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    Wieder hier, in unserm Revier...

    In den vergangenen Tagen, sagte Christian Heidel, habe er ein merkwürdiges Gefühl gehabt. Ein Gefühl für die Stimmung in der Stadt, die keinen Zweifel daran zu lassen schien, dass der FSV Mainz 05 mit dem Abstiegskampf in der Fußball-Bundesliga nichts mehr zu tun haben würde.

    "Ich habe eine Statistik gelesen, wonach wir eine Abstiegswahrscheinlichkeit von 0,5 Prozent hatten", erzählte der Manager am Samstagnachmittag.

    Allgemein habe schon vor dem Augsburg-Spiel der Eindruck geherrscht, "dass wir 30 Punkte haben, jetzt zweimal gewinnen und dann gesichert sind". Vor der Partie gegen Hertha BSC seien die Berliner auch in den Medien "schon ein bisschen verniedlicht" worden. "Ganz Mainz hat erwartet, dass wir rausgehen, nach zwei Minuten führen und die dann aus dem Stadion schießen", fasste Heidel zusammen. Und diese Stimmung habe sich auch auf die Mannschaft übertragen, "ohne dass ich den Spielern den Vorwurf machen will, sie hätten nicht alles gegeben. Aber da fehlen unbewusst ein paar Prozent, weil man glaubt, man sei nicht mehr im Abstiegskampf".

    "30 Punkte und mittendrin"

    Die Realität nach den vermeintlichen Matchbällen gegen zwei um den Klassenverbleib kämpfenden Kontrahenten aber sieht anders aus als erwartet: "Jetzt haben wir die beiden Spiele verloren, haben immer noch 30 Punkte - und sind wieder mittendrin", sagte Heidel. "Jetzt müssen wir die Sinne schärfen für ein Programm, das wir eigentlich ganz gut beherrschen. Und das ist Abstiegskampf." Um es nach Marius Müller-Westernhagen zu sagen: "Wir sind wieder hier, in unser'm Revier..."

    Der Manager ging mit seinen Spielern weniger hart ins Gericht, als die es in ihren selbstkritischen Statements getan hatten. "Das Spiel heute ist insgesamt sehr unglücklich verlaufen", sagte Heidel. "Wir haben in der ersten Halbzeit gar nicht schlecht gespielt, aber die Chancen nicht genutzt und uns dann das 0:1 fast selbst reingeschossen." Und als nach dem Anschlusstreffer im gesamten Stadion der Glauben wieder da war, die Partie doch noch zu drehen, unterlief Jan Kirchhoff der Rückpassfehler zum 1:3. "Das tut weh, aber damit müssen wir klarkommen. Das werden wir auch."

    Heidel sprach auch das Offensivproblem an, das bereits in Augsburg offenkundig geworden war. "Vorne ging gar nix", konstatierte er. "Die Chancen, die wir hatten, kamen von den Außenspielern."

    Adam Szalai befinde sich jetzt möglicherweise in dem Tief, das dem Ungarn nach einjähriger Verletzungspause schon vor Rückrundenbeginn prognostiziert worden war. Und Mohamed Zidan? Zollt der Ägypter der Tatsache Tribut, dass er vor seinem Wechsel nach Mainz beim BVB kaum noch Einsätze hatte? "Mo ist jetzt auch in einer solchen Phase", sagte Heidel, "aber den holen wir da ganz schnell wieder heraus."

    Bei Zidan sei es in den ersten Wochen nach seiner Rückkehr zu den 05ern einfach zu gut gelaufen; nach sechs Toren in sechs Spielen "dachte er wohl im Unterbewusstsein, das gehe so weiter. Und dann hat er ab und zu den Drang, sich schon unter der Woche nicht 100-prozentig auf die Sache zu konzentrieren". Nichts, was sich nicht regeln lasse, versicherte Heidel. "Ich kenne meinen Freund Zidan. Da muss man ihn mal zur Seite nehmen, an ein paar Stellschrauben drehen, und dann geht es wieder. Das kriegen wir hin."

    Druck muss kein Nachteil sein

    Heidel zeigte sich überzeugt davon, dass die 1:3-Niederlage gegen Hertha für Zidan selbst ein kleiner Schlag in die Magengrube gewesen sei, "weil er nicht gut gespielt hat, um es mal positiv auszudrücken. Er weiß auch, dass er nächste Woche in Bremen eine andere Leistung bringen muss".

    Dass die 05er ihre beiden nächsten Partien beim SV Werder und beim VfB Stuttgart bestreiten, müsse trotz der bislang so mäßigen Auswärtsbilanz kein Nachteil sein. Vielleicht sei dies genau die richtige Herausforderung für die Mannschaft. "Wir wissen, dass es schwierig wird, aber vielleicht ist der Druck ganz gut. Ohne Druck, haben wir festgestellt, ist es schiefgegangen..."

    Peter H. Eisenhuth

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