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    Verärgerter Trainer will nichts schönreden

    Tuchfühlung zu den Abstiegsrängen - Die Werte sind schlecht. Die Zahlen des FSV Mainz 05 nach neun Spieltagen haben beim Trainer des Bundesligisten sogar eine partielle Sprachlosigkeit ausgelöst.

    Zufriedenheit sieht anders aus: 05-Trainer Thomas Tuchel, Andreas Ivanschitz und Malik Fathi während der Partie gegen den FC Augsburg. Im Training geht es in dieser Woche vor dem Hertha-Spiel nun darum, sich verstärkt mit den Grundlagen und den bekannten Abläufen zu befassen.
Foto:  Julia Rau
    Zufriedenheit sieht anders aus: 05-Trainer Thomas Tuchel, Andreas Ivanschitz und Malik Fathi während der Partie gegen den FC Augsburg. Im Training geht es in dieser Woche vor dem Hertha-Spiel nun darum, sich verstärkt mit den Grundlagen und den bekannten Abläufen zu befassen.
    Foto: Julia Rau

    Tuchfühlung zu den Abstiegsrängen - Die Werte sind schlecht. Die Zahlen des FSV Mainz 05 nach neun Spieltagen haben beim Trainer des Bundesligisten sogar eine partielle Sprachlosigkeit ausgelöst.

    Die 0:1-Niederlage gegen den bis dahin sieglosen FC Augsburg war der vorläufige Tiefpunkt einer unschönen Entwicklung.

    Die vierte Niederlage in Folge. Seit sieben Spielen nicht mehr gewonnen. Platz 15. Tuchfühlung zu den Abstiegsrängen. "Ich bin um halb sieben aus dem Stadion raus und habe bis halb neun kein einziges Wort gesprochen. Ich musste diesen richtigen Nackenschlag erst einmal verdauen", verriet Thomas Tuchel am Sonntagabend in der Sendung "Flutlicht" des SWR.

    Vielleicht Helme aufsetzen?

    Bevor der 05-Coach die Stätte der aktuellen 05-Pein verließ, musste sich der 38-Jährige allerdings einer Diskussion stellen, die er absolut nicht führen möchte. Sein Weg habe bisher beständig nach oben geführt", merkte ein Journalist in der kleinen Medienrunde nach der Partie an. Ob er denn überhaupt Abstiegskampf kenne und darauf vorbereitet sei? Tuchel reagierte unwillig, mochte sich zum jetzigen Zeitpunkt der Bundesligarunde auf die Thematik nicht einlassen. "Muss man Abstiegskampf kennen, um ihn zu können", stellte der 05-Trainer lapidar die Gegenfrage. Was solle er bitteschön tun in einem solchen Abstiegskampf? "Vielleicht Helme aufsetzen?"

    Nein, betonte der Fußballlehrer, er glaube nicht an ein Konstrukt Abstiegskampf. "Ich mache es nicht vom Tabellenplatz abhängig, wie ich meine Arbeit als Trainer verrichte." Einen Tag später legte Tuchel dann in Ruhe und differenziert vor laufender TV-Kamera seine Argumente vor. Er werde nicht von dem Weg abweichen, den er für den richtigen halte. Flexibilität im Spiel zu haben, mehrere Grundordnungen spielen zu können, Spieler auf die Positionen zu stellen, auf denen sie ihre Stärken einbringen könnten. "Davon gehen wir nicht weg", sagte Tuchel.

    "Keiner soll denken, dass wir uns nicht ärgern und die Situation schönreden wollen." Er wolle allerdings nicht akzeptieren, dass ausschließlich das Ergebnis die Wahrheit sei, auch wenn die Mannschaft natürlich für das Ergebnis spiele. Für den 05-Trainer steht die Entwicklung des Kaders im Vordergrund, die Leistungskriterien, die im täglichen Training, in den Bundesligaspielen die Mannschaft formen, voranbringen und auf Dauer qualitativ verbessern.

    Darin sieht Tuchel auch jetzt, nach diesem neuerlichen Rückschlag, seine Hauptaufgabe. Das nächste Spiel steht vor der Tür. Am Samstag in Berlin, beim Aufsteiger Hertha BSC, muss das Team konkurrenzfähig sein und einen neuen Anlauf zur Wende nehmen. Ob das Ganze unter dem Stichwort Abstiegskampf geschieht oder nicht.

    Signale vom Trainer

    Thomas Tuchel stellte klar, dass er der Erste sei, der sich hinterfrage. Der über seine Art der Führung, über Inhalte und die Ansprache an die Spieler immer nachdenke. "Nur dann ist das Signal gegeben, dass auch die Spieler bereit sind, sich zu hinterfragen und sich positive, neue Ziele setzen. Da verstehe ich mich als Teil der Gruppe", betonte der 38-Jährige.

    Er müsse allerdings aufpassen, dass er in solch schwierigen Phasen geistig nicht das Rad überdrehe. Das bedeutet in der Praxis, dass Tuchel in der täglichen Arbeit aufgrund der Situation nicht noch etwas oben drauf packt, zusätzliche Anforderungen an seine Profis stellt. Sondern die Inhalte gehen eher dahin, die Grundlagen zu verstärken. Das, was sich der 05-Kader seit Trainingsbeginn im Sommer angeeignet hat, vertiefen, um wieder Sicherheit und Selbstvertrauen zu erlangen. "Wir müssen noch stärker mit gewohnten Übungsformen arbeiten, mit gewohnten Abläufen, die automatisch auch wieder Erfolgserlebnisse bringen", sagte Tuchel.

    Begehrlichkeiten geweckt

    Die Situation am Bruchweg ist schwierig. Auch für den Trainer. Für Tuchel ändert zwar die prekäre Lage nichts an dessen Herangehensweise ans nächste Spiel. Doch die anhaltenden negativen Gefühle in Mannschaft und Umfeld sind auch für ihn neu. Dessen ist sich der 05-Coach durchaus bewusst. "Ich glaube nicht, dass wir jedes Jahr 58 Punkte holen müssen, sondern wir haben Begehrlichkeiten in der Art unseres Spiels geweckt." Aggressives Verteidigen, schnelles Spiel in die Spitze, offensives Denken in Abwehr- und Offensivhandlungen, englisch geprägt mit gesunder Härte. "Dafür stehen wir", sagte Tuchel.

    "Jeder Fan hat das Recht, diese Begehrlichkeiten in jedes Heimspiel mitzubringen. Dass er dann auch das Ergebnis bekommt, das können wir nicht versprechen. Das haben wir nie versprochen, aber ich glaube, dass die Fans das akzeptieren und die Mannschaft weiter unterstützen, wenn wir das in unser Spiel hinein interpretieren."

    Jörg Schneider

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