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    Endspurt bei WM-Tickets: Vorfreude trotz Pannen

    Bei der Schlussrunde im Ticketverkauf für die Fußball-WM in Südafrika sind in den ersten acht Stunden 53 000 Karten abgesetzt worden, teilte die FIFA mit. Insgesamt werden über 500 000 Karten für die WM-Spiele angeboten.

    Direktverkauf
    Einer der ersten südafrikanischen Käufer präsentiert seine erstandenen WM-Tickets.

    23 Spiele seien inzwischen ausverkauft, darunter das Eröffnungsspiel, die beiden Halbfinalspiele und das Endspiel, hieß es. Nach dem Start der fünften und letzten Verkaufsrunde hagelte es in Südafrika allerdings allerorten massive Beschwerden über die Schwierigkeiten beim Erwerb der Karten.

    «Chaos beim Kartenverkauf für die WM» lautete die balkendicke Schlagzeile der Nachmittagsausgabe der Zeitung «Cape Argus». Bei den Radiosendern schimpften zahlreiche Hörer. «Ich habe über zehn Stunden gewartet und dann dennoch nichts bekommen, diese FIFA ist doch unfähig», wetterte ein Fan aus Pretoria.

    Es gab aber auch Begeisterung und Vorfreude auf die in sieben Wochen beginnende Weltmeisterschaft. «Dies ist die Chance meines Lebens, die WM kommt nur einmal zu uns», sagte lachend der 27-jährige Mzukisi in Kapstadt. «Ich freue mich unglaublich», gestand ein dick eingemummelter 19-jähriger Grafikdesigner in Johannesburg. Er und seine Freunde hatten sich das lange Warten in der nächtlichen Kälte mit Dösen und Kicken vertrieben. Am Vormittag dann hatte er nach nur einer weiteren Stunde schließlich 16 Eintrittskarten - unter anderem für das Eröffnungsspiel Südafrika-Mexiko. «Es ist wie ein Traum», sagte er.

    Zigtausend andere Südafrikaner an den zahlreichen Verkaufsstellen im ganzen Land - unter anderem in Banken und Supermärkten - hatten weniger Glück. Nachdem sie, oft in Decken gehüllt, auf wackeligen Stühlen sitzend oder an Häuserwände gelehnt, in der Nacht ausgeharrt hatten, mussten sie auch noch am Morgen viele Stunden warten. Das elektronische Ticket-System war dem Ansturm offensichtlich nicht gewachsen. So war für manche, die bis zu 20 Stunden vor Öffnung der Schalter gekommen waren, die Wartezeit auch am Vormittag noch nicht zu Ende, berichtete der Nachrichtensender E-TV.

    «Die Menschen hier sind enttäuscht und verärgert», berichtete der Reporter aus dem Johannesburg-Stadtteil Sandton vor den Türen des Laico Isle-Einkaufszentrums. Ein 64-Jähriger in Kapstadt überlebte das Warten oder die Aufregung nicht: Er erlag am Morgen vor den Toren der Vorverkaufsstelle einem Herzinfarkt. Trotz aller Vorfreude auf die WM gab es angesichts der Probleme auch mürrische Reaktionen: «Wenn das so weitergeht, gebe ich auf», meinte Jayson Barnett (22) in Sandton. Die FIFA selbst sprach am Mittag von einigen technischen Schwierigkeiten, die aber behoben worden seien.

    Am 15. April, dem Beginn der fünften und letzten Verkaufsrunde in Südafrika, konnten die Fans direkt bezahlen, brauchten keine Kreditkarte oder das Internet. Diese Kaufoptionen sind in Südafrika vor allem bei der überwältigenden Mehrheit armer Menschen kaum verbreitet. Der Fußball-Weltverband hofft, mit unkompliziertem Schalterverkauf - und teilweise drastisch reduzierten Kartenpreisen - über 500 000 Karten an den Mann zu bringen. Denn die Veranstalter fürchten schlecht gefüllte Stadien. Um vor allem einheimische Fans stärker anzulocken, wurden die Preise mit einer sogenannten «Re- Kategorisierung» drastisch nach unten korrigiert: Das günstigste Ticket kostet nun rund 140 Rand (etwa 14 Euro).

    Bisher fanden nur 2,2 der rund drei Millionen Karten weltweit und im Gastgeberland Abnehmer. Ausverkauft war den Angaben zufolge bisher nur das Endspiel, die letzten 300 Tickets wurden blitzschnell verkauft. «Wir sind bei weit mehr als 100 000 Fans, vielleicht bei 200 000», sagte WM-Organisationschef Danny Jordaan in Johannesburg. «Ich denke, wir werden auf 300 000 kommen». Ursprünglich hatte Südafrika auf 450 000 Besucher aus dem Ausland spekuliert, dann war diese Zahl auf 350 000 reduziert worden.

    Jordaan verwies auf die «neuen Realitäten» in der Welt, den Zusammenbruch von Banken und die Wirtschaftskrise, die auch die beiden wichtigsten Länder für den Fußball-Tourismus, Deutschland und England getroffen hätten. Die FIFA hatte zugegeben, dass der Ticketverkauf in Europa bisher nicht den Erwartungen entsprochen habe. In Deutschland wurden demnach bisher rund 32 000 Karten und in England 68 000 Karten abgesetzt.

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