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Leverkusen

Duo Hyypiä/Lewandowski ersetzt Dutt in Leverkusen

dpa

Das Projekt Robin Dutt ist vorzeitig gescheitert, Bayer Leverkusen setzt im Saisonendspurt auf das junge Duo mit Ex-Profi Sami Hyypiä als Teamchef und U 19-Coach Sascha Lewandowski als Trainer.

Entlassen
Robin Dutt ist nicht mehr Trainer bei Bayer Leverkusen.
Foto: Marius Becker – DPA

Nach der tiefen sportlichen Krise des Europa-League-Anwärters und den schlimmen Hohn- und Spottgesängen gegen den Bayer-Coach hat der Club am Tag nach der 0:2-Pleite gegen den SC Freiburg die Konsequenz gezogen. «Wir mussten einfach handeln und ein Zeichen setzen, um das Saisonziel internationaler Wettbewerb weiter mit frischem Wind zu verfolgen», sagte Bayer-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser.

Nach der katastrophalen Leistung gegen Freiburg, der fünften Pflichtspielniederlage in Serie, war der Coach nicht mehr zu halten. «Die ganze Aktion trifft mich menschlich sehr. Aber diese Dinge muss man hinten anstellen, wenn es um das große Ganze geht», sagte Holzhäuser. Am Dienstag, nach einem freien Tag für die Mannschaft, soll das neue Trainerteam die Arbeit auf dem Platz aufnehmen. Zunächst ist angedacht, dass die beiden Übungsleiter bis Saisonende arbeiten – Weiterbeschäftigung nicht ausgeschlossen. «Im Moment gehen wir davon aus, dass es eine längere Situation sein kann», sagte Holzhäuser.

Dutt selbst zeigte nach der Niederlage gegen seinen Ex-Club in der wohl schwersten Stunde seiner bisherigen Karriere Größe und verabschiedete sich bei der Pressekonferenz persönlich. «Ich bin hier durch die Vordertür reingekommen und will nicht durch die Hintertür rausgehen», begründete der 47-Jährige seine Anwesenheit bei der Präsentation seiner Nachfolger. «Die Trennung ist nachzuvollziehen. Ich suche den Schlüssel bei mir. Ich bin mit mir im Reinen und dankbar, in Leverkusen Trainer gewesen sein zu dürfen.»

Der frühere finnische Nationalspieler und Liverpool-Profi Hyypiä wurde von den Geschehnissen überrascht, ist aber von der Trendwende überzeugt. «Wir wollen einem verunsicherten Team, das in den vergangenen Spielen nicht zu seinen Möglichkeiten gefunden hat, Wege aufzuzeigen, um Bayer Leverkusen wieder in die Erfolgsspur zu bringen», sagte Hyypiä, der nur eine finnische Trainerlizenz besitzt. Gegen den SC Freiburg hätten zwar elf Spieler auf dem Platz gestanden, aber keine Mannschaft.

Die fehlende Harmonie auf dem Rasen war auch den Zuschauern nicht entgangen, die das Ende der kurzen Ära Dutt eingeleitet haben. Den erneut völlig leblosen Auftritt der Mannschaft quittierte das Publikum nicht mit Pfiffen oder Buhrufen, sondern mit selten gezeigtem Spott und Hohn. Die Bayer-Fans feierten ihren Trainer mit Gesängen, als habe er soeben die deutsche Meisterschaft gewonnen. Selbst SC-Trainer Christian Streich, Dutts Kollege aus früheren Freiburger Zeiten, war entsetzt: «Am Anfang habe ich gedacht, ich höre nicht richtig. Das hat mir in der Seele wehgetan.»

Jupp-Heynckes-Nachfolger Dutt hatte von Beginn an keinen leichten Stand unter dem Bayer-Kreuz und sorgte mit widersprüchlichen Aussagen für Verwirrung und Unverständnis. Vor allem die ganze Situation um Michael Ballack schien den früheren Freiburger Coach zu überfordern. Einmal hieß es, für Ballack müsse es eine Ehre sein, bei einem Club wie Bayer auf der Bank sitzen zu dürfen. Dann betonte er, dass Ballack und Kapitän Simon Rolfes nicht gemeinsam auf dem Platz stehen werden – was dann aber doch passierte.

Knackpunkt war die desolate 1:7-Niederlage in der Champions League beim FC Barcelona. Von dieser Schmach hat sich der Club bislang nicht erholt und seitdem weitere vier Spiele verloren. «Die ganze Mannschaft war von Angst bestimmt», sagte Bayers Sportdirektor Rudi Völler. Jetzt soll das Duo Hyypiä/Lewandowski für Aufbruchstimmung sorgen.

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