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Zum deutschen Olympia-Auftakt: Menschen und ihre Emotionen

Viel besser hätte der Auftakt aus deutscher Sicht nun wirklich nicht verlaufen können. Wobei es nicht einmal die drei Goldmedaillen und die eine aus Bronze sind, die in den ersten Tagen von Pyeongchang hierzulande die Emotionen wecken.

Sven Sabock.
Sven Sabock.
Zeigt sich doch seit geraumer Zeit, dass das Zählen der Edelplaketten nur noch bedingt als Währung bei Olympia taugt. Der Medaillenspiegel, so wissen wir nicht erst seit den Ereignissen von Sotschi vor vier Jahren, ist mit Vorsicht zu genießen.

Nein, es sind die Menschen hinter den Triumphen. Sympathisch, bescheiden und bodenständig kommen sie daher – und wollen einfach nur mit Passion ihren Sport ausüben. Athleten, die sogar ein Stück weit widerwillig im Rampenlicht stehen. Siehe Laura Dahlmeier, die um ihre prominenten Vorgängerinnen in der Loipe weiß, der es aber gelungen ist, den medialen Rummel um die Skijäger nicht zu sehr an sich heranzulassen. Die eigentlich lieber die Ruhe in den Bergen genießt, statt in der Öffentlichkeit die persönliche Vermarktung voranzutreiben.

Überflieger
Etwas überraschend krönt sich Andreas Wellinger auf der Normalschanze zum Olympiasieger.
Foto: Angelika Warmuth – dpa
Auch die Tränen von Andreas Wellinger lassen erahnen, wie tief die Befriedigung sein muss, wenn die Entbehrungen von Erfolg gekrönt werden. Für den Traum, nun in Südkorea auf dem Podest zu stehen, stellte er zum Beispiel die Teilnahme an der Eröffnungsfeier zurück – obwohl doch gerade dieser bewegende Moment ein Leben lang haften bleibt. Der nervenstarke Skispringer zeigt wie die Biathleten Dahlmeier und Arnd Peiffer: Olympia hat für die Sportler nichts an Strahlkraft eingebüßt. Auch das ist in Zeiten sportpolitischer Verwerfungen eine gute Nachricht.

E-Mail an den Autor: sven.sabock@rhein-zeitung.net