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    Athen

    Meister BVB unter Zugzwang: «Als Endspiel sehen»

    In der Bundesliga zurück auf Erfolgskurs, in der Champions League jedoch weiter in großer Gefahr - Borussia Dortmund steht auf internationaler Bühne unter Zugzwang. Im Duell am Mittwoch mit Olympiakos Piräus will sich der deutsche Fußball-Meister eine weitere Lehrstunde ersparen.

    Unter Druck
    Jürgen Klopp will mit seinen Dortmundern bei Olympiakos Piräus punkten.
    Foto: Friso Gentsch. - DPA

    Nach dem peinlichen 0:3 in Marseille und dem dürftigen 1:1 gegen den FC Arsenal erwartet den BVB im Schatten der Akropolis eine echte Reifeprüfung. Auch BVB-Trainer Jürgen Klopp weiß um die Bedeutung der Partie: «Das kann man als Endspiel sehen. Gewinnen wir, sind wir voll in der Spur.»

    Drei Erfolge in der Meisterschaft gegen Mainz, Augsburg und Bremen brachten den Glauben an die eigene Stärke zurück. Der Aufwärtstrend bestärkt Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke in seiner Zuversicht: «Ich glaube nicht, dass wir sang- und klanglos scheitern. Aber irgendwann sollten wir anfangen, Spiele zu gewinnen.» Sportdirektor Michael Zorc hofft, dass die knifflige Ausgangslage den Profis nicht zu viel Kopfzerbrechen bereitet: «Die Mannschaft darf sich nicht zu sehr unter Druck setzen und mit dem Gefühl antreten, möglichst viel nachholen zu müssen. Wir müssen Geduld haben.»

    Ein Unentschieden beim Gruppenletzten hat Klopp als Minimalziel ausgegeben. Doch insgeheim liebäugeln Trainer und Team mit dem ersten Sieg in der Königsklasse. Damit könnte die Borussia verhindern, dass der Kontakt zu den Kontrahenten aus Marseille (6 Punkte) und London (4) schon nach der Hälfte der Gruppenspiele verloren geht. Zur Freude von Klopp traten die zuletzt angeschlagenen Profis Lukasz Piszczek und Marcel Schmelzer am Dienstagmorgen den Flug nach Athen mit an. Beide signalisierten Einsatzbereitschaft.

    Dagegen fehlten der noch in Bremen umjubelte Torschütze Patrick Owomoyela (Muskelfaserriss) und Torjäger Lucas Barrios (Wirbelblockade) bei der Abreise. Der schmerzliche Ausfall von Barrios, der allerdings am Samstag gegen Köln wieder zum Kader gehören soll, schmerzt Klopp, ist nach seiner Einschätzung aber zu kompensieren: «Wenn Lewandowski nicht bis zum Ende spielen kann, dann haben wir mit Ivan Perisic noch einen, der im Sturmzentrum spielen kann.»

    Nicht nur die sportliche Ausgangslage der beiden bisher sieglosen Teams sorgt für Brisanz. Kritische Äußerungen und Medienberichte in Deutschland über weitere Finanzhilfen für die kriselnde griechische Volkswirtschaft verärgerten viele Hellenen. Nicht zuletzt deshalb erwartet Klopp einen ungemütlichen Empfang für sein Team im Karaiskakis-Stadion.

    «Die politische Situation überlagert das Sportliche. Ich glaube, die Griechen sind gerade nicht so wahnsinnig glücklich über die deutsche Bevölkerung», sagte der Fußball-Lehrer der «Bild». Kurz nach der Landung in Athen gab er sich betont diplomatisch: «Wir sollten uns alle ein bisschen beruhigen. Wir sind hier, um Fußball zu spielen - mehr nicht.»

    Die Probleme der Griechen könnte der BVB auch nach der Partie zu spüren bekommen. Aufgrund eines geplanten Generalstreiks am Mittwoch und Donnerstag droht die Tour zu einer Odyssee zu werden. Noch ist unklar, ob die Mannschaft am Donnerstagmorgen die Rückreise nach Dortmund antreten kann. «Wir stehen in Kontakt zur deutschen Botschaft», sagte Sportdirektor Zorc.

    Eine verspätete Rückkehr will Trainer Klopp seinem Team mit Blick auf die Partie am Samstag gegen Köln unter allen Umständen ersparen. Dennoch hat der Club für den Fall der Fälle für Donnerstag einen Trainingsplatz in Athen gemietet.

    Obwohl der angekündigte Generalstreik sogar die TV-Übertragung in Griechenland gefährden könnte, wollen sich die Profis des 38-maligen Landesmeisters Olympiakos Piräus nicht in ihrer Konzentration stören lassen. Die verpatzte Generalprobe des Titelverteidigers im Spitzenspiel bei AEK Athen (1:1) trübte jedoch die Stimmung. Zudem bereitet der Ausfall von Schlüsselspieler David Fuster dem spanischen Trainer Ernesto Valverde Probleme.

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