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    Berlin

    Schneider: In Bestbesetzung gegen Fußballzwerg Gibraltar

    Der Gewinner steht natürlich auch für Joachim Löw schon lange vor dem Anpfiff in Nürnberg fest. Trotzdem hält der Bundestrainer in der Vorbereitung auf einen möglichen Rekordsieg des Weltmeisters gegen Fußballzwerg Gibraltar an den gewohnten Ritualen fest.

    Co-Trainer
    Thomas Schneider sagte zur Aufstellung nicht viel.
    Foto: Britta Pedersen – DPA

    In geheimen Übungseinheiten bereitet Löw die Nationalmannschaft auf das ungleiche Duell von Fußball-Millionären gegen Feuerwehrmänner, Polizisten und Hafenarbeiter vor. Und personell war sein noch siegloser Assistent Thomas Schneider («Ich bestehe darauf, dass wir gewinnen») nach dem Training mit allen 21 Akteuren in Berlin zur üblichen Verschwiegenheit vergattert: «Zur Aufstellung kann ich nichts sagen.» Nichts sei zu «durchschauen», berichtete auch der Leverkusener Nationalteam-Rückkehrer Lars Bender auf dem Pressepodium: «Der Trainer geht das Spiel genauso an wie immer.»

    Immerhin soviel ließ sich Schneider auf Nachfrage entlocken. «Wir werden die bestmögliche Mannschaft aufbieten», versprach er den Fans in der ausverkauften Nürnberger Arena. Das bedeutet für Freitagabend (20.45 Uhr) als Basis ein stabiles Weltmeister-Gerüst mit Kapitän Manuel Neuer im Tor, Jérôme Boateng und Benedikt Höwedes im Abwehrzentrum sowie Sami Khedira, Toni Kroos, Thomas Müller und Mario Götze als Führungskräften in Mittelfeld und Angriff.

    «Das Wichtigste ist jedoch, mit der richtigen Einstellung ins Spiel zu gehen», betonte Schneider. Und diesen Eindruck hätten die Nationalspieler trotz des leicht zu unterschätzenden Gegners in den Tagen von Berlin vermittelt: «Die Konzentration ist da – und zwar ausschließlich auf Gibraltar. Wir wollen uns die drei Punkte schnappen und ein bisschen Boden gutmachen in der Qualifikation», verkündete Löws Assistent. Tabellenplatz vier in Gruppe D hinter Polen, Irland und Schottland ist den Weltmeistern unangenehm.

    Das Richtmaß für Müller, Götze und Co. haben die Teams von Polen und Irland mit ihren 7:0-Siegen gegen die Hobbykicker vom Affenfelsen vorgegeben. Null Punkte, 0:17 Tore lautet Gibraltars Bilanz nach drei Partien. Da könnten im 897. Länderspiel einer DFB-Auswahl Rekorde wackeln: 13:0 gegen San Marino lautet der bislang höchste Sieg unter Löw. Und der höchste Erfolg überhaupt war ein 16:0 gegen Russland bei den Olympischen Spielen 1912 in Stockholm – vor mehr als hundert Jahren.

    Ganz weit aus dem Fenster lehnen wollen sich die Nationalspieler der glorreichen Gegenwart lieber nicht. «Wir sind gewillt, ein hohes Ergebnis zu erzielen», sagte Lars Bender. Voraussetzung dafür sei ein «relativ schnelles» erstes Tor. Ein halbes Dutzend sollte es aber schon sein. «Wenn wir 5:0 oder 6:0 gewinnen und die Jungs spielen gut, dann ist das auch in Ordnung», bemerkte Schneider.

    Tore, Tricks, Tempo – so lauten die Vorgaben für das letzte Pflichtspiel 2014. Die bisherige Jahreshöchstleistung ist das unfassbare 7:1 gegen Brasilien im WM-Halbfinale. Das ist wiederum der Richtwert für den Gegner. «Wenn wir acht Tore kassieren, können wir sagen: Brasilien ist ja auch nicht viel besser», sagte Gibraltars Verbandspräsident Desmond Roech. Torhüter Jordan Perez, im Hauptberuf Feuerwehrmann, hat sich sogar weniger Gegentore als der Rekordweltmeister als konkretes Ziel gesetzt.

    Gibraltar ist das Spiel, das bis Freitagabend, 22.30 Uhr, zählt. Trotzdem könnte Löw den Einsatz einiger Topkräfte dosieren, weil vier Tage später noch die reizvolle freundschaftliche Kraftprobe gegen Europameister und Ex-Weltmeister Spanien in Vigo ansteht. «Spanien ist im Hinterkopf», sagte Schneider in einem Nebensatz.

    Aus dem Land, das den Weltfußball bis zum brasilianischen Sommer über mehrere Jahre dominiert hatte, erhielt Löw einen weisen Rat des Nationaltrainer-Kollegen Vicente del Bosque. Löw müsse «nun vergessen, dass er den Titel gewonnen hat und nach vorne blicken», sagte der 63-jährige del Bosque. «Siege in der Vergangenheit helfen dir nicht, das nächste Spiel zu gewinnen. Man sollte sich nichts einbilden und immer hinterfragen, was man macht, denn Zweifel sind immer positiv.» An einem Erfolg gegen Gibraltar wird der Bundestrainer trotzdem nicht eine Sekunde zweifeln.

    Die mögliche Aufstellung:

    Neuer – Rüdiger, Boateng, Höwedes, Durm – Khedira, Kroos – Müller, Götze, Bellarabi – Kruse

    DFB-Kader

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    EM-Qualifikation Gruppe D

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