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Flachau

In Kamerun ist er Nebenmann von Weltstar Eto'o

Wer zum Saisonstart bei Mainz 05 im Spielkader stehen will oder gar in der Startelf, dem bleibt als Neuzugang nicht viel Zeit. Eine Analyse am Beispiel Maxim Choupo-Moting.

Gegen Legia Warschau erzielte Eric-Maxim Choupo-Moting (Mitte) das 3:0, sein erstes Tor im Trikot des FSV Mainz 05.
Gegen Legia Warschau erzielte Eric-Maxim Choupo-Moting (Mitte) das 3:0, sein erstes Tor im Trikot des FSV Mainz 05.
Foto: Eva Willwacher

Flachau – Wer zum Saisonstart beim FSV Mainz 05 im Spielkader stehen will oder gar in der Startelf, dem bleibt als Neuzugang diesmal nicht viel Zeit.

Da geht es auch um Entwicklungstempo in dieser nur fünfwöchigen Vorbereitungszeit. Wer kann sich schnell anpassen bei diesen physischen Strapazen und den taktisch äußerst komplexen Hochgeschwindigkeits-Spielformen? Nehmen wir als Beispiel Maxim Choupo-Moting.

Bei dem 1,88 Meter großen Offensivspieler, bei dem sich noch nicht einmal sagen lässt, auf welcher Position er seine Stärken am besten in die neue Mannschaft einbringen kann, geht es voran. "Wir haben grundsätzlich hohe Erwartungen an ihn", erklärt Chefcoach Thomas Tuchel in Flachau. "Aber wir müssen ihn nach seinem etwas späteren Einstieg noch besser kennenlernen." Der 22-Jährige habe Qualität mit Ball und gegen den Ball. Jetzt gehe es darum, ihn dahin zu bringen, "dass er sein Potenzial konstant abruft".

Klug, nett und höflich

Die Trainingsintensität, das ist zu erkennen, macht dem fröhlichen jungen Mann, der sich im Gespräch ausgesprochen klug, nett und höflich präsentiert, noch zu schaffen. Choupo-Moting hat schon gute, sehr präsente Phasen, aber manchmal läuft das Geschehen auf den engen Räumen auch noch an ihm vorbei. Normal. Beim 3:0-Testspielsieg am Dienstagabend gegen Legia Warschau hat Choupo-Moting sein erstes Tor geschossen. In der Mannschaft der zweiten Halbzeit. Von der Zehnerposition aus. Zuspiel von Deniz Yilmaz, kurzes Dribbling im Strafraum, geschickter Flachschuss mit rechts ins lange Eck um den Gegenspieler herum. Auffällig: Choupo-Moting hat einen sehr guten ersten Ballkontakt, einen geschmeidigen Bewegungsablauf, er will zum Abschluss kommen. Was noch fehlt, das ist ein Schuss mehr Aggressivität in den defensiven und offensiven Zweikämpfen.

Noch sehr hart arbeiten

"Ich spüre, dass ich hier noch sehr hart arbeiten muss", sagt der im Hamburger Stadtteil Altona aufgewachsene Choupo-Moting, dessen Vater Kameruner und dessen Mutter Deutsche ist. In der Jugend beim Hamburger SV sei er ein Zehner gewesen, später eine von zwei Spitzen, als Leihspieler beim 1.FC Nürnberg auch mal einzige Spitze oder auch im Mittelfeld einer der Antreiber in den Halbräumen. In der Nationalmannschaft von Kamerun spielte er bislang Stürmer, leicht abgesetzt hinter Weltstar Samuel Eto'o (Inter Mailand).

Gleich, auf welcher Position, Choupo-Moting will in Mainz "Stammspieler werden und mit dem gesamten Team eine ähnlich gute Saison haben, wie sie Mainz im Vorjahr gespielt hat". Das würde bedeuten: In diesem Fall hätte der technisch veranlagte, elegant aufspielende Offensivmann dann den endgültigen Durchbruch in der Bundesliga geschafft.

Mit dem HSV abgeschlossen

Natürlich freut er sich auf die Europa League. Vor drei Jahren hatte der Hamburger mit dem HSV schon mal die Gruppenphase überstanden. "Andere Länder, anderer Fußball, das macht Spaß." Ansonsten habe er aber mit dieser Zeit abgeschlossen. "Da lief einiges schon sehr komisch ab", sagt Choupo-Moting. In der Winterpause hätte er zum zweiten Mal nach seinem halben Jahr in Nürnberg ausgeliehen werden sollen und wollen.

Doch der HSV wollte dem nur zustimmen unter der Voraussetzung, dass der Stürmer seinen Vertrag verlängert. Die Verhandlungen zogen sich hin. In den letzten Minuten vor Ablauf der Transferperiode scheiterte der Wechsel nach Köln, weil in der FC-Geschäftsstelle das Faxgerät nicht funktionierte. Danach hatte der von Vater Justin, Sozialpädagoge und Betriebsratschef bei der Hamburger Alten- und Jugendhilfe, beratene Choupo-Moting nie wieder einen Einsatz für den HSV. "In der Vorrunde hatte ich zehnmal gespielt, und ich war immer dabei..."

Emotionale und wilde Fans

Eine sehr enge Beziehung hat Choupo-Moting zum Heimatland seines Vaters. "Mit fünf war ich das erste Mal dort, danach jedes Jahr für fünf, sechs Wochen. Ich kenne die dortige Mentalität sehr gut." Für Kamerun spielen zu dürfen, "das bedeutet mir sehr viel, das ist mir eine Ehre". Auch wenn die Fans, für die Fußball alles sei, ausgesprochen emotional und wild sind. Als Kamerun kürzlich in der Qualifikation für den Afrika-Cup im Heimspiel gegen Senegal nach einem verschossenen Strafstoß von Eto'o nur 0:0 spielte, "da hatten wir Probleme, aus dem Stadion zu kommen". Und dennoch freue er sich riesig auf jedes Länderspiel unter dem spanischen Trainer Javier Clemente. Mit Eto'o, "der sehr nett ist", verstehe er sich blendend.

Auf dem Weg zur Topadresse

Mainz 05 sei jetzt unter den vielen Angeboten die beste Option gewesen. "Mainz ist auf dem Weg zu einer Topadresse in der Bundesliga", sagt Choupo-Moting. "Es geht stetig bergauf. Da steckt ein Konzept dahinter." Und im Trikot des HSV und des 1. FC Nürnberg habe er die Erfahrung gemacht, "dass es sehr unangenehm ist, gegen Mainz zu spielen". Reinhard Rehberg

Mainz 05
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