2. Liga

Aufstiegsrennen: Bochum bleibt dem HSV auf den Fersen

Zweitliga-Tabellenführer HSV verspielt den Sieg und büßt an Vorsprung ein. Bochum und Fürth rücken näher heran – und Nürnberg hilft im Abstiegskampf ein Eigentor in der Nachspielzeit.

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Kurs auf Bundesliga
Soma Novothny (l-r) und Torwart Manuel Riemann sind mit Bochum auf Kurs Bundesliga.
Foto: Friso Gentsch/dpa

Düsseldorf (dpa). Die Heimniederlage am vergangenen Wochenende ist abgehakt, die Pokalpleite in Leipzig weggesteckt – der VfL Bochum hat sich auch durch kleine Rückschläge nicht vom Weg abbringen lassen und bleibt dem Hamburger SV in der 2. Fußball-Bundesliga auf den Fersen.

Nach dem 2:1-Erfolg beim VfL Osnabrück rückt die Revier-Elf mit 39 Punkten näher an die Spitze, weil der HSV (41) beim 3:3 in Aue zwei Zähler liegen ließ. Nach zehn Jahren in der 2. Liga haben sich die Bochumer zu einem ernsthaften Aufstiegskandidaten entwickelt.

„Bei uns ist es in dieser Saison richtig gut. Wir sind ein Team geworden, holen die Punkte, und man sieht auf dem Platz, dass der eine für den anderen kämpft“, sagte Bochums Offensivspieler Robert Zulj, mit neun Treffern zweitbeste Torschütze im Team hinter Simon Zoller (11), der wie Anthony Losilla auch in Osnabrück traf. Unter Trainer Thomas Reis, der gerade seinen Vertrag bis 2023 verlängert hat, ist die Mannschaft gereift. Vor einem Jahr stand der VfL am 20. Spieltag noch auf Rang 16.

„In letzter Zeit sind wir oft in Rückstand geraten, das ist heute nicht passiert. Auch das mit den zwei verlorenen Spielen am Stück ist abgehakt“, sagte Bochums Coach nach dem sechsten Sieg aus den vergangenen acht Ligaspielen. „Wenn man oben dabei bleiben will, muss man solche Spiele gewinnen“, sagte Losilla nach dem Erfolg in Osnabrück. Sollte Holstein Kiel (36) das Top-Spiel bei der zuhause noch unbesiegten Elf von Fortuna Düsseldorf am Montag nicht gewinnen, hätten die Bochumer auch den Vorsprung auf einen Nicht-Aufstiegsplatz vergrößert. Greuther Fürth festigte am Sonntag den Relegationsrang drei durch ein 4:1 (1:1) gegen den Letzten Würzburg.

Der HSV blieb zwar auch im zehnten Spiel nacheinander unbesiegt und kam durch die Saisontreffer 18 und 19 von Simon Terodde zu einer komfortablen 3:1-Führung bei Erzgebirge Aue, doch am Ende verspielten die Hanseaten die Führung und mussten sich mit dem 3:3 begnügen. „Für uns ist das sehr enttäuschend nach der starken ersten Halbzeit“, sagte Terodde. Auch Trainer Daniel Thioune war nicht begeistert. „Wenn man das Spiel in der zweiten Halbzeit wieder abgibt, kann man schon sehr unzufrieden sein“, befand der Hamburger Coach.

Hinter den Aufstiegsrängen verpasste der Karlsruher SC beim 0:0 gegen Jahn Regensburg, den Anschluss an das Top-Trio zu halten. Der KSC folgt mit 33 Punkten als Fünfter dem HSV, Bochum und Fürth (38).

Im Abstiegskampf schwebt Hamburgs zweiter Club derzeit auf einer Erfolgswelle. Mit dem vierten Sieg aus den letzten fünf Spielen hat sich der FC St. Pauli aus dem Tabellenkeller befreit und verbesserte sich auf Rang 14. „Wir haben jetzt eine gute Ausgangssituation, stehen in der Tabelle über dem Strich und haben eine gute Phase, können das aber gut einordnen“, sagte Trainer Timo Schultz.

Nach sechs Spielen ohne Sieg hat sich auch der 1. FC Nürnberg beim 2:1-Erfolg in Darmstadt ein wenig Luft verschafft. Beim Siegtreffer half der Gegner mit: Einen weiten Abschlag von Nürnbergs Torhüter Christian Mathenia köpfte der Darmstädter Nicolai Rapp in der Nachspielzeit über seinen Torhüter hinweg ins eigene Tor. „Am Ende des Tages wurden wir von einem da oben erhört“, meinte Mathenia.

Wegen des Winter-Einbruchs und heftigen Schneefalls in einigen Teilen Deutschlands wurde das Spiel des SC Paderborn gegen den 1. FC Heidenheim am Sonntag abgesagt.

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