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    Verschlusssystem ein taktisches Meisterwerk

    Erfolg mit Nachvorneverteidigung - Die Kollegen von den Hannoveraner Medien auf der Haupttribüne der AWD-Arena bescheinigten ihrer Heimmannschaft schon nach 90 Minuten eine schwache Leistung.

    Das war das Siegtor für due 05er: Andreas Ivanschitz nahm am langen Pfosten die Flanke von Zdenek Pospech direkt und vollstreckte.
Foto:  rscp
    Das war das Siegtor für due 05er: Andreas Ivanschitz nahm am langen Pfosten die Flanke von Zdenek Pospech direkt und vollstreckte.
    Foto: rscp - rscp.de

    Warum? Weil das Team von Trainer Mirko Slomka nie zum gewohnten Spielstil fand. Das änderte sich auch in der Verlängerung nicht. Hannover 96 kam nur ganz selten mal in die Tiefe, und schon gar nicht im in der Bundesliga gefürchteten Expresstempo. Und das stellte dem FSV Mainz 05 gestern Abend im DFB-Pokalspiel ein überragendes Zeugnis aus. Die Gäste präsentierten ein Verschlusssystem über das gesamte Feld, das man nur als taktisches Meisterwerk bezeichnen kann. Von Trainer Thomas Tuchel erdacht und einstudiert, von der Mannschaft glänzend umgesetzt.

    Der Bundesligadritte aus Hannover hat dieses Raketen-Umschaltspiel über die Flügel oder direkt durchs Zentrum aus einer engen defensiven Blockstellung heraus nahezu perfektioniert. Die 05er haben das Gegenmittel gefunden. Die Abwehrreihe steht extrem hoch im Feld, davor blocken die schon jenseits der Mittellinie attackierenden äußeren Mittelfeldspieler und dahinter in engem Abstand die Außenverteidiger jeden Passversuch und Ballannahmeversuch des Gegners. Und wenn die Passgeber des Umschaltmonster derart unter Zeit- und Entscheidungsdruck geraten, dann funktionieren die Konter nicht.

    Die 05er zelebrierten ihre Nachvorneverteidigung hervorragend. Die Stürmer Anthony Ujah und Maxim Choupo-Moting störten das Eröffnungsspiel der Hannoveraner im Zentrum. Die waren gezwungen, in die seitlichen Räume zu spielen. Dort stürzte sich etwa auf der linken Seite Elkin Soto auf den Außenverteidiger Cherundolo, dahinter sprintete Mali Fathi press auf Mittelfeldspieler Stindl. Und wenn die Kugel doch mal die Linie lang gespielt werden konnte, dann war das unter Druck unkontrolliert, Nikolce Noveski rückte aufmerksam raus und fraß diese Steilpässe sicher weg.

    Auf der anderen Seite standen Marco Caligiuri, Zdenek Pospech und Niko Bungert den Kollegen in nichts nach. 4-4-2 mit Mittelfeldraute, in diesem Offensivsystem soll man angeblich die Seiten nicht gut schließen können. Die Mainzer bewiesen gestern Abend wieder einmal das Gegenteil. Und durch die Mitte kamen die 96er auch nicht durch, weil Jan Kirchhoff wie schon zuletzt in Berlin der König im Zentrum war, der Raumbeherrscher, der Dominator.

    Und was die Tuchel-Elf aus den vielen Balleroberungen machte, das war technisch gepflegter Flachpasskombinationsfußball. Sieben gute bis sehr gute Tormöglichkeiten erspielten sich die Gäste in den 90 Minuten bis zur Verlängerung. Auch das mit Plan. Ruhiger Aufbau in der hinteren Reihe, dann holten Sechser Kirchhoff oder die Halbraumspieler Soto und Caligiuri die Bälle ab, und dann wurden die Szenen teilweise mustergültig auf die Flügel aufgelöst. Mehr gefährliche Strafraumszenen als diese sieben bekommt man gegen diese Hannoveraner Defensive, die oft auf Abseits spielt, nicht. Ein Sieg in den 90 Minuten wäre für die 05er auch schon verdient gewesen. Dann kam die Verlängerung. Das Tor von Andy Ivanschitz. Der gehaltene Strafstoß von Christian Wetklo. Jubel.

    "Das war genau das Glücksgefühl, das wir mal gebraucht haben", sagte Ivanschitz nach der ausgelassenen Jubelfeier auf dem Feld. "Das war ganz wichtig vor dem Spiel gegen Bremen am Samstag. Das war der notwendige Punch heute." Über das Siegtor freute sich der eingewechselte Spielmacher sichtlich. "Nachdem ich ein paar Riesenchance ausgelassen habe in dieser Saison, war das ein ganz wichtiges Tor für mich. Das ist wirklich ein ganz tolles Gefühl." Und noch mehr freue er sich für die Mannschaft. "Der Sieg ist extrem wichtig für den Kopf."

    "Ich hätte mich heute unendlich geärgert, wenn das schiefgegangen wäre", erklärte Harald Strutz. "Das war schockierend, dass ein Schiri in der 120. Minute einen solchen Elfmeter gibt. Aber egal, Christian Wetklo hat uns heute gerettet,vor dem Elfer schon mit zwei Glanzparaden." Der 05-Klubchef war selig. "Wir hatten diesen Sieg verdient. Dass wir diese Leidenschaft zeigen können, das war wichtig für die Mannschaft. Das war vielleicht das wichtigste Spiel in dieser Saison für den Trainer und die Mannschaft." Strutz war "richtig stolz auf diese Truppe".

    Reinhard Rehberg

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    Mainz 05
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