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    Zwölf Spiele sind wie eine Ewigkeit

    Seinen Stammplatz als Innenverteidiger hat Niko Bungert in der Rückrunde verloren. Ein Zustand, der dem 23-jährigen Profi des FSV Mainz 05 nicht gefällt und den er spätestens in der kommenden Saison wieder ändern möchte.

    Zwölf Spiele sind wie eine Ewigkeit
    In der Vorrunde gehörte Niko Bungert (rechts, hier gegen den früheren Bayern-Torjäger Miroslav Klose) zum unumstrittenen Stammpersonal des FSV Mainz 05. In der Rückrunde verlor er seinen Platz in den Innenverteidigung an Bo Svensson.
    Foto: Bernd Eßling

    Mainz - Seinen Stammplatz als Innenverteidiger hat Niko Bungert in der Rückrunde verloren. Ein Zustand, der dem 23-jährigen Profi des FSV Mainz 05 nicht gefällt und den er spätestens in der kommenden Saison wieder ändern möchte. 

    Die Frage nach seiner derzeitigen Verfassung beantwortet Niko Bungert mit einer Gegenfrage: "Körperlich oder seelisch?" Dazwischen liegen Welten. 

    Körperlich ist der Innenverteidiger voll auf dem Damm. Unter Beweis stellen kann er dies seit geraumer Zeit jedoch fast nur im Training. In Bundesligaspielen gehörte der 23-Jährige seit dem zweiten Rückrundenspieltag nicht mehr der Startelf an und musste sich, wenn er denn zum Einsatz kam, meist mit wenigen Minuten begnügen. Und genau bereitet ihm seelische Pein. "Es ging mir schon mal deutlich besser", sagt Bungert. 

    Vor der vergangenen Saison mit Trainer Jörn Andersen und Stürmer Aristide Bancé von Kickers Offenbach gekommen, bestritt der gebürtige Bochumer im Mainzer Aufstiegsjahr 32 Meisterschaftsspiele. Auf Anhieb hatte sich der schmächtig wirkende Abwehrspieler den Platz neben Nikolce Noveski erkämpft. Daran änderten weder der Aufstieg noch der Trainerwechsel zunächst etwas: Auch unter Thomas Tuchel war Bungert eine feste Größe, in der Bundesligavorrunde verpasste er als einziger Mainzer nicht eine einzige Minute in allen 17 Meisterschaftsspielen. 

    Auch zum Rückrundenstart bei Bayer Leverkusen spielte Bungert durch, erzielte bei der 2:4-Niederlage sogar sein erstes Saisontor - doch ein Wochenende später musste er in der Anfangsformation Platz für Bo Svensson machen. "Das war damals völlig in Ordnung", sagt Niko Bungert rückblickend. Er habe nach der anstrengenden Vorrunde, der nur kurzen Winterpause und dem frühen Trainingslager selbst gemerkt, dass er noch nicht wieder bei 100 Prozent war. "Meine Trainingsleistungen waren nicht so gut wie zuvor, in den Testspielen ist es nicht optimal gelaufen, und deshalb hat mich der Trainer zu recht draußen gelassen." 

    Seither sind zwölf Spiele vergangen, "erst zwölf", sagt Bungert, "aber die Zeit zieht sich ohne Ende. Für mich fühlt sich das an wie eine Ewigkeit." Denn was im Januar ein Glück für die Mannschaft war, wurde für den jungen Innenverteidiger zum persönlichen Pech: Bo Svensson, der lange mit Verletzungen zu kämpfen hatte und in den vorangegangenen beiden Spielzeiten erst Neven Subotic und dann Niko Bungert den Vortritt lassen musste, integrierte sich sofort ins Team und liefert seit Wochen tadellose Leistungen ab. Bungert weiß das, und Bungert respektiert das. Und er sagt: "Ich bin zwar wieder in meiner alten Verfassung. Aber im Moment gibt es für den Trainer überhaupt keinen Grund, die Mannschaft zu ändern. Schon gar nicht auf einer zentralen Position wie in der Innenverteidigung. Auch wenn mir meine Situation im Moment nicht gefällt." 

    Beim 1:0-Sieg gegen Borussia Dortmund am vergangenen Samstag hoffte der 23-Jährige vergeblich auf einen Einsatz. Stattdessen stand er einen Tag später im Kader der Amateure. Was für manchen Außenstehenden wie eine Degradierung aussah, empfand der Spieler selbst als belebendes Element. "Ich wollte ja selbst dort spielen", sagt er. "Immer nur zu trainieren reicht mir nicht. Ich will mich auch in Spielen beweisen. Und ich wollte den Jungs aus der Regionalliga helfen, so gut es ging." 

    Das ging ziemlich gut. Bungert und Profikollege Chadli Amri verliehen den abstiegsbedrohten Amateuren mehr Qualität, mehr Sicherheit und schon durch ihre bloße Anwesenheit neues Selbstbewusstsein. Am Ende stand ein 3:0-Erfolg, der erste Sieg nach einer Durststrecke von neun Spielen, bei dem Bungert sich mit dem 2:0 sogar in die Torschützenstatistik eintrug. "Es hat viel Spaß gemacht", sagt Bungert, "und ich habe wieder etwas Spielpraxis bekommen." 

    Natürlich wäre es dem Abwehrspieler nicht genug, in den kommenden Wochen als Gast bei den Amateuren auszuhelfen. Aber Bungert weiß, dass er in der Bundesliga bis Saisonende kaum über seine Reservistenrolle hinauskommen wird (es sei denn, Bo Svensson kassiert zu seinen vier Gelben Karten noch eine fünfte). "Das ändert nichts daran, dass ich im Training alles gebe, um mich anzubieten", sagt Bungert. "Ich bin nicht der Typ, der sich hängenlässt. Niemand kann mir vorwerfen, dass ich nicht richtig arbeiten würde. Wenn ich gebraucht werde, bin ich bereit." 

    Sein Vertrag am Bruchweg hat sich inzwischen, nach einer bestimmten Anzahl von Einsätzen, automatisch um ein Jahr verlängert. Und damit ist Niko Bungert zufrieden. "Für die nächste Saison bedeutet das zunächst einmal, dass ich eine gewisse Sicherheit habe. Ich weiß, dass und wo es weitergeht." 

    Und den Kampf um den Stammplatz in der Innenverteidigung will er dann aufs Neue aufnehmen: "Nach der Sommerpause fängt alles von vorne an. Ich weiß, dass ich das Zeug habe, mich wieder in die Mannschaft zu spielen."

    Peter H. Eisenhuth

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