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    Hamburg

    Fink hat keine Angst – Abstiegskampf tabu mit HSV

    16 Kamerateams, 25 drängelnde Fotografen und an die 100 Medienvertreter: Thorsten Fink ist in Hamburg wie ein Heilsbringer empfangen worden und zeigte schon bei seiner Vorstellung Kämpferqualitäten.

    HSV-Cheftrainer
    Thorsten Fink unterschrieb beim HSV einen Vertrag bis Juni 2014.
    Foto: Angelika Warmuth. - DPA

    «Warum ich mir das antue? Ich bin ja nicht dumm. Weil der HSV etwas Besonderes ist und man mit dieser jungen Mannschaft noch viel erreichen kann», sagte der 43 Jahre alte Fußballlehrer, den das Blitzlichtgewitter und die auf ihn einprasselnden Fragen sichtlich beeindruckten. Allein der Medienandrang zeige die Wertigkeit des Bundesliga-Schlusslichts, so der für etwa eine Million Euro vom FC Basel verpflichtete Fink.

    «Es wird etwas dauern, bis wir zum Bayern-Jäger werden, man muss realistisch sein», entgegnete der junge Coach, als er mit den großen Erwartungen in der Hansestadt konfrontiert wurde. Von Abstiegskampf wollte er aber gar nicht reden: «Nein, die Mannschaft wird erfolgreich sein, wenn sie mein Denken und meine Philosophie umsetzt. Und Angst ist das Letzte, was ich habe», beteuerte Fink und bedankte sich für die 2:1-Vorlage von Interims-Teamchef Frank Arnesen beim SC Freiburg.

    Es sei allerdings vermessen, Europacup-Ziele auszugeben. Man werde unter seiner Regie offensiv, frech und mutig auftreten. Zudem habe er auch ein wenig das Bayern-Gen: «Ich kann nicht verlieren.» Fink stellte sich der Mannschaft am Montagmorgen vor, am Dienstag wird er das erste Training leiten und am Samstag gegen den VfL Wolfsburg erstmals als Verantwortlicher eines Bundesliga-Teams auf der Bank sitzen.

    Als Assistenten bringt der neue Coach Patrick Rahmen aus der Schweiz mit - Rodolfo Cardoso rückte nach einem Monat bei den Profis an seinem Geburtstag wieder in die zweite Reihe zur U 23. Wie er denn das kurze Haltbarkeitsdatum der Trainer beim HSV überstehen wolle? «Was soll ich denn sagen - weil ich so gut bin? Mich haben sie immer unterschätzt, schon als ich zu Bayern München gegangen bin und letztlich habe ich 150 Spiele dort gemacht», sagte Fink, der einen Vertrag bis 2014 unterzeichnet hat. Der frühere Mittelfeldspieler ist beim abstiegsbedrohten Bundesliga-Dino schon der zehnte Coach in 13 Jahren und der vierte in den vergangenen vier Wochen.

    Beeindruckt habe ihn die Hartnäckigkeit, mit der die HSV-Verantwortlichen bei ihm angerufen hätten. Er habe sich mit Basel gerade auf das Champions-League-Spiel bei Manchester United (3:3) vorbereitet, als der erste Anruf gekommen sei. Dieser Vertrauensvorschuss gebe ihm ein so gutes Gefühl, dass er an eine Dauer-Beschäftigung am Volkspark glaube. Seine Frau und seine beiden Söhne würden noch vor Weihnachten an die Elbe ziehen.

    Allerdings hat in diesem Jahrtausend noch keiner der insgesamt zwölf Übungsleiter über einen derart langen Zeitraum wie mit Fink nun angepeilt beim HSV wirken können. Länger im Amt mit sogar mehr als vier Jahren war zuletzt Frank Pagelsdorf (Juli 1997 bis September 2001). All dies sei ihm bewusst, versicherte Fink, der sich weder in die autoritäre noch in die Kumpeltyp-Ecke drängen lassen will. Als Vorgesetzter sehe er sich eher wie der Typ Jürgen Klopp, sagte Fink. Grundsätzlich lässt sich Fink, der mit dem Double in Basel seine Qualitäten als moderner Trainer bewiesen hat, von den Spielern duzen.

    Die HSV-Akteure nahmen die Präsentation des vierten Trainers der Saison gelassen auf. «Wir sind Profis genug, wir müssen uns selbst in den Arsch treten, aus den Puschen kommen und da unten rauskommen. Wir sind nicht irgendein Verein, wir sind der HSV», sagte Kapitän Heiko Westermann.

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