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17-jährige Kim holt Snowboard-Gold in Heimat der Eltern

Nach Redmond Gerard gewinnt auch Snowboard-Teamkollegin Chloe Kim mit nur 17 Jahren Olympia-Gold. In der Halfpipe ist die Amerikanerin eine Klasse für sich. Auch die Südkoreaner feuerten den Teenager bei den Winterspielen in Pyeongchang an – vor allem aus einem Grund.

Olympiasiegerin
Chloe Kim war die Beste in der Halfpipe.
Foto: Gregory Bull – dpa

Pyeongchang (dpa). Den olympischen Snowboard-Triumph in der Heimat ihrer Familie widmete Supertalent Chloe Kim ihren Eltern und ihrer Großmutter.

Mama Boran Yun Kim und Papa Jong Jin Kim waren 1982 aus Südkorea in die USA ausgewandert. Nun reiste Chloes Oma aus Seoul an, um ihrer Enkelin in Pyeongchang zum ersten Mal bei einem Halfpipe-Wettkampf zuzuschauen. „Als ich herausgefunden habe, dass sie hier ist, habe ich gedacht: Das ist für sie“, sagte die 17 Jahre alte Kim. „Das ist alles verrückt. Meine Geschichte mit der Welt zu teilen, ist unglaublich.“

Ihre Beziehung zum Gastgeberland hatte für einen riesigen Hype und Andrang gesorgt, wie es ihn vor dem Finale mit Superstar Shaun White im Phoenix Snow Park noch um keinen der Snowboard- und Ski-Artisten gebeben hatte. Die Erwartungen waren riesig. Doch der Teenager steckte all den Druck auf der größten Sport-Bühne weg. Auf dem Podium im Zielbereich wischte sich Kim die Freudentränen aus dem Gesicht. Sie hasst es eigentlich, zu weinen.

Ihre Eltern, Geschwister und weitere Verwandte standen im Publikum. Als sie den ersten Interview-Marathon bewältigt hatte, floh sie in die Arme ihres Vaters. „Mein Vater hat nicht geweint, was ich überhaupt nicht verstehen kann“, erzählte Kim.

Ihre Pflichten als Olympiasiegerin löste die Jugendliche lässig und ebenso souverän, wie sie das Finale in der Halfpipe zuvor dominierte. Sie selbst wäre nicht zufrieden gewesen, ohne ihre Topleistung mit Gold in die USA zurückzukehren. So bewies es sich Kim im letzten Lauf noch einmal selbst, obwohl der Sieg schon nicht mehr zu nehmen war. Sie brillierte mit zwei 1080, jeweils drei Drehungen um die eigene Achse. Zur Maximalpunktzahl von 100 fehlte bei der Wertung von 98,25 Punkten kaum etwas. „Ich hätte auch den dritten Run noch ein bisschen besser machen können, ich bin ein bisschen streng mit mir“, sagte Kim, die als 15-Jährige als erste Frau eine 100 von der Jury erhalten hatte.

Klar abgeschlagen holte Liu Jiayu mit Silber die erste Snowboard-Medaille bei Olympia für China (89,75). US-Teamkollegin Arielle Gold (85,75) wurde Dritte. Kims Vorbild, Kelly Clark, blieb nur Platz vier: „Cloe ist reifer als normal für ihr Alter“, sagte die erfolgreichste Snowboard-Olympionikin.

Kim begann als Vierjährige mit dem Snowboarden, weil ihr Vater es wollte. Mit sechs fuhr sie den ersten Wettkampf und entwickelte so großes Potenzial, dass ihr Vater für die Reisen seinen Beruf aufgab. Schon 2014 hätte es Kim ins Olympia-Team der USA geschafft, mit 13 war sie für Sotschi aber schlicht zu jung.

Nun ist die jüngste Snowboard-Olympiasiegerin der USA der Typ neue Generation, den sich IOC-Präsident Thomas Bach für die Fun-Sportarten wünscht. Sie tritt erfrischend auf, sie könnte ein Vorbild für andere Jugendliche sein. Fans mit amerikanischen und südkoreanischen Fahnen riefen ihren Namen. Auf Twitter hat sie an Beliebtheit gewonnen.

Während der Qualifikation dachte Kim an ein Eis – und teilte das prompt im Internet mit. Selbst mitten im Finale hatte sie Zeit für die sozialen Netzwerke. Wieder berichtete die 17-Jährige über Appetit, weil sie ihr Frühstückssandwich nicht aufgegessen hatte. Der Gedanken an Essen schien auch nach ihrem Olympiasieg ihr größtes Problem: „Ich habe so einen Hunger“, klagte das Supertalent.

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