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    Frankfurt/Main

    Friedrich droht erneut mit Stehplatzverbot in Stadien

    Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich hat dem Fußball zwei Wochen vor dem Sicherheitsgipfel in Berlin erneut mit einem Stehplatzverbot in den Stadien gedroht.

    Bundesinnenminister
    Hans-Peter Friedrich droht erneut mit Stehplatzverbot in Stadien.
    Foto: Rainer Jensen - DPA

    Er sei ein Fan von Stehplätzen, sagte der CSU-Politiker in einem Interview der «Sport-Bild», erklärte aber: «Ich habe mit Innenministern aus dem Ausland gesprochen, die sagen: Wir haben nur Sitzplätze und personalisierte Tickets und in den Stadien gar keine Probleme. Das kann ich nicht ignorieren.»

    Am 17. Juli treffen sich die Vertreter der 56 Clubs aus der 1., 2. und 3. Liga in Berlin, um über die Konsequenzen aus den Ausschreitungen der vergangenen Saison zu beraten. «Wenn bei uns das Chaos ausbricht und Spiele abgebrochen werden müssen und ich weiß, es gibt Möglichkeiten, dann bleibt uns doch gar nichts anderes übrig, als die Abschaffung der Stehplätze in Erwägung zu ziehen.» Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hat sich eindeutig für die Beibehaltung von Stehplätzen ausgesprochen, Fan-Vereinigungen und Clubs wie der deutsche Meister Borussia Dortmund haben dies ebenfalls getan.

    Auch Punktabzüge für Vereine, deren Fans über die Strenge schlagen, schließt Friedrich nicht aus. Ein Punktabzug bestrafe zwar einen Club für das Fehlverhalten einer verschwindend kleiner Minderheit. «Wenn allerdings diese kleine Minderheit von der großen Masse geduldet statt ausgegrenzt wird, dann bleibt uns nichts anderes übrig, als auch über solche Konsequenzen nachzudenken.» Personalisierte Tickets für die Stadionbesucher, wie sie immer wieder gefordert werden, seien eine aufwendige Geschichte. «Grundsätzlich schließe ich das aber für die Zukunft nicht aus, wenn die Gewalt weiter eskaliert.»

    Zudem sagte der Innenminister, er würde eine weitere Olympia-Bewerbung Deutschlands gut heißen. «Ich frage mich: Wenn ein Land wie Deutschland nicht Olympische Spiele für sich reklamiert, wer soll sich dann überhaupt noch bewerben?» Deutschland sei eine global aufgestellte Export-Nation, weltweit vernetzt, und stehe im Vergleich zu anderen gut da. Er sei immer noch begeistert von der Bewerbung Münchens für die Winterspiele 2018. «Es wäre nicht so abwegig, wenn München noch einmal den Hut in den Ring wirft», sagte Friedrich. Die Bayern waren am südkoreanischen Mitbewerber Pyeongchang gescheitert.

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