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    Leicht und locker ohne permanente Grübelei

    Selbst der Trainer machte darüber seine Scherze. Hannover 96 hat 41 Punkte, der FSV Mainz 05 40. Ein Duell im nach unten wie nach oben stressfreien Mittelfeld der Bundesligatabelle. "Hannover kann sich mit einem Sieg von uns absetzen, wir können Hannover überholen mit einem Sieg", kalauerte Thomas Tuchel. Diese Brisanz werde der TV-Übertragung sicher eine Rekordquote bescheren. "Und jeder, der nicht eingeschaltet hat, wird es hinterher bereuen." Breites Grinsen. Was aber nicht heißt, dass der Mainzer Cheftrainer diese Partie am Samstag (15.30 Uhr) in Hannover unter Spaßveranstaltung ablegen würde.

    Motto: Frei aufspielen

    Im Gegenteil. Tuchel will noch Spiele gewinnen drei Runden vor Saisonende. Aber der Fußballlehrer weiß auch, dass seine Mannschaft in diesem Moment nicht vor Selbstvertrauen und Überzeugung strotzt. Viele Unentschieden, dann drei Niederlagen, zuletzt das 0:0 im Derby gegen die Eintracht, von der Leistung und vom Spielverlauf her wieder eher ein verpasstes Gewinnspiel, das nagt an den Profis. Vor der Hannover-Partie versucht es der Trainer nun mit einer entspannten Stimmung. Leichtigkeit, Lockerheit soll wieder rein in den Laden. Und dazu könne auch die Erwartungshaltung beitragen, dass man mit der aktuell möglichen Aufstellung nicht unbedingt als der große Favorit antritt. Frei aufspielen, lautet das Motto, Kilometer fressen, Bälle erobern, sicher passen, Prinzipien durchziehen, auch mal wieder Spaß haben in den 90 Minuten ohne die permanente Grübelei über verpasste Europaliga-Chancen.

    Anreiz für Offensivspieler

    Der Torabschluss bleibt im Mittelpunkt der Verbesserungsmöglichkeiten, sagt Tuchel. Die Umsetzung ist nun ohne Torjäger Adam Szalai, der in dieser Saison wegen seines Wirbelschadens nicht mehr auflaufen kann, noch schwieriger geworden. Für die Offensivspieler, die jetzt ihre Startelfchance bekommen, kann das ein Anreiz sein. Nicolai Müller kann seine Torquote erhöhen, Marcel Risse hat gewaltigen Nachholbedarf, Nikita Rukavytsya hat noch gar nicht viel angeboten, Yunus Malli müsste sich, wenn er Ambitionen auf die Zehnerposition hat, torgefährlicher zeigen.

    Und dann wäre da noch Shawn Parker. Den 19-Jährigen nimmt der Pädagoge Tuchel demonstrativ in Schutz. Gegen die Eintracht stand das Talent als alleiniger Stoßstürmer 90 Minuten im Wind. "Das tut ihm nicht gut, das wird seiner Rolle nicht gerecht, und das sieht man seinem Spiel auch an", erklärt Tuchel. Der junge Mann sei gerade erst auf dem Weg, ein richtiger Bundesligaspieler zu werden. Parker stehe noch ganz am Anfang eines Entwicklungsprozesses.

    Und dann sei er im Derby in die Rolle gedrängt worden, ganz vorne "den Hahn ziehen zu sollen": Bälle annehmen, behaupten, weiterleiten, Chancen vorbereiten, im Idealfall das Siegtor schießen, dazwischen gegen den Ball arbeiten, anlaufen, pressen, Passwege zustellen. Diese komplexe Aufgabe komme zu früh für Parker, der ja mit seinem eher schmalen Körper, seiner Schnelligkeit und Technik viel mehr eine bewegliche zweite Spitze ist, denn ein Mittelstürmer.

    Im Sommer hatte niemand in Mainz den 19-Jährigen auf dem Zettel als ernsthafte Alternative. Beim Vorrundenderby in Frankfurt schlug dann Parkers Stunde als Ersatzmann für den angeschlagenen Szalai: Eine Torvorbereitung, ein Tor. Da sei der junge Mann aus dem Windschatten gekommen, unbelastet, ohne Erwartungsdruck. "Da stand er unter dem Schutzschild: Keiner rechnet mit mir", so Tuchel. "In dieser Stimmung hat er begonnen. Und das ist jetzt anders."

    Unterm Radar schwimmen

    Plötzlich müsse ein Talent da vorne den Karren ziehen. "Das überfordert Shawn, das spielt ihm und uns nicht in die Karten", sagt Tuchel. Für Parker sei es besser, noch einige Zeit "unter dem Radar schwimmen" zu dürfen. Erfahrungen sammeln als Einwechselspieler, mal 90 Minuten auf seiner Idealposition. Nicht im Fokus stehen, wenn sich die in diesem Alter und bei Parkers eher schüchterner Persönlichkeit normalen Formschwankungen einstellen. Dieser Entwicklungsplan gefällt dem Trainer besser.

    In Hannover könnte Tuchel wieder das 4-4-2 mit Mittelfeldraute spielen. Parker als zweite Spitze. Aber wer soll den Mittelstürmer geben? Marcel Risse hat keine Form und wenig Selbstvertrauen. Andreas Ivanschitz wäre ein Notlösung, doch den Routinier plagen heftige Schmerzen an seinem geprellten Schultereckgelenk. Rukavytsya ist ein reiner Außenstürmer. Denkbar wären Müller und Parker als breite Spitzen, dann müsste der Zehner in die Spitze nachstoßen. Malli ist für diese Interpretation nicht unbedingt geeignet; der Techniker tut sich leichter, wenn er aus der Tiefe des Raums kommt.

    Diese Überlegungen zeigen: Im Hinblick auf die nächste Saison muss die Offensivabteilung erheblich verstärkt werden, qualitativ und quantitativ. Gleich, ob Adam Szalai bleibt oder ob er sich für einen Wechsel entscheidet.

    Reinhard Rehberg

    Mainz 05
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