, quasi automatisch auf dem eigenen Konto landen würde. Das Bild einer Mannschaft, die dann - überrascht von der gegnerischen Gegenwehr - nicht mehr in den Kampfmodus umschalten kann und schließlich der eigenen Unzufriedenheit freien Lauf lässt.

    Nun war ein solch einstellungsmäßig unbefriedigender Auftritt im bisherigen Saisonverlauf eine einmalige Sache bei dieser Mannschaft des SC Idar-Oberstein, die unter dem Strich schon so viel Freude bereitet und die als Tabellenzweiter nach wie vor alle Möglichkeiten hat, in die Oberliga aufzusteigen. Er sollte deshalb nicht überbewertet werden, aber er sollte in dieser Form auch nicht mehr vorkommen, weil sich die Mannschaft so ziemlich unnötig Möglichkeiten verbaut, die sie sich selbst geschaffen hat. Schließlich demonstrierte der Auftritt in Zeiskam noch eine Sache: Gegen die allermeisten Mannschaften dieser Liga kann sich das aktuelle Team des SC Idar-Oberstein nur selbst schlagen. Das ist eine gute Nachricht, weil sie die Entwicklung zeigt, aber es ist auch eine Verpflichtung, die neu gewonnene Klasse auch Woche für Woche mit optimaler Konzentration und Einstellung auf den Platz zu bringen.

    In Zeiskam hat die Mannschaft genau das versäumt, und deshalb war es richtig und wichtig, dass Yasar seine schützende Hand ausnahmsweise mal weggenommen und wach gerüttelt hat. Denn es mag zwar so sein, dass die Oberliga vor der Saison nicht das Ziel war, aber der SC kann den Aufstieg natürlich schaffen - und es wäre schade, wenn er ihn selbst leichtsinnigerweise verzocken würde.

    E-Mail: Sascha.nicolay

    @rhein-zeitung.net

    Keine Leidenschaft und zu viele Fehler: SC Idar-Oberstein patzt im Titelrennen
    Kommentare & Kolumnen Süd
    Meistgelesene Artikel
    Sport-Lokalteile
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
    Anzeige
    Fußball Männer
    Fußball Frauen
    Neuzugang Yuko Aizawa (links; rechts kommt Mitspielerin Angelika Weber einen Schritt zu spät) steuerte zwei Treffer für den SC 13 zum 4:0-Sieg gegen den MSV Duisburg II bei. Foto: Vollrath

    im Rheinland

    - Westerwald

    - Mittelrhein/Mosel

    - Rhein-Lahn

    im Südwesten

     späten Heiligabend? In welcher Kneipe feiert es sich nach der Bescherung besonders gut?Wohin am späten Heiligabend? In welcher Kneipe feiert es sich nach der Bescherung besonders gut?

    Fußball Mix
    Kapitän Tim Schulz (links) bemühte sich mit seinen Betzdorfer Mitspielern zwar, doch auch gegen Elversberg reichte es am Ende nicht.

    Jugendfußball

    - im Rheinland

    - im Südwesten

    Fußballpokale

    Hallenfußball

     späten Heiligabend? In welcher Kneipe feiert es sich nach der Bescherung besonders gut?Wohin am späten Heiligabend? In welcher Kneipe feiert es sich nach der Bescherung besonders gut?

    Regionalsport Mix