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    Weihnachten: Räuchermännchen und Badeschlappensänger

    Nicht nur der Einzelhandel schlachtet Weihnachten kommerziell aus, auch in der Bundesliga wird das Fest gerne dazu benutzt, neue Fans zu gewinnen oder Anhänger mit Vereinsprodukten auszustatten. Unter den Aktionen und Fanshop-Artikeln gibt es einige Kuriositäten.

    Tradition
    Der 1. FC Union Berlin veranstaltet jährlich ein Weihnachtssingen.
    Foto: Jörg Carstensen - DPA

    Bei der SpVgg Greuther Fürth gehen kurz vor Weihnachten die Lichter aus. Nach dem letzten Heimspiel kommt beim Fußball-Zweitligisten sogar ein Chor ins Stadion. «Nach Abpfiff schalten wir das Flutlicht aus und wollen zusammen zwei bis drei Lieder singen», sagt der Pressesprecher der Franken. Einen ähnlichen Jahresausklang gibt es beim 1. FC Union Berlin schon seit zehn Jahren. An der Alten Försterei hat das Weihnachtssingen mit Kerzen und Liedbuch kurz vor Heiligabend inzwischen Tradition. 23 000 Fans kamen im vergangenen Jahr auch ohne Fußball-Darbietungen ausschließlich zum Singen - ein Teilnehmerrekord für die Berliner.

    Beim Triple-Sieger FC Bayern ging es nach Abpfiff des letzten Heimspiels in diesem Jahres weniger besinnlich zu: Mit einer spektakulären und mehrminütigen Lasershow in der Münchner Arena verabschiedete sich die Mannschaft zur Club-WM nach Marokko.

    Einen Online-Adventskalender hat inzwischen beinahe jeder Verein in der 1. und 2. Liga, meist mit den üblichen Gewinnen: Handschuhe, Schal und Mütze vom Teamausstatter, Nikolausmützen in Vereinsfarben und Geschenkpapier mit dem Club-Emblem. Lediglich Umfang und Preis der Angebote variieren je nach Größe und Bedeutung des Vereins.

    Beim SC Freiburg hat ein Fan Bestände aus seiner jahrelangen Sammlerleidenschaft freigegeben, beliebt sind vor allem seine «Match-Worn-Trikots», die Arbeitskleidung der Profis mit Original-Schweiß. Das steigert den Wert bei Hardcore-Fans.

    In den Fanshops gibt es auch Raritäten: ein «dekoratives BVB-Vogelhaus für Ihren schwarzgelben Garten» - und das Kleeblatt-Räuchermännchen in Fürth. Bei Arminia Bielefeld müssen einige glückliche Fans nach dem Gewinn von Christbaum-Schmuck nicht einmal selbst tätig werden: Profis kommen in die heimischen Wohnzimmer und sind beim Aufhängen der weiß-blauen Kugeln behilflich. Wer nicht zu den glücklichen Gewinnern gehört, kann in Hoffenheim immer noch auf «Spieler aus Schokolade» zurückgreifen. Einen fertig bestückten Tischweihnachtsbaum gibt es in Frankfurt und Freiburg.

    Die Profis sind in der Weihnachtszeit auch bei Charity-Events besonders gefragt: Beim 1. FC Köln verteilt die Mannschaft Geschenke im Kinderkrankenhaus. Spieler anderer Vereine müssen zusammen mit dem Vereinsmaskottchen Punsch auf Weihnachtsmärkten ausschenken, für den guten Zweck kochen und bedienen, Geschenke in den Fanshops einpacken. In vielen Vereinen bekommen die offiziellen Fanclubs fast schon traditionell auch Besuch von Profis und Offiziellen.

    Skurril sind hingegen die vielen selbstproduzierten Videos, die zu PR-Zwecken von vielen Clubs im Stadion vorgespielt und ins Internet gestellt werden. Gestandene Männer, die unter der Woche mit sportiven Luxuskarossen auf dem Vereinsgelände vorfahren, müssen dann brav Weihnachtsgedichte vorlesen. «Jingle Bells» ist der Klassiker: Beim FC Bayern hat Philipp Lahm sogar einen Auftritt mit weißem Rauschebart, seine Mitspieler singen vor einem geschmückten Tannenbaum wenig stimmsicher mit - teils in Badeschlappen.

    Gerne greifen die Bundesligisten zu Werbezwecken auch auf das Multikulti in ihren Teams zurück: Weihnachtsgrüße in sämtlichen Sprachen - selbst von jenen Profis, die Weihnachten aus der eigenen Kultur gar nicht kennen. Die Direktoren «Vertrieb und Marketing» machen ganze Arbeit.

    Sport - Fußball
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