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    Mainz 05: Heidel gibt Krawallfans noch eine Dialogchance

    Der Mainz 05-Manager Christian Heidel wird mit den Pyro-Chaoten von Wolfsburg sprechen. Wenn das nicht hilft, muss laut Klubchef Harald Strutz eine härtere Strafe her.

    Mainz - Der FSV Mainz 05 wird sich von Fanchaoten nicht mehr alles gefallen lassen.

    Zeitnah wird sich Manager Christian Heidel mit Vertretern jener Fangruppierung zum Gespräch treffen, die beim jüngsten 2:2 in Wolfsburg Radau gemacht haben.

    Da hatten sich 05-Ultras schon vor dem Anpfiff mit Polizisten geprügelt; ein Beamter musste ins Krankenhaus, ein Fan aus Mainz wurde festgenommen. Pünktlich zum Anpfiff loderten in der VW-Arena dann im Gästeblock ein gutes Dutzend Bengalos.

    Nach ähnlichen Vorkommnissen beim jüngsten Landesderby in Kaiserslautern war der FSV Mainz 05 zu einer Geldstrafe von 5000 Euro verdonnert worden. Zu den Ausschreitungen in Wolfsburg hat der Klub bereits die geforderte schriftliche Stellungnahme abgegeben. Als Wiederholungstäter, sagt Klubmanager Heidel, sei jetzt eine noch wesentlich empfindlichere Geldstrafe zu erwarten.

    Klub positioniert sich klar

    Die entsprechende Fangruppierung habe mit dem "Feuerwerk" in Wolfsburg den zehnten Geburtstag der Mainzer Ultras gefeiert. "Und wir zahlen dafür die Strafe. Das geht nicht." Eine extrem teure Geburtstagsparty für den Klub. Der gerade erst bekanntgegeben hatte, dass er den Fanzug zum DFB-Pokalspiel in Kiel mitfinanzieren wird. "Und dann eskaliert das in Wolfsburg derart." Christian Heidel: "Und deshalb werden wir uns jetzt als Klub sehr klar positionieren."

    Der Termin stehe schon fest. Da gehe es zunächst mal nur um einen Dialog "mit den Kameraden". Die Gruppierung mache nicht mehr als ein Prozent der Gesamtanhängerschaft des Klubs aus. "Diese Kameraden wollen Pyro", so Heidel. "99 Prozent unserer Fans wollen das nicht." Das wird der Manager den Vertretern dieser Gruppierung vortragen. Und dann will Heidel hören, welche Art der Zusammenarbeit mit diesen Ultras in Zukunft noch möglich ist. Oder vielleicht auch nicht.

    Zu mögliche Sanktionen im Wiederholungsfall mochte sich Heidel jetzt noch nicht äußern. Das Gespräch soll möglichst unbelastet bleiben von Strafandrohungen.

    Aber der Klubchef weiß, dass es letztlich nur eine harte Maßnahme geben kann. "Dann muss man diese Leute personalisieren und aus dem Stadion raushalten", erklärte Harald Strutz am Donnerstag. "So weit ist es noch nicht, aber etwas anderes wird uns nicht übrig bleiben."

    Pyrofeuer ist ein Gesetzesverstoß

    Das Abfackeln von Pyrotechnik im Stadion ist ein Gesetzesverstoß. "Ich fahre auf der Autobahn auch gerne 200", sagt Heidel. "Aber wenn da ein Schild steht mit 100, dann habe ich mich eben daran zu halten." Bei Zuwiderhandlung zahlt der Autofahrer die Strafe. Bei Fanvergehen zahlt der Klub die Strafe. Ein merkwürdiges Rechtsverständnis, das das Verursacherprinzip außer Kraft setzt.

    Klub zivilrechtlich nicht geschützt

    Was Strutz darüber hinaus stört, das ist die Tatsache, dass der Klub in seinem Stadion zivilrechtlich nicht geschützt ist. Sollten demnach Personen gesundheitlich zu Schaden kommen, dann könne es passieren, dass der Klub als Veranstalter vor Gericht in die Verantwortung genommen werde. "Selbst wenn Pyro irgendwann mal erlaubt werden sollte im Stadion", resümierte Strutz. "Selbst dann müssten wir das für unser Stadion ablehnen." Auch aus Haftungsgründen im Schadensfall. Inzwischen ballern Chaoten ihre Raketen ja schon direkt in den gegnerischen Fanblock.

    Die entsprechenden "Pappenheimer" seien dem Klub bekannt, sagt Heidel. In Heimspielen werden diese Ultras von daher eher selten auffällig. In auswärtigen Stadien gehe es diesen Kameraden darum, in einer fremden Stadt und gegenüber den gegnerischen Fans Präsenz zu zeigen. Allerdings mit eindeutig verbotenen Mitteln. Wahrscheinlich macht auch das die Sache so interessant.

    "Wir sind im Gespräch mit dem Dachverband und mit den Fanklubs, da ist alles in Ordnung", sagt Heidel. "Mit dieser Gruppierung sind wir noch nicht im Dialog. Aber wir wollen den Dialog. Immer noch in der Hoffnung, dass das künftig unterbleibt." Heidel wirkte sehr entschlossen. Dieses für Mainz 05 "untypische Verhalten" (Heidel) wird die Klubführung nicht länger hinnehmen.

    Unkluge DFB-Äußerung

    Dass ein Fanbeauftragter des DFB mit einer unklugen Äußerung angedeutet hatte, es gebe eventuell Möglichkeiten, Pyrotechnik freizugeben in Stadien, auch das hat diese Diskussion in vielen wirren Köpfen in die falsche Richtung gelenkt. In Mainz wird es für passionierte Feuerwerker künftig ungemütlich. Der Klub wehrt sich.  Reinhard Rehberg

    Fan-Initiative will neue Diskussion um Pyrotechnik
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